Uncategorized Benjamin on 03 Okt 2007 05:29 pm
Killergrippe 2008 (Bärbel Jacks, Richard Ladkani, Deutschland 2007)
Pandemien, also Epidemien die sich um die ganze Welt ausbreiten, gab es in der Vergangenheit immer wieder, von den Pocken im römischen Reich, über die Pest im Mittelalter, bis hin zu zur spanischen, asiatischen und Hongkonggrippe im letzten Jahrhundert. Allein die drei Pandemien im letzten Jahrhundert forderten ca. 50.000.000 Todesopfer und eine solche Pandemie kann jederzeit wieder auftreten. Gerade in der heutigen Zeit des Massentourismus und der Welt als globalem Dorf, wo jeder Punkt mittels Flugzeug binnen weniger Stunden erreichbar ist, kann man davon ausgehen, dass sich eine solche Pandemie deutlich schneller verbreitet und deutlich weniger kontrollierbar ist, als es noch vor fünzig Jahren der Fall war.
Der TV-Film Killergrippe 2008 zeigt welche Auswirkungen ein mutierter H5N1-Virus in Deutschland haben könnte. H5N1 ist der Fachbegriff für die Vogelgrippe, die vor fast zwei Jahren um die Welt ging und auch Deutschland erreicht hat. Sie konnte vom Tier auf den Menschen, aber nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Dieser fiktive mutierte H5N1 Virus jedoch, der zuerst in Hanoy in Vietnam auftritt, kann direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden, zerstört das Immunsystem und verläuft in 10 – 25% aller Fälle tödlich. Der Film ist angelegt als eine Reportage aus dem Jahr 2010, die rückblickend auf die Ereignisse in Deutschland schaut und die Geschichte anhand einiger Einzelschicksale erzählt.
Dabei entsteht wirklich eine klaustrophobische Stimmung, da das ganze so zwar noch fiktiv ist, aber durchaus eine Fiktion ist, die schon morgen Wirklichkeit werden kann und die Geschichte wird halt direkt von unserer Haustür erzählt und man fragt sich, wie man sich selbst wohl in einer solchen Situation verhalten würde. Ich denke ich würde mich beim ersten bekanntwerden einer solchen Pandemie sofort mit Konserven eindecken und das Haus nicht mehr verlassen. In einer solchen Situation kann man sich durchaus freuen, wenn man auf dem Land wohnt. Wobei der Film die Situation für meinen Geschmack noch zu harmlos darstellt, da es ein Medikament gibt, dass einen vor dem Tod bewahrt, wenn man es innerhalb von 48 Stunden nach Ansteckung einnimmt. Antivirale Medikamente gibt es zwar, aber sie spezifisch gegen so einen mutierten H5N1-Virus helfen würde, ist für mich zumindest fraglich. Sechs Monate dauert es im Film, bis ein Impfstoff hergestellt wird, in der Realität kann man nur hoffen, dass es wirklich so schnell geht. Zumal nach 6 Monaten im Film nahezu die Hälfte der deutschen Bevölkerung infiziert ist und eine Impfung nur hilft, solange man noch nicht erkrankt ist. Der Film selbst wirkte auf mich zunächst nur wie ein normales billiges Fernsehfilmchen, aber im Nachhinein schlägt der Film für mich durch seine realistische Story und nahezu dokumentarische Umsetzung ähnliche Hollywoodfilme wie z.B. Outbreak, da er einfach überaus realistisch wirkt. Ich hoffe wirklich, dass die Welt zumindest die nächsten 60 Jaher von einer neuerlichen Pandemie verschont bleibt, aber diese Hoffnung ist zutiefst unrealistisch…
Leave a Reply
You must be logged in to post a comment.