Uncategorized Benjamin on 17 Dez 2007
Monthly Archive for "Dezember 2007"
Uncategorized Benjamin on 17 Dez 2007
Eraser (Chuck Russell, USA 1996)
Eraser ist fast schon ein klassicher Arnie-Actionfilm der guten alten Schule, nach seinen Ausflügen in andere Genres mit Filmen wie „Junior“ oder „Kindergarten Cop“. Daher weiß man auch was man erwarten kann: Wenig Logik, kurze, ein- bis zweizeilige Dialoge, flache Charaktere, aber dafür viel, viel Action. Schwarzenegger spielt den US-Marshall John Kruger, der für das Zeugenschutzprogramm arbeitet und hauptsächlich damit beschäftigt ist, Zeugen neue Identitäten zu verschaffen und ihr altes Leben auszuradieren, erasen eben. Sein neuester Schützling ist Dr. Cullen, eine Mitarbeiterin eines Waffenkonzerns, die Beweise hat, dass ihr Unternehmen illegal Waffen verschiebt. Da, wie sich herausstellt der CIA ebenfalls in die illegalen Geschäfte verstrickt ist, haben die beiden fortan keine ruhige Minute mehr, was natürlich zu jeder Menge saftiger Actionsequenzen führt. Manche davon, wie etwa die Jumbojetkampfszene könnten auch direkt aus einem James Bond Film entsprungen sein, wenn gleich es etwas albern wirkt, wenn Arnie mit seiner Waffe auf den auf ihn zurasenden Jumbo schießt, aber gut gemacht ist das ganze trotzdem. Alles in allem ist es ein Film, bei dem man vorher weiß was einen erwartet und auch genau das geboten bekommt. Das ganze ist dabei teilweise so überspitzt (wie etwa die mit Lichtgeschwindigkeit feuernden Waffen deren Fernrohr durch Wände sehen kann (denen Arnie natürlich trotzdem mit Leichtigkeit entkommt und erst durch einen Nagel in der Hand gestoppt werden kann)), dass man von vornherein weiß, wie ernst man diesen Film nehmen soll.
Uncategorized Benjamin on 16 Dez 2007
Halloween – Die Nacht des Grauens (John Carpenter, USA 1978)
Ein weiterer großer, von mir bisher ungesehener Klassiker. Leider haut er mich nicht wirklich von den Socken. So gämlich und langsam insziniert hab ich selten einen Serienkillerhorrorfilm gesehen. Im Grunde kann einem der arme Mike Myers auch nur leid tun, wurde er doch schon so geboren und kann nicht aus seiner Haut. Die letzten 20 Minuten waren ganz interessant Gestaltet, aber ingesamt spielt die Dunkelheit eine zu große Rolle und es wird zu wenig drauß gemacht. Na ja, kann man jetzt auch unter gesehen abhaken.
Ich mag alte Horrorfilme mit starken gesellschaftskritischen oder politischen Ansätzen, sowas hat Halloween leider nicht.
Uncategorized Benjamin on 16 Dez 2007
Bee Movie (Steve Hickner, Simon J. Smith, USA 2007)
Sehr putziger Film. Die Story, die etwas bei “Der Mann der Gott verklagte” geklaut ist, schwächelt hinten und vorne, und vor allem hinten ist sie pädagogisch nicht gerade wertvoll, die Macher scheinen da irgendwas bei der Bedeutung von Pollen und Wasser für Pflanzen verwechselt zu haben. Ohne Wasser gehen Pflanzen ein, ohne Pollen werden keine Bestäubt und es gibt keine neuen mehr. Das hätte man sicher irgendwie anders lösen können. Die menschliche weibliche Hauptdarstellerin wirft mit schlechten Dialogen um sich, aber davon ab ist der Film einfach sehr süß geraten.
Der Aufbau des Honigsstock, das ganze Bienenvolk und die Honigproduktion sind sehr detailreich und mit niedlichen Ideen umgesetzt. Vor allem die wunderbar animierten Flugszene der Bienen durch den Great Central Park und einige andere Bereiche Ney Yorks sind wirklich atemberaubend und fantastisch und Highlights des Film. Der Humor stimmt ebenfalls, ist immer gut getimed, teils Slapstick, aber teils auch subversiver Wortwitz oder Situationskomik, die zumindest in unserer Vorstellung manchmal nicht alle kapiert haben ![]()
Klasse Film, den man sich gut ansehen kann, sowohl als Erwachsener, als auch mit Kindern, wobei man denen dann hinterher Erklären sollte, wie das mit den Bienen und Blüten wirklich ist
)
Ein ernsthafter Konkurrent für Disneys Ratatouille ist Bee Movie aber weitem nicht, dafür fehlt ihm die technische Klasse, die liebenswerten Charaktere und die warme Geschichte Ratatouilles.
