Monthly Archive for "September 2007"



Uncategorized Benjamin on 26 Sep 2007

Vertigo – Aus dem Reich der Toten (Alfred Hitchcock, USA 1958)

Uncategorized Benjamin on 26 Sep 2007

Ocean’s Eleven (Steven Soderbergh, USA 2001)

Ein Heist-Movie in Starbesetzung. Der ganze Film dreht sich um den Überfall auf den Tresor des Casinos Bellagio, in dem Casinobesitzer Terry Benedict (Andy Garcia), der in dem Tresor auch die Einnahmen aus seinen anderen beiden Casinos aufbewahrt, insgesamt knapp 160 Mio-US$. Die Besetzung des Films wimmelt vor Stars, sowohl Altstars als auch aktuellen, George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon, Andy Garcia, Julia Roberts, Don Cheadle, Scott Caan, und noch zahlreiche andere.

Das Geld ist natürlich eine Sache, insgeheim erhofft Danny Ocean (George Clooney) gleichzeitig seine Frau wiederzugewinnen, die während er im Knast saß mit Benedict zusammengekommen ist.  Der ganze Film ist überaus unterhaltsam und witzig inszeniert, mit einem zwar durchschaubaren, aber dennoch überraschenden Ende. Man merkt den Darstellern sichtlich an, dass sie beim Dreh wohl recht viel Spass hatten. Ein netter kleiner Film für einen Videoabend wohl hervorragend geeignet, dem aber ansonsten jeglicher Tiefgang oder ähnliches fehlt. Teil zwei kommt demnächst auf Pro Sieben, ich vermute mal, dass er eine einfache Kopie des Themas aus dem ersten Teil sein wird, mal schaun, der Videorekorder ist schon programmiert.

Uncategorized Benjamin on 26 Sep 2007

Rebecca (Alfred Hitchcock, USA 1940)

Uncategorized Benjamin on 26 Sep 2007

The Beach (Danny Boyle, USA 2000)

Auch kurz nach Titanic hat Di Caprio schon gute Rollen gespielt, so hier die Rolle des Rucksacktouristen Richard, der auf der Suche nach dem Paradies selbiges auch entdeckt. Danny Boyle schafft es wieder einen interessanten Film zu schaffen, der diesmal vor allem durch die wunderschöne Optik besticht. Die Bilder sind wirklich wunderschön und teilweise mystisch und alles in allem sehr stimmig. Die Story schwächelt für mich etwas und weiß nicht so ganz wo sie hin will. Die Grundbotschaft ist klar: Eine Anprangerung des Massentourismus. Es gibt nur noch wenige unberührte Flecken auf dieser Erde, wenige Orte, an denen man noch ursprünglich leben kann, zurückgezogen, ohne Einflüsse von außen. Hat man einen solchen Ort entdeckt, muss man ihn geheimhalten. Sobald mehr Leute von seiner Existenz wissen ist es aus mit der Ruhe und ein wahrer Besucherstrom setzt ein.

Dokumentation &Michael Moore Benjamin on 26 Sep 2007

Bowling for Columbine (Michael Moore, USA/Kanada/Deutschland 2002)

Wie schon Elephant nimmt sich auch Bowling for Columbine von Michael Moore des Massakers an der Columbine Highschool in den USA an. Wie ich schon im Beitrag zu Elephant geschrieben habe, halte ich persönlich Bowling for Columbine für den deutlich besseren Film zu diesem Thema.

Und das obwohl eigentlich sehr viel gegen den Film spricht. Es gibt zu Michael Moore eine eigene Dokumentation namens Manufacturing Dissent  in welcher von ehemaligen Fans von Moore aufgezeigt wird, dass Moore in seinen Filmen vieles verdreht, einige Dinige selbst inszeniert und sich vieles so hinbiegt, wie er es gerne hätte. Für mich hat sich daraus die Frage ergeben, was eine Dokumentation überhaupt ausmacht. Moore bezieht in seinen Filmen klar Stellung und versucht seine Sichtweise der Dinge anhand von dokumentarischem Material zu unterstützen. Vielen geht damit zu viel Objektivität verloren. Doch natürlich bleibt die Frage, wie objektiv eine Dokumentation sein kann. Ein Regisseur bzw. Drehteam muss bei einem Projekt immer irgendeine Stellung beziehen und selbst entscheiden, welches Material nun in den fertigen Film kommt, welches nicht, und welche Sichtweise man selbst annimmt. Von daher mögen Moores Filme zwar in erster Linie seine eigene Version der Wahrheit sein, doch das ist in einem von ihm gedrehten Film auch sein gutes Recht. Wer sich zu unrecht angegriffen fühlt, wird sicher auch mit kritischen Fragen kein Problem haben.

So sucht Moore in seinem Film die Antwort auf die Fragen nach den Ursachen für das Massaker. Die Täter spielten Egoshooter und hörten Marylin Manson, was die Medien als Anlass nahmen, diese beiden Dinge als Auslöser für ihre Taten zu nehmen und zu verteufeln, ohne eine wirkliche soziologische Bestätigung dafür zu haben. Da die beiden Täter auch gerne bowlten und am Tag des Massakers auch Bowlingunterricht hatten, hat Moore dementsprechend die Frage aufgeworfen, ob nicht auch das Bowlen Auslöser  für die Taten gewesen sein könnte (ein Punkt den man Moore vorwerfen kann: die beiden Massenmörder haben den Bowlingkurs in Wirklichkeit nie besucht). Diese Geschichte ist aber nur ein kleiner satirischer Seitenhieb auf die Medien.

