Monthly Archive for "November 2007"



Uncategorized Benjamin on 20 Nov 2007

Free Rainer (, Deutschland 2007)

Das Thema des Films ist schon faszinierend. Moritz Bleibtreu spielt einen Fernsehproduzenten, der in der Vergangenheit mit dubiosen Reportagen Menschen ins Unglück gestürzt hat, so auch einen alten Sporttrainer, der sich nach einem fiktiven Dopingskandal erhängt hat. Seitdem hegt seine Nichte Hassgefühle gegen Bleibtreu. Nachdem sie versucht hat, ihn umzubringen, beginnt er aufzuwachen und ihm wird klar, dass er an der Volksverdummung beteiligt ist und versucht etwas zu ändern. Nachdem seine eher intellektueller angelegten Sendungen floppen und er sich weigert, andere Sendungen zu machen, schmeißt er hin.

Fortan beschäftigt ihn die Frage wie sich die Quoten überhaupt ergeben. Schließlich arbeitet er schon seit Jahren beim Fernsehen, aber kennt nicht mal jemanden der jemanden kennt der gehört hat dass er jemanden kennt dass er eine Quotenbox zu Hause stehen hat. Nachdem er ein Gerät geklaut hat und an eine Adressliste der Firma gelangt ist, die die Quoten ermittelt überprüft er die Boxen und muss leider feststellen, dass das Ermittlungsverfahren technisch einwandfrei ist und funktioniert, auch wenn ein einziger Haushalt stellvertretend für 15.000 andere ist.

So beschließen er und sein Team, die Leitungen anzuzapfen und so fortan die Quoten zu beeinflussen, um dem Trashfernsehen den Garaus zu machen und Qualitätsfernsehen zu etabliieren. Die Manipulation hat erfolg und die Sender reagieren. Umfragen in der Bevölkerung zeigen, dass die Mehrheit das neue Fernsehprogramm zu schätzen weiß und froh ist, nicht mehr mit dem Müll der Vergangenheit konfrontiert zu werden. Das Volk der Dichter und Denker erwacht wieder. Doch irgendwann muss die ganze Sachen auffliegen. Doch wie vorher schon dargestellt wurde, ist Fernsehen vor allem eine Sache der Gewöhnung und somit halten sich die guten Quoten der guten Sendungen auch ohne Manipulation.

Sicherlich ist die Geschichte einerseits faszinierend. Der Film ist eine bissige Mediensatire und klagt gleichzeitig auch ein wenig die Gesellschaft an. Gerade in der heutigen Medienlandschaft wirkt so eine Vision wirklich utopisch, wo die Spirale der Fernsehqualität doch weiterhin stark nach unten zeigt. Andererseits ist Bleitreu im Grunde das, was er den Fernsehproduzenten vorwirft: ein Faschist. Er ganz allein bzw. sein Team das aus einer handvoll Leute besteht, entscheiden, was 80 Mio. kucken müssen. Gewissermaßen auch eine Diktatur von oben und keine Revolution von oben. Aber seis drum. Am Anfang kommt der Film nur schwer in Fahrt und hält sich oft zu lange mit Nebensächlichkeiten auf, bzw. manche Szenen und Einstellungen dauern einfach viel zu lang, da wäre ein Schnitt fünf Sekunden früher auch schon mal angebracht. In der zweiten Hälfte gewinnt der Film dann kräftig an Fahrt und gewinnt deutlich an Qualität. Doch leider verhindert die Schwache erste Hälfte, dass der Film wirklich ein ganz großer wird. Bleibtreus Drogensucht und Exzentrismus am Anfang sind vollkommen überzogen und die Szenen im Krankenhaus viel zu lang, die Wandlung kommt irgendwie viel zu plötzlich.  Auch der Zusammenbruch des Teams ist irgendwie da weil er da sein muss, wirkt aber absolut konstruiert und unmotiviert.  Aber trotz dieser Schwächen bleibt Free Rainer ein absolut sehenswerter Film mit überzeugenden Schauspielern, auch wenn er ziemlich vorhersehbar ist. Die Darstellerin von Pegah hat ziemliche Ähnlichkeit mit Natalie Portman meiner Meinung nach.

