Antikrieg Benjamin on 26 Sep 2007 02:29 am
The Killing Fields – Schreiendes Land (Roland Joffé, Großbritannien 1984)
Der Eintrag wird recht kurz, da ich den Film auch nur konsumiert, also nebenbei gesehen habe:
Der Film erzählt über die Revolution im Kambodscha die zur Machtübernahme der Roten Khmer geführt hat, welche ca. 30% der kambodschanischen Bevölkerung ermorden ließ. Genauer erzählt er von der Phase, in der sich die USA noch in den Konflikt eingemischt haben, gefolgt von deren Rückzug, und der anschließenden Machtübernahem und dem Massenmord.
Unsäglich fand ich in der ersten Hälfte den US-Reporter Sydney Schanberg (Sam Waterston) der sich mitten im Kriegsgebiet aufhält, sich aber aufführt, als wäre er in einem Freizeitpark, und als ob ihn seine amerikanische Staatsbürgerschaft vor allem Bösen was um ihn herum so passiert schützen könnten. Absolut selbstgerecht und unangemessen ist dieses Verhalten. Da der Film aber eine englische Produktion ist, kann man das ganze schon als sehr böse Kritik am Selbstverständnis der Amerikaner auffassen, mich hat dieses Rumgetue ziemlich genervt und angewidert.
So ist es dann auch die zweite Hälfte die deutlich stärke. Hier steht Dith Pran (Haing S. Ngor) im Zentrum. Ngor hat für diese Rolle den Oscar als bester Nebendarsteller bekommen, und das, obwohl er ein vollkommener Laiendarsteller war, dem bis zu diesem Film jegliche Filmerfahrung fehlte. Pran ist Schanbergs Assisten in Kamodscha und während Schanberg fliehen kann, muss Pran in Kambodsche bleiben und das Grauen miterleben und ist in ständiger Angst um sein Leben, da er Kontakt zu Ausländern hat, Fremdsprachen spricht und somit durchaus mit fremden Gedankengut vertraut ist. Etwas, was in der damaligen Zeit einem Todesurteil gleich kommt. Auf seiner Flucht aus einem Lager muss er über die Killing Fields fliehen, die Felder, auf denen die Roten Khmer die Ermordeten gebracht haben. Sie sind zu riesigen Skelettwüsten geworden.
The Killing Fields hat zwar durchaus politische Ansätze, aber kein Film der sich mit Krieg bzw. einem spezifischen Krieg auseinander setzt kommt darum herum, irgendeinen Standpunkt zu ihm beziehen. Im Zentrum steht aber das Aufzeigen des Grauens dass der Krieg mit sich bringt und das Leid dass die kamdoschianische Bevölkerung erleiden musste. Man kann sich nur freuen, dass die Roten Khmer es nicht schafften, lange an der Macht zu bleiben und seit spätestens 1998 keine wirkliche Bedrohung mehr darstellen. Aber vielleicht nimmt man diesen Film als Anlass sich etwas mit der Geschichte Kambodschas und der Roten Khmer auseinander zu setzen. Und wer nicht gleich den Film sehen möchte, kann ja vielleicht einfach diesen Beitrag als Anlass nehmen, sich etwas mit der Geschichte zu befassen. Die Links zu Wikipedia sind im Artikel integriert.
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