Im wesentlichen prangert Moore in seinem Film die Waffenpolitik in den USA an und sucht zugleich nach den Ursachen für diese Gewalt. Gemeinhin gilt die gewalttätige Geschichte der USA als Ursache für die hohe Mordrate in den USA (über 11.000 Morde pro Jahr), doch Moore zeigt, dass in Ländern wie Deutschland, Frankreich oder England, die über eine mindestens ebenso gewaltätige Vergangenheit verfügen (Kolonialzeit, Nazi-Deutschland) die Mordraten um den Faktor 100 niedriger liegen und selbst in Kanada, wo ein prozentual wesentlich größerer Teil der Bevölkerung bewaffnet ist und es in vier von fünf Haushalten Waffen gibt, so gut wie keine Morde gibt.

Es werden grundsätzliche Probleme der amerikanischen Gesellschaft angesprochen, und gezeigt, dass eine der Ursachen für die hohe Gewalt- und Mordrate in den USA die Angst sein könnte, in der die amerikanische Bevölkerung vor allem durch die Medien,  aber auch durch die Politiker gehalten wird. Wenn man sich die Entwicklungen seit 2001 so ankuckt, dann hat man auch wirklich den Eindruck, dass Moore damit gar nicht so falsch liegt. Durch den Antiterrorkampf der USA geraten soziale Probleme ins Hintertreffen und scheinen nur ein notwendiges Übel zu sein. Der nächste Präsidentschaftswahlkampf wird sehr vermutlich auch nicht über soziale- bzw. arbeitspolitische Fragen entschieden. Derjenige Kandidat, der es schafft glaubhaft zu machen, er sei der richtige für den Antiterrorkampf, den Schutz der USA, und den richtigen Umgang mit dem Irak wird das Rennen am Ende machen.

Moore wirft in seinem Film meiner Meinung nach die richtigen Fragen auf und übt sehr starke Kritik an seinem eigenen Heimatland, ein Grund, warum es schwer war, Geldgeber für das Projekt zu finden, so dass schließlich sogar Gelder aus Deutschland in das Projekt geflossen sind. Gelohnt hat es sich allemal, nur all zu oft sitzt man mit offenem Mund vor dem Bildschirm und man ist erstaunt über den tieferen Einblick den man hinter die ansonsten eher euphemistische Sichtweise auf die USA geboten bekommt.  Wenn gleich der Film auch oft polemisch und sehr subjektiv sein mag, ist er für mich ein wichtiger Beitrag auf der Suche nach Ursachen für die tiefergehenden Probleme der amerikanischen Gesellschaft.

Antikrieg Benjamin on 26 Sep 2007

The Killing Fields – Schreiendes Land (Roland Joffé, Großbritannien 1984)

Der Eintrag wird recht kurz, da ich den Film auch nur konsumiert, also nebenbei gesehen habe:

Der Film erzählt über die Revolution im Kambodscha die zur Machtübernahme der Roten Khmer geführt hat, welche ca. 30% der kambodschanischen Bevölkerung ermorden ließ. Genauer erzählt er von der Phase, in der sich die USA noch in den Konflikt eingemischt haben, gefolgt von deren Rückzug, und der anschließenden Machtübernahem und dem Massenmord.

Unsäglich fand ich in der ersten Hälfte den US-Reporter Sydney Schanberg (Sam Waterston) der sich mitten im Kriegsgebiet aufhält, sich aber aufführt, als wäre er in einem Freizeitpark, und als ob ihn seine amerikanische Staatsbürgerschaft vor allem Bösen was um ihn herum so passiert schützen könnten. Absolut selbstgerecht und unangemessen ist dieses Verhalten. Da der Film aber eine englische Produktion ist, kann man das ganze schon als sehr böse Kritik am Selbstverständnis der Amerikaner auffassen, mich hat dieses Rumgetue ziemlich genervt und angewidert.

So ist es dann auch die zweite Hälfte die deutlich stärke. Hier steht Dith Pran (Haing S. Ngor) im Zentrum. Ngor hat für diese Rolle den Oscar als bester Nebendarsteller bekommen, und das, obwohl er ein vollkommener Laiendarsteller war, dem bis zu diesem Film jegliche Filmerfahrung fehlte. Pran ist Schanbergs Assisten in Kamodscha und während Schanberg fliehen kann, muss Pran in Kambodsche bleiben und das Grauen miterleben und ist in ständiger Angst um sein Leben, da er Kontakt zu Ausländern hat, Fremdsprachen spricht und somit durchaus mit fremden Gedankengut vertraut ist. Etwas, was in der damaligen Zeit einem Todesurteil gleich kommt. Auf seiner Flucht aus einem Lager muss er über die Killing Fields fliehen, die Felder, auf denen die Roten Khmer die Ermordeten gebracht haben. Sie sind zu riesigen Skelettwüsten geworden.