Man kann viel schreiben zu dem Film. Zu seinen guten Aspekten und zu dem was eher mißlungen ist. Man kann ihn aber auch einfach selbst sehen, und sich danach fragen stellen.

Uncategorized Benjamin on 16 Nov 2007

Auf der anderen Seite (Fatih Akin, Deutschland / Türkei 2007)

Klasse Film, deutlich stärker als Gegen die Wand.  Für einen Oscar wirds diesmal allerdings nicht für Deutschland reichen, dafür ist der Film einfach zu deutsch-türkisch und dürfte im Ausland nicht die gleiche Wirkung erzielen, wie hierzulande, außer vielleicht in der Türkei. Der Film bietet auf jeden Fall sehr tiefgehende Charaktere, eine überaus bewegende Story und trotzt ihrer Unbekanntheit tolle Darsteller. Dürfte auf jeden Fall bei den deutschen Filmpreisen nächstes Jahr abräumen.

Sehr schön gefallen haben übrigens die vielen tollen Kamerafahrten. Manchmal sehr offensichtlich toll, manchmal unterstützten sie sehr subtil das Geschehen, etwa in der Szene in der die Tochter mit ihrer Mutter telefoniert. Nahezu unbemerkt entfernt sich die Kamera langsam vom Geschehen und steht somit sinnbildlich für die Entfremdung der beiden, die in dieser Szene stattfindet. Oder die Kamerfahrt der beiden parallelfahrenden Autos auf der Straße, die fand ich persönlich am beeindruckensten. Der gute Akin macht sich, ich bin schon mal sehr auf den letzten Teil seiner deutsch-türkischen Trilogie gespannt.

Uncategorized Benjamin on 16 Nov 2007

Von Löwen und Lämmern (Robert Redford, USA 2007)

Seitdem die Uni wieder losgegangen ist, habe ich irgendwie keine Zeit und keine Motivation für längere Rezensionen. Schade eigentlich, wo doch momentan recht viele Filme laufen, und demnächst anlaufen werden, die auf jeden Fall längere Besprechungen verdient hätte.

Von Löwen und Lämmern hat meine Erwartungen an ihn deutlich übertroffen. Der Film behandelt das Thema des amerikanischen Kampfes gegen den Terrorismus und betrachtet ihn auf gesamtgesellschaftlicher Ebene, Medien, Politiker, Akademiker, Minderheiten, die Jugend, die Älteren, die Priveligierten, die Armen, sie alle werden in den drei bis vier in Echtzeit parallel erzählten Geschichten unter die Lupe genommen. Dementsprechend verlangt der Film dem Zuschauer relativ viel ab, und zwar in erster Linie einges an Hintergrundwissen über den amerikanischen Antiterrorkampf, aber auch über das gesellschaftliche und politische System Amerikas. Ohne dieses Hintergrundwissen, wird man den Film nicht wirklich viel abgewinnen können. Mir selbst ist sicher auch nicht jeder Bezug klar geworden, aber ich denke mal genug, auf jeden Fall hat mir der Film doch recht gut gefallen.

Tom Cruise, Meryl Streep, Robert Redford, aber auch die anderen Darsteller liefer alle sehr überzeugende und gute Darstellungen ab, wobei mir der Charakter von Robert Redford nicht so wirklich zugesagt hat. Der Film besteht im Grunde nur aus Dialogen und Gesprächen, ein wenig Action bietet lediglich die Geschichte der beiden US-Soldaten in Afghanistan. Das stört (mich) aber nicht wirklich. Vier Jahre nach kriegsausbruch ein überaus kritischer Film, der fast schon wie ein wenig Realsatire wirkt, am ehesten aber eine Reflektion über Amerika mit seinen vielen unterschiedlichen Facetten zum Thema Antiterrorkampf ist.

