Uncategorized Benjamin on 07 Dez 2007 05:44 am
Der goldene Kompass (Chris Weitz, USA / Großbritannien 2007)
Mit 150 Millionen Dollar die teuerste Einzelproduktion, die bisher von New Line Cinema produziert wurde. Das Romanvorbild war angelegt als erwachsenes Gegenstück zu den Chroniken von Narnia, der Film fängt irgendwo bei Harry Potter an, macht einen Exkurs zum Fluch der Karibik und endet irgendwo bei einem sehr kläglichen Abklatsch vom Herrn der Ringe. Beim Ende fragt man sich dann auch, warum der Film gerade da ist, wo er ist. Dann fällts einem ein, da war irgendwas mit Kindern, die von bösen Leuten entführt werden. Sicherlich schlimm so etwas, aber als Aufhänger für eine “epische Fantasy” Story mehr als dürftig. Nicole Kidman und Daniel Craig stehen überall im Vordergrund in der Werbung, im Film selbst sind ihre Rollen aber dann doch eher klein, die tragende Hauptrolle wird von Dakota Blue Richards gespielt. Das gar nicht mal so schlecht, doch ist sie Opfer eines sehr dürftigen Drehbuchs und den teilweise unterirdischen Dialogen, nach denen man auch versteht, warum direkt vor den Film ein Trailer des Kinderfilms “Kleiner Dodo” geschaltet ist. Vom Niveau her ist Der goldene Kompass eher für 6 – 12 jährige ausgelegt, ein ähnliches Phänomen wie bei Eragon vor gut einem Jahr.
Die Charaktere im Film sind bis auf die Hauptdarstellerin alle ziemlich dünn und dürftig und die Geschichte wird nur halbherzig erzählt. Das ganze Gerede vom “Staub” nervt irgendwann, da hätte man sich durchaus etwas mystischeres einfallen lassen können. So waren wir dann doch allesamt recht froh, dass der Film nach etwas über anderthalb Stunden vorbei war. Das von TV Movie angekündigte Film Highlight des Jahres ist Der goldene Kompass sicher nicht, in seinen Dimensionen und seiner Faszination kratzt er nicht mal Ansatzweise an der Intensität eines Herrn der Ringe.
Das einzige, was wirklich positiv heraussticht sind die Spezialeffekte, allen voran die “Dämonen”. Im Paralleluniversum des Goldenen Kompass’ sitzt die Seele nicht in den Menschen selbs, sondern begleitet sie in Form eines Dämons die Gestalt eines Tieres hat. Stirbt der Dämon, stirbt der Mensch, stirbt der Mensch, stirbt der Dämon. Die Formen die die Dämonen annehmen reichen von Heuschrecken über Mäuse, Hasen, Vögel bis hin zu Pantern und Tigern. Die Dämonen sind alle komplett am Computer entstanden und sie von echten Tieren nicht mehr wirklich zu unterscheiden, das ist schon sehr beeindruckend. Schade nur, dass der Film inhaltsmäßig nicht mit seinem teilweise durchaus ansprechend Äußeren nicht mithalten kann.
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