The Killing Fields hat zwar durchaus politische Ansätze, aber kein Film der sich mit Krieg bzw. einem spezifischen Krieg auseinander setzt kommt darum herum, irgendeinen Standpunkt zu ihm beziehen. Im Zentrum steht aber das Aufzeigen des Grauens dass der Krieg mit sich bringt und das Leid dass die kamdoschianische Bevölkerung erleiden musste.  Man kann sich nur freuen, dass die Roten Khmer es nicht schafften, lange an der Macht zu bleiben und seit spätestens 1998 keine wirkliche Bedrohung mehr darstellen. Aber vielleicht nimmt man diesen Film als Anlass sich etwas mit der Geschichte Kambodschas und der Roten Khmer auseinander zu setzen. Und wer nicht gleich den Film sehen möchte, kann ja vielleicht einfach diesen Beitrag als Anlass nehmen, sich etwas mit der Geschichte zu befassen. Die Links zu Wikipedia sind im Artikel integriert.

Uncategorized Benjamin on 26 Sep 2007

Zusammen ist man weniger allein (Claude Berri, Frankreich 2007)

Seit mittlerweile sechs Wochen läuft Zusammen ist man weniger allein nun schon bei uns im Kino und immer wenn ich an der Kasse sitze fragen die Gäste mich vorher, ob ich den Film schon gesehen hätte, was ich bisher verneinen musste, und hinterher sagten mir alle begeistert, ich müsse den Film unbedingt sehen, da es ein wirklich schöner Film sei. Da der Film ab Donnerstag aus dem Programm geht, und ich morgen arbeiten muss, habe ich dann heute die letzte Chance genutzt, den Film noch zu sehen, weil sonst das eintreten würde, was mir in den letzten Wochen häufiger passiert ist: Ich stehe in der Videothek vor einem Film, der bei uns im Kino gelaufen ist, den ich nicht gesehen habe, und ich muss ihn mir dann ausleihen, weil er mich ja eigentlich doch interessiert.

Philibert Marquet de La Durbellière (Laurent Stocker) ist ein Nachfahre einer alten französischen Adelsfamilie, lebt in einer dementsprechend eingerichteten, riesigen Wohnung, arbeitet als Postkartenverkäufer und hat so gut wie keinen Kontakt zu anderen Menschen. Der einzige Mensch in seinem Leben ist sein Mitbewohner Franck (Guillaume Canet), der das genaue Gegenteil von ihm ist: er ist begeisterter Motorradfahrer, hat ständig oberflächliche Frauengeschichten laufen. Er arbeitet als Koch und hat ein im Grunde leeres Leben. Seinen einzigen freien Tag verbringt er immerhin liebevoll mit seiner Großmutter Paulette (absolut knuffig gespielt von Françoise Bertin).

Im gleichen Haus wohnt die magersüchtige Camille (Audrey Tautou), die Putzfrau (bzw. Fachfrau für Oberflächen) arbeitet und in einer winzigen Wohnung unterm Dach wohnt. Weil sie die Anonymität in solchen Hochhäusern stört nimmt den zufälligen Kontakt mit Philibert als Anlass ihn ein wenig besser kennenzulernen. Als sie auf Grund ihrer Magersucht von einer Grippe sehr schwer mitgenommen wird, beschließt der eher schüchterne, zurückhaltende und stotternde Phillipert Camillie in seiner WG gesund zu pflegen. Trotz anfänglicher Probleme mit Franck zieht Camille dauerhaft dort ein und das Trio beginnt schließlich unfreiwillig sich gegenseitig zu therapieren.

Der Film ist wirklich recht niedlich geworden, auch wenn er eine gewisse Herbstschwere ausstrahlt und durchaus sehr tragische und traurige Momenten hat. Aber das resultiert vor allem daraus, dass er sich an so gut wie jedem Klischee bedient, dass das franösische Kino hergibt, man kann schon fast dankbar sein, dass das Ménage à trois ausgelassen wird. Die Geschichte um die Paulette, Francks Großmutter ist wirklich sehr niedlich und mitfühlsam geworden, und sie gehört auch zusammen mit Philibert zu den symphatischsten Charakteren des Films. Philiberts Geschichte entwickelt sich fast beiläufig, ist aber im Endeffekt viel glaubhafter und schöner als die von Franck und Camille, wobei man wirklich ziemlich lange rätselt, ob er nicht selbst in Camille verliebt ist und wie er das Techtelmechtel von Franck und Camille wohl aufnimmt. Die Geschichte der beiden ist leider auch absolut klischeebeladen. Anfangs können sich beide nicht leiden, er ist der große Frauenheld der alle abschleppt, sie lässt sich, nachdem man sich besser versteht auch von ihm abschleppen und schließlich will er nicht mehr das was er immer hatte, unverbindlichen Sex, sondern mehr: Gefühle, Beziehung, Liebe.  Wie das Ganze ausgeht, muss ich wohl nicht noch verraten.

Tautou war nur Ersatz für Ludivine Sagnier, doch ihr Mitwirken dürfte für die recht hohe Popularität des Films gesorgt haben. Letztendlich ist Zusammen ist man weniger allein wohl ein Film der eine gewisse Zielgruppe ansprechen dürfte, die anderen aber vollkommen kalt läßt. Ein luftig leichter, leicht melancholischer Herbstfilm, der einem einen Ausflug in eine französische Parallelwelt erlaubt.

Alfred Hitchcock Benjamin on 26 Sep 2007

Der Fremde im Zug (Alfred Hitchcock, USA 1951)

Und der nächste Hitchcock. Ich denke, die nächsten Gänge in die Videothek werden nicht mehr so lange dauern, da in der Hitchcockecke noch viele ungesehene Filme stehen und die Wahl somit nicht schwerfällt.

