Uncategorized Benjamin on 04 Okt 2007 01:57 am
Beim Sterben ist jeder der Erste (John Boorman, USA 1972)
Ein klasse Film den man wohl zurecht als zeitlosen Klassiker und kleines Meisterwerk bezeichnen kann. Vier Männer, Ed, Lewis, Bobby und Drew, machen sich auf zu einer Kanutour auf dem Chattooga River in Georgia. Einer typischer Männertrip, ohne Familie, der Mann gegen die Natur. Lewis ist gewissermaßen das Alphamännchen der Gruppe, der testosterongesteuerte Anführer, der die Natur zu kennen glaubt und ganz automatisch die Führung übernimmt. Die Fahrt beginnt ganz idyllisch, bald sind die ersten Stromschnellen und damit der erste Adrenalinschub uberwunden, die Männer sind voll in ihrem Element. Doch schon bald geschieht etwas unvorhergesehenes. WährendBobby und Ed Rast machen werden sie von zwei bewaffneten Hinterwäldlern aufgegabelt. Bobby wird vergewaltigt und kurz bevor Ed zum Oralsex gezwungen werden kann, trifft Lewis ein und erschießt mit seinem Sportbogen einen der Vergewaltiger, der andere kann fliehen.
Die Männer sind sich uneins, wie sie weiter vorgehen sollen. Die Leiche mitnehmen und dem Sheriff erzählen was passiert ist, und somit risikieren dass ihnen die Geschichte ewig anhängt und sie vielleicht sogar verurteilt werden. Oder die Leiche im Fluss versenken und das ganze vertuschen. Da das Gebiet in einigen Wochen zu einem Stausee umgewandelt werden soll, würde keine ernsthafte Gefahr bestehen, dass das ganze auffliegt. Drew spricht sich energisch dafür aus, dass ganze zu melden, während Lewis mit der ganze Sache nichts weiter zu tun haben möchte. Sie stimmen ab, und entscheiden sich, dass ganze zu vertuschen und ihre Reise fortzusetzen. Doch der weitere Verlauf entpuppt sich als Horrortrip, zwischen den Abgründen des eigenen Gewissens und der ständigen Gefahr, dass der zweite Hinterwäldler ihnen irgendwo auflauert …
Es ist wirklich ein klasse Film, der atmosphärisch sehr dicht ist, und einige ziemlich krasse Charakterwandlungen zeigt. Burt Reynolds karikatiert sich hier gewissermaßen selbst, wenn er sich vom Alphamännchen zum frommen, ängstlichen Lämmchen wandelt, und auch Eds Rolle wandelt sich im Film, von zurückhaltenden, ängstlichen Typen wird er zum Führer, der seine Aufgaben nur widerwillig annimmt, und der bei seiner Wandlung mehr verliert als er gewinnt.
Der Film schafft es eben nicht nur ein Männertrip zu sein, vielmehr wird er oft als sehr verstörend und traumatös bezeichnet. Die Männer machen im Verlauf ihrer Reise eine Wandlung durch, die zeigt, dass ihnen das Töten trotz ihrer Machosprüche sehr nahe geht, und dass ihnen in der Fremde und der Isolation der Arsch ganz schön auf Grundeis geht. Ein Film, wie es ihn vorher noch nicht gab, und wie es ihn hinterher auch nicht mehr gegeben hat, außer vielleicht in schlechten Nachahmungen, aber ansosnten ist er doch ein einzigartiges Werk, was ihn zu etwas besonderen macht. Sollte man auf jeden Fall gesehen haben.
Der Film wurde übrigens, um Kosten zu sparen, ohne Versicherung gedreht, und die Stars haben alle ihre Stunts selbst gedreht. Wohl ein Grund warum einer der vier am Anfang des Films sagt, dass er noch nie versichert gewesen sei und nicht an Versicherungen glaube. Im Jahr nach der Veröffentlichung des Films sind 33 Menschen ertrunken, als sie versucht haben, die im Film verfolgte Route nachzureisen.
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