Monthly Archive for "Januar 2008"



Uncategorized Benjamin on 28 Jan 2008

Akira (Katsuhiro Ôtomo, Japan 1988)

Im Gegensatz zu Ghost in the Shell pseudophilosophischer Mumpitz. Die Optik ist, wenn man an den Animestil gewohnt ist, sehr gut, dass postapokalyptische Neo-Tokio ist sehr beeindruckend, und eine düsterere Dark-Future-Vision bekommt man selbst in Klassikern wie Blade Runner nicht geboten. Aber dennoch erzählt der Film zu viel Story in zu wenig Zeit so dass man doch das Gefühl hat, es fehlt sehr viel. Das anfängliche Geheimnis um Akira ist kurzzeitig ganz nett, aber irgendwann fängt es zu nerven, dass man nicht wirklich etwas erfährt. Die anfängliche Sozialkritik ist ja noch durchaus interessant, das Ende gibt letztlich nicht viel her und enttäuscht …

Fazit: Im Endeffekt nicht der große Anime, den ich mir versprochen habe.

Uncategorized Benjamin on 24 Jan 2008

No Country For Old Men (Ethan Coen / Joel Coen, USA 2007)

Llewelyn Moss (Josh Brolin) entdeckt in der Nähe des Rio Grandes im offenen Feld eine Horde Autos umgeben von Leichen. Offensichtlich ist ein Drogendeal ziemlich schief gegangen, lediglich einen stark Verwundeten findet er vor. Die Drogen lässt er liegen und macht sich mit einem Koffe mit 2,5 Mio US$ davon. Nächtliche Gewissensbisse bringen ihn dazu, nachts noch einmal loszuziehen und dem Verwundeten Wasser zu bringen. Doch dieser ist mittlerweile verstorben und die Hintermänner am Ort des Geschehens angetroffen. Zwar kann Moss entkommen, doch auf ihn wird der Profilkiller Anton Chigurh (Javier Bardem) auf ihn angesetzt und es beginnt ein Katz und Maus Spiel dem der örtliche Sheriff Ed Tom Bell (Tommy Lee Jones)  immer einen Schritt hinterher ist…

Die Oscarnominierung für No Country For Old Men geht absolut in Ordnung, er ist nicht nur einer der besten Filme des Kinoajahres 2007 , sondern auch, nach einer Reihe sehr schwacher Filme der Coen Brüder, ihr stärkster Film überhaupt. Es wird sehr offensichtlich relativ wenig gesprochen in diesem Film, doch gerade diese wenigen Dialoge liefern alles was man zum Entschlüsseln des Films braucht. Denn hinter der Geschichte steckt viel mehr als das oben angedeutete Katz und Maus Spiel und die Jagd des Killers nach dem Geldkoffer. Der ganze Film ist eine einzige Metapher und ist selbst voll von ihnen. Dabei ist die Gewichtigkeit der Charaktere für die Bedeutung der Story konträr zu ihrer Leinwandzeit. Der Schlüsselcharakter um den sich im Prinzip der ganze Film bzw. seine Aussage dreht ist Sheriff Bell, gespielt von Tommy Lee Jones. Mit seinem schwer verständlichen texanischen Gebrabbel, er redet davon, dass er neulich einen minderjährigen Mörder verhaftet hat, der aus reiner Lust getötet hat beginnt der Film, und mit seinem Schlussmonolog endet der Film. Chigurh ist weit mehr als der psychopathische Killer für den er gehalten wird, er ist der personifizierte Tod, dem keiner entrinnen kann, während Josh Brolins Charakter nur die Funktion hat die Handlung voranzutreiben, ohne selbst wirkliche Wichtigkeit für die Story zu haben.