Uncategorized Benjamin on 14 Dez 2007
Hundstage (Sidney Lumet, USA 1975)
Zuerst bekommt ein Komplize kalte Füße und haut vom Überfall ab, dann ist der Tresor leer, und dann können die Mitarbeiterinnen nicht im Tresor eingesperrt werden weil sie Blasenprobleme und Klaustrophobie haben und schließlich ist die Bank von der Polizei umstell. Viel mehr kann bei einem Banküberfall nicht wirklich daneben gehen. Hundstage ist ein Vorzeigefilm des Heist-Genres. Ich fand es etwas seltsam, dass man einzelne Bankräuber vor der Bank hat rumlaufen lassen, ich bin mir sicher, heute wäre er direkt von Scharfschützen erschossen oder von einem SEK festgenommen worden, aber dieses Wissen habe ich auch nur aus Filmen, von daher kann es gut sein, dass man das gemacht hab um zu verhindern, dass der zweite Geiselnehmer durchdreht und Geiseln erschießt. Nach und nach kommt dann raus, wieso Sonny (Al PAcino) eine Bank überfallen wollte. Er ist schwul und hat einen transsexuellen Freund, dem er mit dem Geld eine Geschlechtsumwandlung bezahlen will. Klingt alles ziemlich abgefahren, aber die Story basiert auf einer realen Geschichte, die sich genau so, teilweise sogar noch abgedrehter als im Film zugetragen hat. Der Film ist nahezu kammerartig inszeniert und spielt sich im wesentlichen in der Bank und dem Platz vor der Bank ab. Er wird fast komplett von Al Pacino getragen, der die Rolle wunderbar ausfüllt. Der Film besticht durch eine eher ruhige, der Situation angepassten erzählweise und glänzenden Dialogen. Auf jeden Fall absolut sehenswert.
Uncategorized Benjamin on 12 Dez 2007
S.H.I.T. – Die Highschool GmbH (Steve Pink, USA 2006)
College fertig, jetzt gehts auf die High School.
Aber was tut man, wenn man von allen Schulen, bei denen man sich beworben hat abgelehnt wird und die Familie unbedingt will, dass man auf die High School geht und man seine Eltern auch nicht enttäuschen möchte?
Genau, der pfiffige Jugendliche von heute scannt sein Ablehnungsschreiben, ändert den Text in eine Zusage, und fälscht den Briefkopf der South Hampton High School in den Briefkopf des nicht existierenden South Hampton Institute of Technology (kurz S.H.I.T.), bastelt eine Uniwebseite auf der sich interessierte Eltern informieren können, besetzt eine verlassene Klinik und renoviert sie vordergründig, so dass sie als High School durchgehen kann und präsentiert dass ganze dann seinen vor Stolz platzenden Eltern.
Dumm nur, dass die Homepage zu überzeugend gestaltet wurde und einen kleiner Fehler enthält, der eine Anmeldung ermöglicht, die automatisch Zusagen verschickt. So stehen mit einem mal hunderte von anderswo abgelehnten Studenten vor der Tür, die natürlich alle die Studiengebühren für ein Semester dabei haben. Dass das ganze irgendwann auffliegt, zu Problemen und einer pathetischen Anhörung vor der Schulbehörde führt ist natürlich klar.
Der Film hat auf jeden Fall eine interessante Idee, und das ist eignetlich auch schon der Hauptgrund ihn zu kucken. Die geschilderte Idee und deren Umsetzung. Davon abgesehen ist es eine ganz normale Teenagerhighschoolkomödie in der die Liebe Gott sei Dank eine eher untergeordnete Rolle spielt. Kann man sich durchaus mal ansehen.
