Apokalypse &Überleben &Vampire &Zombies Benjamin on 27 Sep 2007 01:52 pm
The Last Man on Earth (Sidney Salkow/Ubaldo Ragona, USA/Italien 1964)
The Last Man on Earth basiert auf dem Roman I Am Legend von Richard Matheson aus dem Jahre 1954. Der Film erzählt sprichwörtlich die Geschichte des letzten Menschen auf Erden. Da in den nächsten Wochen eine neu Verfilmung des Stoffes unter dem Orginaltitel I Am Legend mit Will Smith in der Hauptrolle in die Kinos kommt, gab es einen guten Anlass sich den Film einmal anzusehen, da ich in letzter Zeit viel zu oft Remakes gesehen habe, ohne das Orginal zu kennen.
Wie immer Achtung: Spoiler:
In den 60er Jahren breitet sich von Europa (vlt. gar aus Transylvianien) aus eine Epidemie um den gesamten Erdball herum aus. Die infizierten werden anfällig gegen Sonnenlicht, ertragen ihr eigenes Spiegelbild nicht mehr und habe eine starke Abneigung gegen Knoblauch, sie werden zu vampirähnlichen Wesen. Die Seuche breitet sich über den ganzen Erdball aus, und sehr bald ist die gesamte Menschheit ausgerottet und zu Vampiren transformiert. Alle Menschen? Nein, ein einsamer Mediziner namens Dr. Robert Morgan (Vincent Price) ist, evtl. auf Grund eines Fledermausbisses in jungen Jahren, immun gegen die Seuche und lebt seit mittlerweile drei Jahren einsam und allein als letzter Mensch auf Erden. Tagsüber sucht er Vampirverstecke um sie aufzupfählen und des Nachts schläft er. Ein trostloses Leben ohne wirkliche Hoffnung.
Bis ihm eines Tages namens Ruth Collins (Franca Bettioa), die die Wende bedeuten könnte. Doch er wird mißtrauisch und entdeckt, dass sie ebenfalls infiziert ist. Es gibt ein Serum, dass die Krankheit nicht heilt, aber unter Kontrolle hält. Es gibt noch mehr wie sie, gemeinsam versuchen sie, die Zivilisation wieder aufzubauen, doch sie fürchten Morgan, da einge von denen die er umgebracht hat zu ihnen gehörten. So wurde Ruth geschickt um ihn zu verwirren, damit er von den anderen in der Nacht getötet werden kann. Zwar gelingt es ihnen, ein Gegenmittel gegen die Seuche zu entwickeln, mithilfe dessen man die Menschheit wieder neu aufbauen könnte, doch Ruth Leute vollenden ihren Plan in der Nacht. Die Legende, der letzte Mensch auf Erden, ist tot.
Der Mensch als Auslaufmodell. Die Darstellung des Vampirismus in diesem Film als Krankheit ist interessant und habe ich bisher so noch nicht gesehen. Im Grunde sind die infizierten eine Mischung aus Zombies und Vampiren, sie haben alle Schwächen der Vampire und sind zugleich träge, schwach und minder intelligent wie Zombies, was erklärt, warum sie es in der Nacht nicht schaffen in Morgans Haus einzudringen und er in Seelenruhe schlafen kann, um Kraft für sein zerstörerisches Werk am nächsten Tag zu schaffen.
Dabei werden die Vampire gar nicht mal wirklich als böse dargestellt. Die alte Menschheit ist nicht mehr existent. Die Vampire bilden die neue Gesellschaft, die den Planeten beherrscht, der Mensch hat keine Bedeutung mehr. Und dennoch übt ein letztes Exemplar Widerstand aus und bedroht diese neue Gesellschaft. Auf Grund seiner Immunität hat er keine Chance, Teil dieser Gesellschaft zu werden und es ist auch fraglich ob er seine Menschlichkeit überhaupt aufgeben würde, daher ist das Vorgehen der Vampire im Grunde sehr nachvollziehbar.
Durch diese Sichtweise hat der Film eine ganz andere Bedeutung als sein direkter Nachfolger Die Nacht der lebenden Toten, welcher direkt von ihm inspiriert wurde, was man beim Sehen auch sofort merkt. Die Stimmung und Atmosphäre der beiden Filme ist sehr ähnlich, beide in schwarz weiß gedreht, beide zeigen im Grunde ein apokalyptisches Szenario, nur ist The Last Man on Earth noch hoffnungsloser und verlorener. Ein tragisches Ende haben beide gemein, aber das Ende dieses Films ist durch seine Botschaft meiner Meinung nach wirkungsvoller. Und mit Vincent Price hat der Film auch den eindeutig besseren Hauptdarsteller.
Da der Film nie irgendein Copyright besaß ist er heute weitgehend frei verfügbar und sehr oft als Bonus bei irgenwelchen DVDs dabei, wer interessiert ist kann ich sich auch auf archive.org per Stream ansehen oder direkt runterladen. Sehenswert ist er definitiv und wer auf Zombie bzw. Endzeitfilme steht bekommt hier auf jeden Fall ein hervorragendes, stimmiges und atmosphärisches, aber zugleich auch sehr hoffnungsloses und düsteres Werk geboten.
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