Uncategorized Benjamin on 11 Nov 2007

Sky Captain and the World of Tomorrow (Kerry Conran, USA/Großbritannien/Italien 2004)

klasse film. viel besser als ich erwartet hatte. der look, der style, das feeling, einfach grandios. man hat die ganze zeit das gefühl einen film aus den 40er jahren zu sehen der heute gedreht wurde. ein klassicher abenteuerfilm in einer parallelen welt in den 30er jahren angesiedelt. der film ist voll von anspielungen auf zahlreiche andere filme, allein die imdb trivia seite ist drei bildschirmseiten lang … auf jeden fall ein toller film, der mich mehr als positiv überrascht hat.

Uncategorized Benjamin on 11 Nov 2007

Final Fantasy – Die Mächte in Dir (Hironobu Sakaguchi, Japan/USA 2001)

teilweise wirken die animationen etwas platt, aber die animationen der menschen sind auch sechs jahre später immer noch atemberaubend und ich kann mich nicht erinnern, vergleichbares gesehen zu haben. teilweise wirken die gesichter absolut realistisch und man vergißt einen animationsfilm zu sehen. die story ist allgemein etwas sehr verwirrend und von fernöstlicher mythologie geprägt aber dennoch teilweise sehr bewegend und gut umgesetzt, vor allem das ende. ingesamt vom inhalt her aber doch enttäuschend. außen hui, innen pfui

Uncategorized Benjamin on 11 Nov 2007

Space Cowboys (Clint Eastwood, USA 2000)

Ein wichtiger russischer Kommunikationssatelit hat seine Umlaufbahn verlassen (warum auch immer) und droht in die Erdatmosphäre zu stürzen. Da er recht wichtig ist versucht man ihn wieder auf Kurs zu schicken, doch seine Programmiersprache ist schon lange tot und von den aktuellen PC-Junkies kennt sich keiner mehr mit ihr aus. Also werden die stark auf die 70 zugehenden ehemaligen Astronauten des Daedalus-Teams reaktiviert um im All nach dem Rechten zu sehen.

Clint Eastwood, Donald Sutherland, Tommy Lee Jones und James Garner in einm unterhaltsamen Spielfilm, der sich durch viel Charme und Situationskomik auszeichnet, eine einfache Geschichte erzählt und dementsprechend auch mit einfachsten Hollywoodmitteln konstruiert ist, die dafür sorgen, das so ein Film funktioniert. Kein cineastischer Höhenflug, aber durchaus ein unterhaltsamer Film für einen netten herbstlichen Abend unter der warmen Decke auf der Couch.

Uncategorized Benjamin on 11 Nov 2007

Spaceballs – Mel Brooks’ verrückte Raumfahrt (Mel Brooks, USA 1987)

Was soll man zu diesem Kultfilm groß schreiben außer – Großartig. Mel Brooks verarscht hier Star Wars und dessen Merchandising, aber auch andere Klassiker wie Planet der Affen, Alien, 2001, Star Trek, aber auch so Filme wie der Zauberer von Oz, Lawrence von Arabien, Die Brücke am Kwai, Transformes oder sogar Dumbo werden hier zitiert, manchmal sehr offensichtlich, manchmal auch nur durch Verwendung des Musikthemas. Ein Klassiker den ich in meiner Jugend recht oft gesehen habe, und da ich damals auch großer Star Trek und Star Wars Fan war, ist dies ein Film den ich immer wieder gerne sehe und an den ich viele schöne Erinnerungen verbinde, da wir die Science Fiction Filme (und natürlich auch diesen) als Kinder auf unsere ganz eigene Art und Weise nachgespielt haben.