Genau wie Cocktail für eine Leiche hat Der Fremde im Zug eine sehr reizvolle Ausgangssituation: Der Tennisspieler Guy Haines (Farley Granger) wird im Zug vom mitreisenden Bruno Anthony (Robert Walker) erkannt und in ein Gespräch verwickelt. Bruno scheint recht viel über Guys Leben zu Wissen, etwa über die unglückliche Ehe, und das Guys Frau ein Kind von einem anderen erwartet. Bruno möchte im Leben nichts auslassen und träumt schon lange vom “perfekten Mord” und macht Guy einen perfiden Vorschlag: Bruno tötet Guys Frau, wenn dieser sich bereiterklärt im Gegenzug Brunos Vater zu ermorden. Guy selbst hat zwar auch schonmal den Gedanken gehabt, seine Frau zu ermorden, allerdings nie die konkrete Absicht gehabt und somit ist er entsetzt von Brunos Vorschlag, betitelt ihn als einen irren und verläßt ihn bei der nächsten Gelegenheit, ohne sein Angebot konkret abzulehnen.

Bruno sieht dies als Bestätigung für seinen Vorschlag und kommt seinem Teil der Abmachung schon sehr bald nach. Guy ist entsetzt, erkennt aber, dass er nicht zur Polizei gehen kann, da es für Bruno ein leichtes wäre, zu erklären, dass er Guys Komplize ist, da Guy ein handfestes Motiv hat. Also beschließt er, zunächst nichts zu sagen, und zu hoffen, dass sich mit der Zeit einfach alles beruhigt.

Doch Bruno besteht darauf, dass Guy seinen Teil der Abmachung erfüllt, er trifft ihn an öffentlichen Orten, besucht Partys auf denen Guy ebenfalls ist, und schickt ihm einen Plan ihres Anwesens, sowie einen Schlüssel. Guys Konflikt wird immer größer: Erfüllt er nun doch seinen Teil der einseitigen Abmachung und hat damit Ruhe vor Bruno oder geht er zur Polizei, auf die Gefahr hin, selbst für etwas verurteilt zu werden, womit er eigentlich gar nichts zu tun hat…?

Auch dieser Film des Meisters hat meine Erwartungen die ich auf Grund der durchaus interessanten Ausgangssituation in ihn gesetzt habe wieder voll erfüllt. Die Figuren haben wieder einmal sehr viel Symbolik und Tiefe. So kann man Bruno als das personifizierte Böse aus Guys Gedankenwelt ansehen. Guy möchte seine Frau am liebsten Tot und damit seine Probleme gelöst sehen, für Bruno kein Problem. Bruno ist gewissermaßen der Spiegel von Guys Seele. Man könnte sogar Parallelen zu Fight Club ziehen und ihn als sein Alter Ego sehen, wobei Bruno in diesem Film doch relativ real ist. Die Szene in der Guy sich in das Anwesen von Brunos Familie schleicht ist überaus gelungen. Bis zu Letzt weiß man nicht, was er vorhat, sein Eindringen in das dunkle Anwesen und der Moment kurz vor der potentiellen Tat sind wieder einmal erstklassig von Hitchcock eingefangen worden, aber auch das Tennissspiel und das actionreiche Finale auf dem Karusell bleiben einem durchaus im Gedächtnis. Ein hervorragender Film bei dem Hitchcock auf weitestgehend alle Zügel selbst in der Hand hatte und seine Linie durchziehen konnte. Einen wirklich schlechten oder auch nur mittelmäßigen Hitchcock habe ich bisher noch nciht gesehen. Die Filme befanden sich bisher alle an der Grenze zwischen hervorragend und Meisterwerk.

Alfred Hitchcock Benjamin on 25 Sep 2007

Cocktail für eine Leiche (Alfred Hitchcock, USA 1948)

Ich hab in den letzten Tagen Filme wie “The Beach” oder “Ocean’s Eleven” und “The Killing Fields”, sagen wir mal, konsumiert, aber irgendwie konnten die mich nicht so wirklich fesseln. Ocean’s Eleven ist einfach nur eine leere, starbesetze Hülle, The Beach weißt formal und inszenatorisch einige interessante Ansätze auf hat aber eine Story der hinten und vorne etwas fehlt und The Killing Fields hat gerade am Anfang einen unsäglich dummen amerikanischen Hauptdarsteller bzw. Hauptcharakter. Allesamt Filme die mich wenig fesseln konnte und so war die Vorfreude groß, wieder einen alten Film von Alfred Hitchcock mit Charakter zu sehen. Und auch diesmal hat mich der Meister, wie er so schön genannt wird, nicht enttäuscht.

Cocktail für eine Leiche” hat mich in erster Linie auf Grund seiner formalen Struktur gereizt. Ein Kammerspiel dass ohne sichtbare Schnitte auskommt und dadurch wirkt wie ein 80 minütger, durchgehend gedrehter Film. Ganz so, wie es oft angepriesen wird, ist es natürlich nicht. 1948 hatten die üblichen Filmrollen eine Länge von ca. 10 Minuten, so dass der Film zwingend mindestens acht Schnitte beinhalten musste. Auch waren diese Schnitte keineswegs so kunstvoll, wie erwartet, der Film beinhaltet neben acht weichen Schnitten, die wirklich unsichtbar sind auch vier harte Schnitte, die sehr deutlich ins Auge stechen. Aber das waren halt die Beschränkungen der damaligen Zeit, ich bin mir sicher, wenn es möglich gewesen wäre, hätte Hitchcock das Experiment gewagt und die 75 Minuten durchgedreht. Aber dennoch bleibt ein Film der mit sehr wenigen Schnitten auskommt und in Echtzeit spielt.

