Uncategorized Benjamin on 07 Okt 2007 03:29 am

Wer klopft da an meine Tür? (Martin Scorsese, USA 1967)

Erstlingswerk des damaligen Filmstudenten Martin Scorsese. Dementsprechend gab es ständige Finanzierungsschwierigkeiten, die dafür sorgten, dass der Dreh insgesamt drei Jahre dauerte. Haupdarsteller Harvey Keitel war damals auch noch Hauptberuflich Gerichtsschreiber. Die Handlung des Films ist recht simpel. Ein streng gläubiger Katholik (Keitel) verliebt sich in eine sexuell erfahrene junge Frau. Irgendwann beschließt er sie zu heiraten, doch dann erzählt sie ihm, dass sie früher einmal vergewaltigt wurde. Keitel hat besonders auf Grund seiner religiösen Prägung Probleme mit dieser Vorgeschichte und erschweren ihm sein Vorhaben sie zu heiraten.

Angesiedelt ist die Geschichte im italienischen Viertel New Yorks, ein frühes Markenzeichen von Scorsesefilmen, ebenso wie die religiösen Motive, die zur Gestaltung der Charaktere beitragen. Hier verarbeitet Scorsese wohl autobiographisches. Im Nachhinein betrachtet nimmt der Film schon viel von Scorseses späteren Werken in Ansätzen vorweg, aber dass der junge Mann einmal Filme wie Taxi Driver oder Raging Bull hervorbringt, ist noch nicht wirklich absehbar. Actionsequenzen gibt es eigentlich gar keine, in dem Film wird sehr viel geredet. Und dennoch hat er seine stärksten Momente, wenn kein Wort gesprochen wird und Scorsese uns einfach nur die Personen bei ihrem Handeln zeigt, kombiniert mit zeitgenössischer Musik, dynamischen Kamerafahrten und schnittreichen, aber auch schnittlosen Sequenzen. In diesen Momenten ist man den Personen sehr viel näher, als wenn sie einem mit Worten ihr Innerstes offenbaren. Kein wirklich herausragender Film, von einem Meisterwerk meilenweit entfernt und wohl nur für Film- und Scorsesefans wirklich wertvoll. Aber dennoch ist es interessant, dieses Frühwerk des späteren Altmeisters einmal gesehen zu haben.

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