Sheriff Bell ist zugleich der Charakter, der dem Film seinen Namen gibt. Kein Land für alte Männer. Am Anfang erzählt er von früheren Zeiten, als manche Sheriffs nicht mal Waffen trugen, und trotzdem für Recht und Ordnung sorgen konnten. Doch heute wird die Gewalt immer mehr und die Verbrechen unkontrollierbarer. Den Ereignissen im Film ist er immer einen Schritt hinterher. Er findet sich nutzlos und überflüssig und will in den Ruhestand treten. Und so ist er am Ende auch überwältigt von den Ereignissen. Die guten Menschen sterben, das Böse macht weiter. Man ist machtlos, dieses Gefühl drückt er über seine Träume aus. Amerika versinkt in Gewalt und Verbrechen und es trifft meistens die Unschuldigen.

Verbrechen bringt Tod mit sich. Der Tod wird in No Country For Old Men symbolisiert durch Anton Chigurh, absolut genial verkörpert durch Javier Bardem, den ich zuletzt in Das Meer in mir gesehen habe gesehen habe. Ich hätte ihm nie zugetraut so eine Rolle zu verkörpern. Diese Wandlungsfähigkeit ist schon fast beängstigend und rechtfertig auf jeden Fall eine Oscarnominierung. Am Anfang des Filmes sieht man, wie Chigurh zu einem Autofahrer, den er auf der Straße anhält sagt “hold still” worauf hin er ihn mit einem Bolzenschuß in die Stirn hinrichtet. In der nächsten Szene sieht man Moss auf Antilopenjagd, wie er sein Gewehr anlegt und “hold still” sagt. Kein andere Dialog dazwischen, zwei unterschiedliche Charaktere, ein identischer Satz, zwei unterschiedliche Lebewesen als Opfer. Ironischwerweise benutzt Chigurh mit dem Bolzenschussgerät eine Waffe die sonst üblicherweise für das Töten von Tieren benutzt wird, was aufzeigt dass der Tod gleichermaßen von Menschen und Tieren geteilt wird.
Als Chigurh  nachts den Tatort mit den “Oberen” besucht, erschießt er sie. Sie haben ihn gesehen, wissen wer er ist und keinen seine Fähigkeiten als Killer. Niemand sieht den Tod und kehrt wieder. In der Tat sind die einzigen, die eine Begegnung mit ihm überleben diejenigen die nicht wissen dass er ein Killer ist.
Als Carson Wells über Chigurh spricht bringt einen Vergleich zur Schwarzen Pest, auch als bekannt als der Schwarze Tod.  Später sagt ein Killer, gespielt von Woody Harelson zu Moss, dass er keine Chance haben wird sich freizukaufen, Chigurh hat Prinzipien die über Geld und solche Dinge hinausgehen. Man kann sich halt für kein Geld der Welt vom Tod freikaufen. Als Moss später mit Chigurh telefoniert und dieser ihm erzählt, dass er nach Odessa gehen wird, sagt Moss ihm, dass sie nicht mehr da sei, worauf Chigurh entgegnet, dass es keine Rolle spielt wo sie ist. Er ist ihr Tod und der Tod findet und holt jeden von, egal wo wir uns verstecken.
Er kann auch nichts gegen seine Bestimmung tun. Manchmal eröffnet er seinen Opfer ein Hintertürchen durch einen Münzwurf. Kopf oder Zahl. Aber dieses Spiel kann niemand auf Dauer gewinnen. Der Tod holt uns alle irgendwann. “You don’t have to do this” sagen sie alle kurz vorher. Doch jeder von uns kommt irgendwann zu der Erkenntnis das Tod irgendwann jeden treffen wird.
Schließlich zeigt sich gewissermaßen das Chigurh über dem Tod steht, als dieser ihn in Form eines Autounfalls ereilen soll. Der andere Fahrer stirbt, Chigurh aber überlebt. Zwar stark angeschlagen, aber lebendig wird er weiter seine todbringenden Wege gehen. Chigurh ist größer als Tod, was ihn zu einer Art moralischen Instituion macht.
In einem späteren Gespräch spricht Bell von Chigurh als eine Art Geist, was ein weiterer Indikator für seinen Status ist. Schließlich taucht ganz am Ende das Motiv des Schicksals wieder auf und die zwei Seiten einer Münze als der Sheriff abends wieder zum Tator fährt, wo Chigurh in einem Hotelzimmer wartet.  Der Sheriff betritt das andere Zimmer und überlebt dadurch.

