David Lynch &Laura Dern Benjamin on 03 Okt 2007 09:13 pm
Inland Empire – Eine Frau in Schwierigkeiten (David Lynch, Frankreich/Polen/USA 2007)
Manchmal fragt man sich echt, was Lynch von seinem Publikum mit seinen Filmen eigentlich will. Seine Werke sind immer ganz eigene Welten in einem eigenen Universum, dem man ganz klar verschiedene Einflüsse zuordnen kann, Lynch hat aber einen eigenen Stil kreiert und treibt ihn immer weiter auf die Spitze. Konnte man Mulholland Drive noch als Meisterwerk bezeichnen, so ist dies bei Inland Empire nicht mehr möglich. Zu sehr verliert sich Lynch in seinen eigenen Spielereien und in seiner eigenen Welt, in die ihm niemand folgen kann. Auch hier verschmelzen ständig Welten und Realitäten miteinander, uns wird eine Laura Dern gezeigt, die hier zum, für mich, ersten Male zeigen kann, was für eine gute und wandlungsfähige Schauspielerin sie ist. Sie ist auf der Suche nach ihrer eigenen Realität und wird von Lynch mit ihren eigenen Ängsten und Abgründen konfrontiert. Dabei weiß weder sie, noch der Zuschauer, was nun eigentlich Realität und was Fiktion ist. Trotz einer ähnlichen Inszenierung wie bei Mulholland Drive fehlt dem Film für mich vollkommen die Intensität und Atmosphäre von MD. Der Film ist auch einfach viel zu lang. Drei Stunden lang ergießt sich Lynch in seinen Visionen und teilt sie mit dem Zuschauer. Es bleibt abzuwarten, ob Lynch die eingeschlagene Richtung beibehält und sein nächster Film selbst für die hartgesottensten der Lynchfans zu viel wird, oder ob er hier eine aus Lost Highway, Mulholland Drive und Inland Empire bestehende Trilogie abgeschlossen hat und uns mit seinem nächten Werk etwas aus einer ganz neuen Richtung präsentiert.
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