Die 75 Minuten beginnen mit dem Mord an David Kentley, begangen durch die beiden Studenten Brandon Shaw (John Dall) und Phillip Morgan (Farley Granger). Sie sehen den Mord als Kunstwerk und als zusätzlichen Nervenkitzel findet in ihrem Heim direkt im Anschluss eine Party statt. Die Leiche befindet sich zu der Zeit noch in einer Truhe in der Wohnung, auf der das kalte Buffet serviert wird. Gast auf dieser Party ist auch Rupert Cadell (James Stewart), ein ehemaliger Lehrer der beiden. In einer Diskussion vertritt er ebenfalls die Ansicht, dass das Töten ein Privileg einiger weniger ist und durchaus gerechtfertigt und als Kunstwerk angesehen werden kann, wodurch er quasi die Taten und die Gedankengänge von Brandon und Phillip bekräftigt und unterstützt. Zugleich ist er aber auch ein sehr wachsamer Charakter, dem nicht entgeht, dass Phillip sehr starke Zeichen von Nervosität zeigt. Brandon ist eigentlich der gelassenere von den beiden, der recht abgebrüht wirkt, aber im Gespräch mit Cadell fängt er an, leicht zu stottern, was Cadell aus früheren Zeiten noch als Zeichen für Nervosität von ihm kennt.  Auf Grund kleinerer Ungereimtheiten wird er mißtrauisch und beschließt somit, die beiden nach der Party zu rede zu stellen, zumal der getötete eigentlich ein Gast auf dieser Party sein sollte, entgegen seiner Gepflogenheiten nicht erschienen ist, und Cadell beim Gehen zunächst den Hut des Opfers erwischt, in dem seine Initialien D.K. eingenäht sind.

Auch hier gelingt es Hitchcock wieder, die Spannung über fast die gesamte Laufzeit aufrecht zu erhalten. Das ergibt sich schon allein aus der Situation heraus: Die Party im Raum in dem die Kiste mit dem Opfer steht und einem immer nervöser werdenden Phillip, bei dem man von Minute zu Minute mehr erwartet, dass er gleich die Nerven verliert und alles auffliegt. Wenn dann noch in einer endlos erscheinden, eigentlich simplen Einstellung die Haushälterin nach dem Buffet die Truhe abräumt und die Bücher wieder in ihr verstauen möchte ist die Spannung am Siedepunkt. Die Kamerafahrten an sich sind schon auf Grund der formalen Struktur sehr gelungen, und es gibt auch wieder einzelne Szenen und Kamerfahrten, die herausstechen. Alles in allem wieder ein ausgezeichneter Film, der mich besser unterhalten hat, als die zuletzt gesehenen aktuellen Streifen und nach fast 60 Jahren kann man durchaus sagen, dass es sich auch bei diesem Hitchcockfilm um einen zeitlosen Klassiker handelt. Schade dass Filme solcher Art heute nicht mehr gedreht werden.

Fritz Lang Benjamin on 24 Sep 2007

M – Eine Stadt sucht einen Mörder (Fritz Lang, Deutschland 1931)

Wenn man den Namen Fritz Lang hört, denken die meisten zu allerst an “Metropolis“, seinen großen Stummfilmklassiker aus dem Jahre 1927. Der Film ist sicher ein wichtiges Werk Filmgeschichte, dürfte den meisten aber doch zu abstrakt und zu befremdlich erscheinen.  “M – Eine Stadt sucht ihrem Mörder“ist da viel eingänglicher, bewegt das Thema Kindermord und Selbstjustiz doch jeden und es leider ist es ein scheinbar zeitloses Thema.

Es herrscht Unruhe in Berlin. Ein Kindermörder sorgt für Angst und Schrecken. Die Polizei fahndet zwar eindringlich, aber erfolglos nach dem Mörder, die Mütter haben Angst um ihre Kinder und die Ganoven können nicht mehr vernünftig arbeiten, da auf Grund der Morde die Polizeipräsenz außerordentlich hoch ist und es überall von Polizisten wimmelt. Daher beschließen die Ganoven selbst Jagd auf den Mörder zu machen und sie halten die Bettler an, Ausschau nach ihm zu halten, da sie sich am unauffälligsten in ganz Berlin bewegen können. Sie entdecken ihn schließlich auch, so dass er sich vor einem Tribunal der Ganovengilde für seine Taten verantworten muss, in einem Prozess, dessen Urteil von Anfang an feststeht.

