Uncategorized Benjamin on 03 Dez 2007 05:29 am

The Hunting Party (Richard Shepard, USA / Kroatien / Bosnien und Herzegowina 2007)

Man könnte den Film fast als Mediensatire bezeichnen, eigentlich ist er jedoch eher eine Satire über die Außenpolitik der Großmächte und ihren Umgang mit Kriegsverbrechern. Richard Gere spielt den Kriegsreporter Hunt der zusammen mit seinem Kameramann immer mitten im Geschehen ist und die beiden risikieren dabei permanent ihr Leben. 1995 löscht der serbenführer Bogdanovich ein Moslemdorf, in dem Hunts Freundin lebt, welche von ihm schwanger war.  Bei der folgenden Liveberichterstattung bekommt Hunt einen Aussetzer der dazu führt, dass er zum einen gefeuert wird und zum anderen fortan Anschauungsmaterial für Medienstudenten für Aussetzer vor der Kamera ist. Er wird gefeuert, während sein Kameramann zum Hauptkameramann vom Nachrichtensprecher Nr. 1 des Senders befördert wird, was unter Kameramännern als der erstrebenswerteste Job im Sender gilt. 

Jahre später treffen sich die beiden bei Festlichkeiten anlässlich des fünften Jahrestags des Friedens in Exjugoslawien wieder. Hunt erzählt seinem Exkameramann, dass er wisse, wo sich Bogdanovich aufhält, und dass er ein Interview mit ihm drehen will, wofür er aber einen Kameramann braucht. Da ihm der Nervenkitzel doch ein wenig fehlt, willigt er ein. Es stellt sich allerdings heraus, dass Hunts Informationen Fehlinformationen waren, was dieser auch ahnte, aber er wollte die Chance unbedingt warnehmen, Bogdanovich . Doch bei ihrer Suche haben sie Staub aufgewirbelt und herausgefunden, dass eigentlich alle ungefähr wissen, wo sich die gesuchten Kriegsverbrecher aufhalten, sie aber von den Großmächten absichtlich in Ruhe gelassen werden, so dass die Medienleute schließlich von den lokalen und den vor Ort stationierten UN-Behörden für ein Killerkommando des CIA gehalten werden, dass den Auftrag hat, Bogdanovich zu eliminieren.

Der Film hat auf jeden Fall satirischen Charakter, allein durch seine z.T. stark überzeichneten Charakteren, beruht aber größtenteils auf Fakten und Erfahrungsberichten von Journalisten, die in den Gebiet zu jener Zeit tätig werden. Es geht weniger um die Schrecken des Bürgerkrieges, die natürlich auch behandelt werden, da sie die Rahmenhandlung bilden im Kern geht es aber um die Nichtverfolgung von Kriegsverbrechern durch die Großmächte und die Vereinten Nationen, die z.T. Truppen in den Dörfer stationiert haben, wo eben jene wohnen, ohne aber überhaupt eine Fahndungsliste zu haben, oder eine Liste mit Vorwürfen, die gegen die Beschuldigten erhoben werden.

Auf jeden Fall ist es entspannend Richard Gere mal nicht in der Rolle des Schönlings und Womanziers zu sehen, im Gegenteil, der Charakter in dieser Rolle ist ziemlich runtergekommen und abgebrannt. Die Einführung besteht aus einer Rückblende mit  Voic-Over und der gesamte Film ist recht flott inszeniert, trotz seines satirischen Charakters nicht übermäßig lustig, aber dennoch mit dem richtigen Humor zu rechten Zeit.  Alles in allem recht sehenswert.

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