Uncategorized Benjamin on 12 Dez 2007
Black Sheep (Jonathan King, Neuseeland 2007)
Der Film hat sehr viele Elemente eines klassischen Zombiefilms: Verrückte Wissenschaftler, ein mißglücktes genetisches Experiment, Menschen die gebissen werden und sich verwandeln, viel Gore, Massen von Zombies, die über Menschen herfallen, Verfolgungen im Dunkeln oder in engen Räumen, spannungstreibende Musik, eine relativ dünne Story, Gags die manchmal so bescheuert sind, dass man sie schon wieder lustig findet, das klingt alles nach einem eher mäßigen 0815- Horrorfilm. Im Grunde ist er dass auch, es gibt nur eine Sache die ihn besonders macht:
Die Zombies sind diesmal keine mutierten Menschen sondern kleine, niedliche, aber tötliche Schafe. Ja Schafe. Schafe untereinander behalten ihre Form, werden aber zu bluttrünstigen Killertieren, gebissene Menschen transformieren jedoch zu humanoiden Schafen. Man kann den Film quasi als eine Parodie auf klassiche Zombiefilme ansehen. Die Qualität des Films lässt sich an seinem Ende ablesen: In eine Herde methanfurzender Zombieschafe wird ein Feuerzeug geworfen, womit sich das Problem von alleine löst. Dieses Finale entspricht sowohl der Qualität als auch dem Humor des Films. Wenn man mal Zeit hat, kann ihn kucken, und sollte ihn allein kucken um anderen Leuten von einem Zombiefilm mit Zombieschafen erzählen zu können. Das ist dann aber auch schon der einzige Grund ihn zu sehen…
Uncategorized Benjamin on 07 Dez 2007
Der goldene Kompass (Chris Weitz, USA / Großbritannien 2007)
Mit 150 Millionen Dollar die teuerste Einzelproduktion, die bisher von New Line Cinema produziert wurde. Das Romanvorbild war angelegt als erwachsenes Gegenstück zu den Chroniken von Narnia, der Film fängt irgendwo bei Harry Potter an, macht einen Exkurs zum Fluch der Karibik und endet irgendwo bei einem sehr kläglichen Abklatsch vom Herrn der Ringe. Beim Ende fragt man sich dann auch, warum der Film gerade da ist, wo er ist. Dann fällts einem ein, da war irgendwas mit Kindern, die von bösen Leuten entführt werden. Sicherlich schlimm so etwas, aber als Aufhänger für eine “epische Fantasy” Story mehr als dürftig. Nicole Kidman und Daniel Craig stehen überall im Vordergrund in der Werbung, im Film selbst sind ihre Rollen aber dann doch eher klein, die tragende Hauptrolle wird von Dakota Blue Richards gespielt. Das gar nicht mal so schlecht, doch ist sie Opfer eines sehr dürftigen Drehbuchs und den teilweise unterirdischen Dialogen, nach denen man auch versteht, warum direkt vor den Film ein Trailer des Kinderfilms “Kleiner Dodo” geschaltet ist. Vom Niveau her ist Der goldene Kompass eher für 6 – 12 jährige ausgelegt, ein ähnliches Phänomen wie bei Eragon vor gut einem Jahr.
Die Charaktere im Film sind bis auf die Hauptdarstellerin alle ziemlich dünn und dürftig und die Geschichte wird nur halbherzig erzählt. Das ganze Gerede vom “Staub” nervt irgendwann, da hätte man sich durchaus etwas mystischeres einfallen lassen können. So waren wir dann doch allesamt recht froh, dass der Film nach etwas über anderthalb Stunden vorbei war. Das von TV Movie angekündigte Film Highlight des Jahres ist Der goldene Kompass sicher nicht, in seinen Dimensionen und seiner Faszination kratzt er nicht mal Ansatzweise an der Intensität eines Herrn der Ringe.
Das einzige, was wirklich positiv heraussticht sind die Spezialeffekte, allen voran die “Dämonen”. Im Paralleluniversum des Goldenen Kompass’ sitzt die Seele nicht in den Menschen selbs, sondern begleitet sie in Form eines Dämons die Gestalt eines Tieres hat. Stirbt der Dämon, stirbt der Mensch, stirbt der Mensch, stirbt der Dämon. Die Formen die die Dämonen annehmen reichen von Heuschrecken über Mäuse, Hasen, Vögel bis hin zu Pantern und Tigern. Die Dämonen sind alle komplett am Computer entstanden und sie von echten Tieren nicht mehr wirklich zu unterscheiden, das ist schon sehr beeindruckend. Schade nur, dass der Film inhaltsmäßig nicht mit seinem teilweise durchaus ansprechend Äußeren nicht mithalten kann.