Eigentlich war der Film von Fritz Lang als ein Film über die Themen Selbstjustiz und Todesstrafe gedacht, aber auch über den Umgang mit psychisch gestörten Kriminellen. So führt der Ankläger von Hans Beckert (Peter Lorre), dem Mörder, an, dass ein Mensch der für seine Taten aus einem Zwang heraus begeht, eben aus einer psychischen Störung, für diese nicht verantwortlich gemacht werden kann, während die Mehrheit der Ganoven dies anders sieht und durch ein Todesurteile weitere Morde verhindern möchte, und es auch vermeiden möchte, dass Beckert von der regulären Justiz für geistig verwirrt erklärt wird, ein paar Jahre absitzt, danach als geheilt entlassen wird, nur um dann doch wieder rückfällig zu werden.  In dem “Prozess” führt Beckert seine Zwänge an und bringt sie als Begründung für seine Taten hervor. In dieser Szene merkt man deutlich das Lorre vom Theater stammt und auch während der Dreharbeiten abends noch Theater gespielt hat. Es ist auch fraglich ob er seine Rede als wirkliche Entschuldigung hervorbringt, oder ob er lediglich der angedrohten Todesstrafe entgehen will. Schließlich ist der erste Satz seines Anklägers “Du kommst hier nicht mehr raus!”.  Die Prozessszene am Ende des Films ist aber definitiv der Höhepunkt des Films. Selbstjustiz ist etwas, was in solchen Fälle viele gerne praktizieren würden und so wird man auch als Zuschauer in eine Situation versetzt, die eben das ermöglichen würde. Doch Lang hält am Ende fest dass auch das “unsere Kinder nicht wieder zurückbringt” und somit stellt sich weiterhin die Frage, ob Menschen über das Leben anderer Menschen richten dürfen und ob ein Todesurteil wirklich gerechtigkeit bringt oder ob es das Unglück nicht nur noch vergrößert.

Auf der anderen Seite ist der Film aber zugleich auch ein Film über die gesellschaftlichen Zustände der Weimarer Republik und nimmt viele der Bedrohungen durch die Nationalsozialisten vorweg. Die Ohnmacht und Unfähigkeit der staatlichen Institutionen wird durch das erfolglose Vorgehen der Polizei dargestellt, welchen die Ganoven gegenüberstehen, die das Recht in die eigene Hand nehmen und aus Unrecht kurzerhand einfach Recht machen, sinnbild für die kommende Naziherrschaft, die die normale rechtstaatlichkeit zu einer Farce gemacht und schließlich abgeschafft hat. Auch hier forderen die Ganoven die Polizei heraus, in dem sie ihre Arbeit machen mit dem Ziel für geordnete Verhältnisse zu sorgen. Auch der Chefankläger Schränker erinnert in vielen Details stark an Goebbels.
Ebenso kann man in der Brandmarkung Beckerts durch das M auf dem Rücken eine Parallee zum Judenstern sehen.

Wenn dies alles absicht war, hat Fritz Lang hier sehr viel Feingefühl für die Stimmung in der Gesellschaft zu seiner Zeit bewiesen und auch die Fähigkeit die Zeichen der Zeit richtig zu deuten und kommende Ereignisse vorweg zu nehmen. Somit hat er einen Film geschaffen, der auf zwei Ebenen funktioniert, sowohl auf der inhaltlichen, als auch auf der formalen, wobei beide Ebenen grundsätzlich andere Bedeutungen und Motivationen haben. Ein Film, der heute noch funktioniert, und der trotz seines Alters von bald 80 Jahren noch keinen Staub angesetzt hat. Für mich Fritz Langs wahres Meisterwerk.

Uncategorized Benjamin on 21 Sep 2007

Elephant (Gus Van Sant, USA 2003)

Elephant” ist ein Film der polarisiert.
Entstanden auf Grundlage der Ereignisse an der Columbine Highschool kam der Film in Deutschland kurz nach dem Schulmassaker von Erfurt. Er zeigt fast dokumentarisch den Alltag an einer amerikanischen High School.  Verschiedene einzelne Schüler werden gezeigt und von der Kamera begleitet. Viele Ereignisse bekommt man so aus anderen Perspektiven gezeigt. Die Schüler sind allesamt Laiendarsteller, die alle ihren eigenen Namen tragen. Das ganze mündet im Amoklauf zweier Schüler, die man vorher zu Hause beobachten darf.
Sie kucken Nazifilme, spielen Ballerspiele und bestellen Waffen übers Internet und da sie beide noch nie wen geküsst haben, mündet das ganze in einer kurzen homoerotischen Beziehung.

Ich finde den Film einfach nur unsäglich schlecht und überhaupt nicht mitreißend oder nachdenklich machend. Er ist am ehesten eine Unterstützung für Michael MooresBowling for Columbine” und ein Protestfilm gegen die Waffenpolitik der Amerikaner. Der Nutzen mancher Grundrechte ist manchmal nicht so offensichtlich. Aber das gehört mehr in eine Besprechung von Moores Film. Für “Elephant” kann ich eine meiner Lieblingsphrasen heranziehen: Der Film an sich wirft wenig Fragen auf und gibt noch weniger Antworten. Die beiden Amokläufer werden absolut klischeehaft dargestellt. Natürlich sind es wieder die Killerspiele und natürlich werden Nazifilme gekuckt. Die Frage nach sozialen Problemen und den wahren Ursachen für eine solche Tat wird gar nicht erst gestellt oder aufgeworfen, wobei sie doch das einzige gewesen wäre, was diesem Film Tiefe hätte geben können.

So sieht man aber nur vereinzelte Charaktere die meiste Zeit über von hinten und kann keine wirkliche Beziehung zu ihnen aufbauen. Klar, die Tat an sich ist schlimm, aber das wussten wir alle auch schon vorher und dieser Film sorgt nicht unbedingt dafür, dass ich ergriffener bin. Er rückt die Thematik an sich nochmal in den Vordergrund und sorgt vielleicht dafür, dass die Taten so schnell nicht vergessen werden, aber ansosnten kann ich Gus Van Sants Werk nicht wirklich viel abgewinnen. Für mich völlig am Thema vorbei und die handwerkliche Umsetzung ist zwar durchaus ungewöhnlich und interessant, kann den Inhalt aber nicht wirklich unterstützen.  Da empfehle ich jedem doch eher sich Bowling for Columbine anzukucken, Michael Moore wirft wenigstens zahlreiche Frage auf und gibt auch jede Menge antworten, wobei die Antworten zwar eher seine eigene Meinung sind, aber er führt dennoch dazu, dass man sich wirklich eine alternative Sichtweise über die Hintergründe der Tat erfährt, wenngleich auch mehr gesamtgesellschaftlich.

