Uncategorized Benjamin on 10 Okt 2007 01:42 am

Planet Terror (Robert Rodriguez, USA 2007)

Mit Planet Terror hat Robert Rodriguez wohl den imposantesten Zombiefilm des Jahrzehnts geschaffen. Der Film ist ein bunter Genre Mix vom Actionfilm über den Film Noir, Erotic,  schwarze Komödie, Martial Arts und mündet schließlich in einem nicht zur ruhe kommenden Zombiefilm.
Die Goreeffekte sind so überaus gelungen, dass einem teilweise schon schlecht werden kann, sowas hab ich selten in einem Film gesehen. Quentin Tarantino ist mal wieder einer sehr passenden kurzen Rolle mit einem starken Abgang zu sehen. Rose McGowan Auftritt mit dem Maschinengewehr als Holzbeinersatz kommt zwar recht spät, dafür aber gewaltig.

Die sozialkritischen und gesellschaftsbezogenen Untertöne, die die starken Horrorfilme vergangener Jahre vom Romero, Carpenter und Salkow deutlich hatte, fehlen hier vollkommen bzw. man muss schon wirklich suchen und gut interpretieren können, um sie zu finden. Das ist ein wenig schade, denn wenn der Film hier auch noch eine Botschaft transportiert hätte dann wäre er wahrlich ein Meisterwerk.

So ist es in erster Linie eine Zombietrashkomödie, aber das auf hohem Niveau.  Selten sind 102 Minuten so schnell vergangen wie mit Planet Terror, selten dieses Jahr im Kino hat man sich so gut unterhalten gefühlt.  Schon der Faketrailer zu Machete vor dem Film hat einen gut eingestimmt. Es bleibt zu hoffen, dass Rodriguez den Film wirklich umsetzt. Schade, dass die anderen Fake-Trailer wie z.B. zu Werwolwomen of the SS nicht gezeigt wurden, aber die kann man sich bei Youtube & Co ansehen. Und dass Rodrigues seine International Pictures Firma mit einem R.I.P. Logo aussstattet ist auch sehr passend für einen Horrorfilmregisseur :-) Das schöne bei dem Film ist auch, dass man sich nie sicher sein kann wer jetzt in der nächsten Szene stirbt und eine Gewissheit, dass ein lieb gewonnener Charakter auch bis zum Ende überlebt ist nicht gegeben, zahlreiche Hauptcharaktere sterben, auch ganz zum Schluss noch. Manche Szene wie die mit den abgeschnittenen, in einem Glas aufbewahrten Hoden u.ä. sind sicherlich manchmal jenseits der Grenze des guten Geschmacks, aber das macht der Film mit seinen zahlreichen schwarzhumorigen Szenen wieder wett. Für Actionfans defintiv zu empfehlen und für Zombiefans dürfte an diesem Streifen kein Weg vorbei führen. Ich wollte ihn erst nicht kucken, da mich Tarantinos Streifen doch schon etwas enttäuscht hat, aber ich bin auf jeden Fall froh, ihn doch im Kino gesehen zu haben. Man muss zwar festhalten, dass Tarantinos Film mehr den Anspruch hatte, ein Kunstwerk zu sein, als der von Rodriguez, aber mir persönlich hat Rodriguez Beitrag zu diesem Grindhousedouble deutlich besser gefallen als der von Tarantino, auch wenn der Zuschauer über seine 113 Minuten wirklich rein gar nichts abverlangt und die Story hier eigentlich nur dazu dient, die zahlreichen Action- und Splatterszenen miteinander zu verknüpfen.
Daumen hoch Mr. Rodriguez, dass war bisher der beste von mir gesehene Film von ihnen.

Trackback This Post | Subscribe to the comments through RSS Feed

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

kostenloser Counter

kostenloser Counter