Uncategorized Benjamin on 04 Dez 2007
American Gangster (Ridley Scott, USA 2007)
American Gangster ist, soweit ich mich erinnere, das einzig größere, bedeutsame Filmepos 2007. Und in der Tat ist Ridley Scott wieder einmal ein Meisterwerk gelungen, dass es schafft 156 Minuten lang ohne große Actionszenen bestens zu unterhalten. Ein Mafiafilm im Stile von Scorseses Mafiaepen, und doch geht darüber hinaus. Wo die meisten Mafiafilme sich nur auf die Seite und Sichtweise der Verbrecher konzentrieren, da schafft American Gangster eine ambivalente Betrachtungsweise; in der Tradition von Heat zeigt der Film sowohl die Geschichte des ersten schwarzen Drogenbosses Frank Lucas (Denzel Washington), sowie seines Gegenspielers Richie Roberts (Russel Crowe), wobei man merkt, dass dieser Part erst nach der Zusage Crowes weiter ausgebaut wurde.
Überhaupt hat der Film eine recht turbulente Entstehungsgeschichte und sollte erstmals 2001 nach einem 2000 erschienenen Artikel über den bis daher eher unbekannten Frank Lucas von Antoine Fuqua verfilmt werden, doch das Projekt wurde aus Kostengründen kurz vor Drehstart 2004 gestoppt. Ebenfalls Brian de Palma und Terry George scheiterten an einer Umsetzung, so dass das Projekt endgültig begraben schien, bis schließlich Ridley Scott als Regisseur, Steven Zallian (Schindlers Liste, Gangs of New York, u.a.) als Drehbuchautor, Russel Crowe und erneut Denzel Washington, der schon von Anfang an für die Rolle des Frank Lucas vorgesehen war, für das Projekt gewonnen werden konnten. Für Washington hatte dies den netten Nebeneffekt, dass er für den ersten Versuch der Verfilmung 20 Mio US$ Gage bekam, und für die letztlich realisierte Version abermals 20 Mio US$ einstecken konnte.
Handwerklich ist der Film absolut perfekt. Inszenatorisch und kameratechnisch wird das New York der 70er Jahre absolut glaubhaft und dem damaligen Zeitgeist entsprechend eingefangen, hier merkt man sehr deutlich, dass erfahrene Profis am Werk waren. Die gesellschaftliche Festakte, die dreckige Polizeiarbeit, das Drogendealen in den Straßen, der Drogenanbau in Vietnam, alles ist sehr stimmig inszeniert.
Und auch die Geschichte hat’s in sich.
Frank Lucas war über 15 Jahre lang der Chaffeur des Mafiabosses Bumpy Johnson und hat in dieser Zeit viel vom Meister gelernt. Nach dessen Tod gelingt es Lucas sehr schnell Bumpys Position einzunehmen und noch auszubauen. Er benutzt Kontakte beim US-Militär um Drogen direkt aus Vietnam über die Hersteller zu importieren und spart so die Kosten für die zahlreichen Zwischenhändler, was zur Folge hat, dass er Stoff allerhöchster Qualität anbieten kann, ohne ihn strecken zu müssen, und das zur Hälfte des marktüblichen Preises.
Ihm gegenüber steht der Cop Richie Roberts, der paradoxerweise von seinen Kollegen misstrauisch beäugt wird, weil er der ehrlichste von ihnen ist. Beständig an das Gute glaubend, liefert er im Kofferraum gefundene Drogengeld im Wert von 1 Mio. US$ ab, statt sie einzusacken. Eigentlich das Richtige, aber im korrupten Polizeiapparat der 70er stößt er damit nur auf Unverständnis bei seinen Kollegen. Immerhin bringt ihm dies das Vertrauen seiner Vorgesetzten, so dass er damit beauftragt wird, eine Sonderkommission zur Ermittlung gegen den Drogenhandel zu begründen, und zwar eines, dessen Mitarbeiter nicht von den Drogenbaronen gekauft sind, um ungestört weiter ihre Geschäfte machen zu können. So kommt Roberts schließlich Lucas auf die Spur, der der Polizei bis dahin vollkommen unbekannt war, da er sich steht’s im Hintergrund gehalten hat.
Eine erstklassige Genregeschichte die zwar den gängigen Motiven entspricht aber allein schon dadurch heraussticht, dass sie auf einer realen Grundlage basiert und es Frank Lucas und Richie Roberts tatsächlich gegeben, kombiniert mit den zwei besten Schauspielern ihrer Generation