Action &Clive Owen &Monica Belucci Benjamin on 21 Sep 2007

Shoot ’Em Up (Michael Davis, USA 2007

Smith (Clive Owen) sitzt auf einer Bank in einem runtergekommenen Viertel und wartet auf den Bus als eine schwangere Frau an ihm vorbeirennt. Kurze Zeit später folgt ihr ein Mann mit einer Waffe. Etwas genervt, da er eigentlich nur seine Ruhe haben will, folgt Smith den beiden und muss, nachdem er den ersten Verfolger kaltgestellt hat, feststellen, dass noch mehr böse Jungs interesse an der zukünftigen Mutter haben und eine wilde Schießerei beginnt, während der die Mutter ihr Kind gebärt. So muss Smith während er schießenderweise die Bösewichter auf Distanz hält zusätzlich noch Geburtshilfe leisten und schließlich Mutter und Kind aus dem Kugelhagel retten. Auf der Flucht wird die Mutter jedoch erschossen, so dass Smith sich des Kindes annimmt.

Zusammen mit der Prostituierten DQ (Monica Bellucci) versucht er herauszufinden, warum man diesem kleinen, unschuldige, neugeborenen Kind nach dem Lebentrachtet und schwebt dabei selbst in akuter Lebensgefahr, da die von Hertz (Paul Giamatti) angeführten Gangster es ernst meinen.

Von Shoot ‘Em Up hab ich nicht wirklich viel erwartet, vieles deutete auf einen kleinen, unbedeutenden und mehr als schlechten Actionballerfilm hin. Um so überraschter war ich. Der Film nimmt seinen Titel wirklich sehr ernst und man fühlt sich wirklich diverse Male in einen PC 3D- Shooter versetzt. Dementsprechend hoch ist der Bodycount, 100 Leute segnen das zeitliche im Laufe des Films. Das aber auf sehr unterhaltsame Art und Weise, der Film strotzt nur so vor schwarzem Humor und man kann ihn fast schon als Actionkomödie bezeichnen. Die Charaktere und Schießereien sind so dermaßen unterhaltsam überzeichnet, dass ich nicht nachvollziehen kann, wieso einige Rezensenten von einer Gewaltverherrlichung sprechen. Sicher, geistreiche Unterhaltung, interessante Personenverflechtungen, Beziehungsgefüge oder Psychologisierungen sucht man hier vergeblich, aber wer das bei einem Film mit so einem Titel erwartet ist auch sicherlich im falschen Film.

Das dürfte auch der Grund sein, warum Clive Owen so eine gute Figur in diesem Film Noir britischer Prägung abgibt. Er wirkt in vielen auch ernsthafteren Filme auf mich von seiner ganzen Ausstrahlung her überzeichnet , was ihn natürlich für diesen Film perfekt macht. Ich habe mich, ebenso wie der gesamte Kinosaal, recht gut unterhalten gefühlt. Der Film ist gewißermaßen das fürs Actiongenre, was Ein (un)möglicher Härtefall damals für die Romanzen war.

Sarah Roemer &Shia Lebouf &Thriller Benjamin on 21 Sep 2007

Disturbia (D.J. Caruso, USA 2007)

Die Stilmittel sind altbekannt: Der Protagonist Kale (Shia Lebouf) ist auf Grund einer elektronischen Fußfessel bewegungsmäßig eingeschränkt und muss zu Hause verweilen. Dabei entdeckt er, dass die Nachbarschaft reichlich interessantes bietet. Am interessantesten erscheint zunächst die neue attraktive Nachbarin Ashley (Sarah Roemer), welche er heimlich von zu Hause aus beobachtet, aber auch die Nachbarnskinder die sich heimlich Nachts Softsexfilme ankucken, oder der Nachbar, der regelmäßig wenn seine Frau zum Tennisspielen geht die Haushälterin vernascht. Besondere Aufmerksamkeit erregt aber Mr. Turner (David Morse), den er verdächtig, ein gesuchter Serienmörder zu sein, der mit Vorliebe junge rothaarige Frauen zu seinen Opfern zählt. Je mehr er in seine Privatssphäre eindringt, desto mehr verstärkt sich sein Wunschdenken, dass Mr. Turner wirklich der gesuchte Mörder sei.

