Kate Winselt &Kevin Spacey &Todesstrafe Benjamin on 01 Okt 2007 03:40 am
Das Leben des David Gale (Alan Parker, USA 2002)
Ein spannungsgeladener Film zum Thema Todesstrafe, irgendwo zwischen Drama und Krimi angesiedelt, mit einem hervorragenden Kevin Spacey in der Hauptrolle.
Der Film prangert sowohl die Todesstrafe an sich, als auch den öffentlichen Umgang mit Straftätern an. Spacey spielt den Professor David Gale, der von einer ehemaligen Studentin nach einem One Night Stand wegen Vergewaltigung angezeigt wurde. Obwohl sie die Anzeige zurückgezogen hat, ist Gales öffentliches Leben ruiniert, er verliert seinen Job, findet keine neue Anstellung und seine Frau verlässt ihn mitsamt dem Kind. Er verfällt mehr und mehr dem Alkohol, dem er schon immer anhing, und auch bei Death Watch, einer Organisation die gegen die Todesstrafe protestiert, wird er gefeuert. Als dann seine ehemalige Death Watch Kollegin tot und offensichtlich von ihr vergewaltigt gefunden wird, wird einer der aktivsten Todesstrafen-Protestler der USA selbst zum Tode verurteilt. Gegen die Zahlung einer halben Million Dollar gestattet er einer Journalistin, gespielt von Kate Winslet, vier Tagevor seinem Tod ihn zu interviewen. Er erzählt ihr seine Geschichte, worauf Winselt beginnt nachforschungen anzustellen, die sie zu einer grausamen Entdeckung führen.
Menschen, die die Gabe haben Filme zu durchschauen dürften sich das Ende zumindest Ansatzweise sehr schnell zusammenreimen können, wobie ich von den meisten gehört habe, dass sie trotzdem recht baff waren. Alle anderen dürfte das Ende ziemlich von den Socken hauen. Man darf dann nur nicht der Versuchung erliegen, das Ende falsch zu deuten. Klar, zum einen hat es die Funktion uns als Zuschauer aufzuklären, was wirklich hinter der ganzen Geschichte stand, aber in erster Linie diente es auch dazu Winselts Charakter aufzuzeigen, dass sie ihn unmöglich hätte retten können, und soll sie in erster Linie vor Schuldzuweisungen an sich selbst bewahren. Obwohl ich bei dieser zweiten Sichtung das Ende schon kannte, konnte der Film trotzdem bestens unterhalten. Auffallend ist, dass Spaceys Charakter deutlich im Vordergrund steht, was ja eigentlich der Name des Films schon besagt, aber Winslet ist ja im Grunde der weibliche Hauptdarsteller des Films, sie bleibt aber einfach ein blasser Stereotyp der einfach eine Funktion zu erfüllen. Mit einer schlechten, mit Tränen gefüllte Szene kann Parker dass auch nicht ändern. Ein paar Kritikpunkte bleiben, die aber zu viel verraten würden, daher darf sich einfach jeder selbst ein Urteil bilden.
Das Leben des David Gale ist letztlich dass, als was ich ihn im ersten Satz beschrieben habe: Ein relativ aktueller Film zum Thema Todesstrafe, der die klare Antitodesstrafenbotschaft, aber sie mal auf eine etwas intelligente Art mit einem knackigen Plot rüberbringt.
Wenn angeblich über 60% der Amerikaner die Todesstrafe gut heißen, dann frage ich mich ernstlich, warum es dann keine bekannten Pro-Todesstrafe-Filme gibt. Wenn sie doch etwas so gutes ist, dann müsste es doch ein leichtes sein, einen guten Film zu machen, der zeigt, dass sie ihren Sinn hat, ihren Zweck erfüllt, und damit vollkommen zu recht besteht. Wenn es solche Bemühungen gegeben hat, sind sie vermutlich daran gescheitert, dass jeder Film der sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt immer eher eine Aussage gegen die Todesstrafe werden wird…
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