Uncategorized Benjamin on 07 Nov 2007

30 Days of Night (David Slade, USA / Neuseeland 2007)

Wohl so ziemlich der mit abstand schlechteste Film des Jahres wurde uns da am Montag mal wieder in ner Sneak vorgesetzt, absolut lächerlich dieser vampirstreifen, der sich selbst nie ganz sicher ist, ob er ein ernsthafter Genrebeitrag, oder doch mehr eine Splatter-Parodie sein möchte. Josh Hartnett ist noch das beste an dem Film und das sollte mehr als deutlich zeigen, wie schlecht er doch ist. Eine Kleinstadt in Alaska ist währrend der Wintermonate 30 Tage ohne Sonne. Das ist natürlich die ideale Gelegenheit für Vampire, die Stadt mal aufzusuchen und ihr Unwesen zu treiben. Binnen weniger Tage sind fast alle Einwohner ermordet und ihr Blut getrunken. Doch natürlich gelingt es zahlreichen Menschen sich vor den Vampiren verstecken zu können, obwohl ihr Geruchssinn für menschliches Blut mehr als ausgeprägt ist. Mal sind sie scheinbar überall, mal nirgends zu finden. Die Vampire brabbeln ständig unsinniges Zeug in einer Sprache, die keiner verstehen kann, die aber trotzdem untertitelt ist, und machen sich gegenseitig Konkurrenz, wer von ihnen denn nun am lächerlichsten aussieht. Über die Hintergründe der Vampire selbst erfährt man natürlich so rein gar nichts. Tja, irgendwie habe ich das meiste schon verdrängt, aber dieser Film ist auf jeden Fall noch schlechter, als es der Trailer vermuten lässt. Es ist dringend davon abzuraten ….

Uncategorized Benjamin on 07 Nov 2007

Die 12 Geschworenen (Sidney Lumet, USA 1957)

Die 12 Geschworenen ist der beste Beweis dafür, dass man für einen guten Film im Grunde nur ein gutes Drehbuch und ein paar gute Schauspieler benötigt. Ein exzellenter, zeitloser Film, den man einfach gesehen haben sollte.

Uncategorized Benjamin on 02 Nov 2007

Der Stoff, aus dem die Helden sind (Philip Kaufman, USA 1983)

Uncategorized Benjamin on 02 Nov 2007

Das Apartment (Billy Wilder, USA 1960)

Uncategorized Benjamin on 02 Nov 2007

Trade – Willkommen in Amerika (Marco Kreuzpaintner, USA 2007)

Ein Film über die Kehrseite der Globalisierung: Russische Mafiosi verschleppen in Mexiko junge Mädchen und Frauen um sie als Sexsklavinnen in die USA zu verkaufen.

Stellvertretend für tausende Mädchen, die davon Jahr für Jahr betroffen sind, wird der fiktive Fall der 13 jährigen Adrianne behandelt, die auf offener Straße in ihrem Viertel entführt und verschleppt wird. Zusammen mit anderen Mädchen tritt sie die Reise über die Grenze in die USA an. Die Entführer drohen den Entführten damit, dass sie die Adresse ihrer Familien haben, und ihren Eltern und Geschwistern etwas antun würden, wenn sie nicht koopieren. Derart eingeschüchtert lassen die Frauen und Mädchen alles über sich ergehen.

Adrianna hat Glück, dass ihr 17 jähriger Bruder Jorge sie so sehr liebt, dass er alles daran setzt sie wiederzufinden, jedoch landet er bei seiner illegalen Einreise in die USA ausgerechnet im Kofferraum des Polizisten Ray, der ihn zunächst zur Polizei bringen will, sich dann aber doch entschließt, Jorge zu helfen, zum Teil wohl auch, weil er selbst auf der Suche nach seiner vor 10 Jahren verkauften Tochter ist.

Der Film wandelt auf schmalem Grat und droht oftmals zu kippen und Kitsch oder eine unglaubwürdige bzw. zu konstruiert wirkende Story zu verfallen, doch außer in der Fluchtszene schafft er es jedesmal die Kurve zu kriegen. So erhält man einen beklemmenden Film über ein Phänomen, dass den meisten hier nicht wirklich bekannt sein dürfte und über das auch nicht viel berichtet wird. Jennifer Lopez war vor einiger Zeit in einem ähnlichen Film zu sehen.  Alles in allem ein recht gut inszenierter, sehr beklemmender und erschreckender Film, der auf jeden Fall einen Blick wert ist, zumal er zu großen Teilen aus deutscher Hand kommt, Produzent Emmerich und Regisseur Kreuzpaintner sind beides Deutsche.

kostenloser Counter

kostenloser Counter