Wer sich ein wenig mit Filmen auskennt wird die deutlichen Parallelen zu Hitchcocks “Das Fenster zum Hof” erkannt haben. Und man muss Caruso zugestehen, dass der Transfer von Hitchcocks Meisterwerk in die Gegenwart durchaus geglückt ist. Allerdings hat Caruso einen Genremix daraus gebastelt, der mal Komödie, mal Romanze, in erster Linie aber ein Psychothriller ist, der es schafft regelmäßig Spannung zu erzeugen, nur um die Ängste Kales dann als völlig unbegründet erscheinen zu lassen. Die Hauptdarsteller machen dabei ihre Sache erstaunlich gut, Shia Lebouf schafft es den schüchternen, vom Tot seines Vaters sehr mitgenommenen Vorstandjungen zu bringen, ohne ihn dabei übertrieben in irgend Klischee verfallen zu lassen. Auch Sarah Roemer macht ihre Sache als junge, attraktive Schönheit, die durchaus gerissen und keck ist, sehr gut. Auch wenn ich sie gerne noch in mehr solcher Rollen sehen würde, sollte sie aufpassen, dass sie nicht in naher Zukunft auf solche Rollen festgelegt wird und nur die Schöne an der Seite eines starken Mannes spielt, um dann irgendwann wenn neue junge attraktive Schauspielerinnen nachrücken. Im Vergleich zu seinen jungen Kollegen bleibt David Morse ein wenig blass. Obwohl er im Finale durchaus schaurig und bedrohlich wirkt, fehlt ihm über die gesamte Laufzeit die nötige Leinwandpräsenz um wirklich zu überzeugen.

Auch wenn der Film es nicht schafft, ein ähnliches Meisterwerk von “Das Fenster zum Hof” zu werden, ist er doch auf jeden Fall eine der besseren Produktionen des laufenden Kinojahres. Und das, wobei ich anfangs durchaus skeptisch war, da ich nach dem Trailer eher mit einem langweiligen 0815 Teeniepseudopsychoschocker gerechnet habe. Sein Eintrittsgeld ist er absolut wert, zumal man nur im Kino voll und ganz in seine Atmosphäre eintauchen kann. Zu Hause kuckt man einfach nur einen Film, im Kino erlebt man ihn. Wer also am Wochenende noch nichts vor hat, der macht mit einem Kinobesuch sicher nichts falsch, wenn der Film der Wahl Disturbia heißt. Daumen hoch

Uncategorized Benjamin on 20 Sep 2007

Blutgericht in Texas (Tobe Hooper, USA 1974)

Auch bekannt als “Das Texas Kettensägen Massaker”. Ein weiterer Klassiker, in einer nahezu endlos erscheinenden Reihe von Klassikern, der mir bisher entgegangen ist. Und das obwohl die DVD schon längere Zeit bei mir im Schrank steht.

Der Film ist mit äußerst einfachsten Mitteln gedreht, das Budget betrug auch gerade mal knapp über 80.000 US$, der dennoch zu einem Meilenstein der Filmgeschichte wurde. Und in der Tat wirkt der Horrorschocker von 1974 über eine Gruppe von fünf Teenagern, die in die Hände einer Schlachterfamilie geraten, wie der Prototyp aller bis heute folgenden Gruselschocker. Dabei ist der Film nicht einmal besonders blutig und die meisten Horrorszenen dauern nur wenige Sekunden, bestechen aber dennoch durch eine besondere Perversität, die dazu führte, dass der Film über 10 Jahre lang in Deutschland verboten war. Auch wenn der Film nur B-Movie-Niveau hat, besticht er durch eine Atmosphäre, die es schafft, dass man in den Film eintauchen kann. Expemlarisch dafür ist die anfängliche Szene mit dem Anhalter im Bus, die wohl die dichteste Atmosphäre hatte, die ich seit langem in einem Horrorfilm wahrgenommen habe. Der Film wirft wenig Fragen auf, gibt noch weniger Antworten, und ist dennoch ein Klassiker, der auch heute noch funktioniert. Manchmal tun solche alten Klassiker doch recht gut, die zeigen, dass es nicht immer die technische Perfektion heutiger Produktionen braucht, um einen stimmigen Film zu schaffen.

Fantasy &Frankreich &Überfilm Benjamin on 20 Sep 2007

Die Fabelhafte Welt der Amélie (Jean-Pierre Jeunet, Frankreich/Deutschland 2001)

Gar nicht auszudenken was passiert wäre, wenn Emily Watson nicht auf Grund von Terminschwierigkeiten die Rolle der Amelie hätte ablehnen müssen. Gerade Audrey Tautous junges, unverbrauchtes Gesicht ist ein essentieller Bestandteil all der kleinen Details, die diesen Film zu etwas ganz besonderem machen.

Einen Film wie Amelie hat es vorher nicht gegeben, und wird es wohl auch nicht wieder geben. Ein Ausnahmefilm, wie er nur alle paar Jahre mal gedreht wird. Dabei zeichnet ihn aus, dass er keine normale Geschichte besitzt, kein Ziel auf dass er zusteuert. Wir sind einfach Teil in Amelie Poulains eigener Welt und dürfen ein wenig an ihr Teilhaben. Der Film ist gewissermaßen ein Märchen für Erwachsene, eine Ode auf das Leben an sich und einfach ein heller Sonnenschein, der jeden trüben Tag erhellen kann. Ein Film, der seinen Fokus auf kleine Details legt, alltägliche Dinge, die unser Leben erst lebenswert machen, erzählt vor dem Hintergrund des farblich kräftig übersteuerten Paris’. Man könnte so unendlich viel zu diesem Film schreiben und vielleicht wäre er sogar für eine detailierte Filmanalyse geschaffen, aber manche Filme brauch man gar nicht bis ins Detail zu entschlüsseln und zu analysieren. Manche Filme sollte man einfach nur auf sich wirken lassen. Die Fabelhafte Welt der Amelie ist so ein Film. Wer ihn bisher nicht gesehen hat, dem ist etwas entgangen. Eine Geschichte über das Leben, keine Gewalt, kein Kitsch, keine USA – Wundervoll.

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