Jennifer Lopez &Oliver Stone &Sean Penn Benjamin on 02 Okt 2007 03:25 am

U-Turn – Kein Weg zurück (Oliver Stone, USA 1997)

Gewissermaßen ein Roadmovie, wobei der Roadtrip bereits nach kurzer Zeit unfreiwillig endet. Sean Penn spielt einen Kleinganoven, der auf dem Weg zu einem Gangsterboss ist, um seine Schulden von 13.000$ zu bezahlen. Die Schulden haben ihn schon zwei Finger gekostet, so dass er durchaus gewillt ist, dass Geld schnell zurückzuzahlen.
Doch in dem Kaff Supererior geht ein Motorschlauch kaputt, so dass er unfreiwillig einen Stopp einlegen muss und sein Auto bei einem nicht zu erkennenden Billy Bob Thornton reparieren muss (ich hab ihn wirklich nicht erkennt, er hat extra für die Rolle 20kg zugenommen, ständig schmiere im Gesicht, trägt ein Cape und eine dicke, fette Brille).

Der Laden in dem er sich während er wartet mit einer Limo versorgen will wird überfallen, so dass er sein Geld verliert und nicht einmal die Reperatur seines Autos bezahlen kann, geschweige denn seine noch ausstehenden Schulden. Somit sitzt er vorläufig in dem Kaff fest und begegnet der femme fatale des Films gespielt von Jennifer Lopez in einem sehr heißen, viel zu kurzen, roten Kleid die eine sehr komplizierte Beziehung zu Nick Nolte unterhält, der die beiden fummelnderweise überascht. Nolte ist stinksauer auf Penn, bittet ihn aber während einer Autofahrt seine Frau umzubringen. Er erliegt aber ihrer Schönheit und kann sich im entscheidenden Moment nicht dazu durchringen, die Tat auszuführen und so beschließen die beiden Nolte umzubringen, da sie in seinem Tresor auch noch größere Bestände von Geld vermuten. Es kommt im Laufe der Geschichte immer wieder zu überaschenden Wenden bei der Einstellung der Charaktere und ihrer Beziehungen untereinander.

Der deutsche Zusatztitel ist zwar wieder überflüssig, aber diesmal ausnahmsweise recht sinnig. Penn will eigentlich nur weg aus dem Kaff und seine Schulden bezahlen. Es liegt ihm absolut fern, einen der zahlreichen angedachten Mordkomplotte tatsächlich durchzuführen, er will einfach nur in Ruhe gelassen werden und vielleicht Lopez flachlegen. Aber irgendwann muss er erkennen, dass es keinen anderen Ausweg gibt, als sich auf eine der zahlreichen Verstrickungen einzulassen. Aber im Grunde ist er schon ein armer Kerl, ständig bekommt er auf’s Maul und das Schicksal lässt ihn bis zum Schluss immer wieder im Stich.

Gerade am Anfang ist der Film etwas hektisch und seltsam mit ständigen Reisschwenks ins Nirgendwo beinahe nervig, aber wenn man sich erstmal darauf eingestellt hat, bekommt man doch einen recht netten Film, der aber irgendwie komplett von den bisherigen Stonefilmen abweicht, die doch größtenteils sehr politisch und mit ernstem Hintergrund waren. Sogar bei Natural Born Killers gab es doch ein recht politisches Statement, wenn gleich es in erster Linie eine Medien- und Sensationslustkritik war. Das fehlt mir persönlich etwas bei U-Turn bzw. passt es nicht zum restlichen Gesamtwerk von Stone hier einen im Grunde recht trivialen Film abzuliefern.

Sehr nett ist übrigens die erste Szene mit Joaquin Phoenix, in der Ring of Fire im Hintergrund läuft. Fast 10 Jahre später spielt Phoenix in Walk The Line Johnny Cash :-)

Trackback This Post | Subscribe to the comments through RSS Feed

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

kostenloser Counter

kostenloser Counter