Wie man sieht ist Chigurhs Figur eindeutig die interessanteste im Film und absolut genial verkörpert von Javier Badem. Aber der gesamte Film besteht durch seine handwerkliche Perfektion. Die Bildkompositionen sind perfekt und die eindrucksvolle, aber dennoch subtile Sounkulisse verstärkt die Eindrücke die man gewinnt merklich.  Einige Kritker meinen Schwächen in der Handlung und im Drehbuch gefunden zu haben und meckern über das Ende. Der Film endet nicht mit einem finalen Höhepunkt und entlässt den Zuschauer dann, sondern dass eigentliche Finale, auf dass der Zuschauer den ganzen Film über wartet, findet im Off statt, mehr als dass, wir sehen lediglich den Tatort lange nach dem Geschehen. Wie die meisten Morde Chigurhs findet auch dieser für uns nicht sichtbar statt, aber dennoch haben wir immer die sicherere Gewissheit, dass er sie begangen hat. Und somit endet der Film dann in einer Art Epilog, in der wieder Tommy Lee Jones Charakter zu Wort kommt, und der Geschichte erst ihre Bedeutung und ihren roten Faden gibt. Das ist nicht typisch Hollywoodlike, und wenn man nciht gut aufpasst und sich die wesentlichen Elemente der Story selbst zusammenbastelt, verpasst man entscheidende Elemente und hat zwar immer noch einen guten Film gesehen, ihn aber nicht vom Wesen her erfasst, so dass einem einiges von dem entgeht, was der Film für den aufmerksamen Zuschauer bereit hält. Aber gerade das zeichnet diesen Film, der Zuschauer wird nicht an die Hand genommen und durch den Film geführt, wogleich man ihn auch in höchstem Maße genießen kann, ohne sich groß Gedanken über ihn zu machen. Dann bekommt man immer ncoh perfekt inszenierte Verfolgungsjagden und Aufeinandertreffen geboten, die bei großen Klassikern zitieren, ohne direkt zu kopieren. Dabei hat der Film es nie eilig und strahlt selbst in eher hektischen Szenen noch eine große, Coentypische Ruhe aus. Und so gut wie alle Dialoge, insbesondere die Tommy Lee Jones sind direkt 1:1 aus der Literaturvorlage übernommen, etwas, was man auch nicht häufig findet bei Literaturverfilmungen.

Für mich ein ganz heißer Oscarkandidat und ein Topfilm

Uncategorized Benjamin on 20 Jan 2008

Duell – Enemy at the Gates (Jean-Jacques Annaud, USA/Großbritannien/Irland/Deutschland 2001)

Uncategorized Benjamin on 20 Jan 2008

9 Songs (Michael Winterbottom, Großbritannien 2004)

“It’s just about fucking!” lautete die Antwort des Hauptdarstellers Kieran O’Brien als er in einem Interview nach der Botschaft des Films gefragt wurde. Und in der Tat wundert man sich wie so ein Film im Nachtprogramm auf 3 Sat laufen kann, ich dachte immer, in Deutschland wäre die Ausstrahlung solcher Filme ohne Jugendschutz verboten. Man sieht Nahaufnahmen eines nackten weiblichen Geschlechtsteils, man sieht einen Penis und wie eine Frau ihn in den Mund nimmt und den man oral verwöhnt und zwar sieht man es wirklich, wie in einem Porno. Man sieht wie sie ihn reitet von hinten gefilmt mit bester Sicht auf alle Details und man sieht wie der Mann nach dem Oralsex das Ergebnis’ seines Orgasmus’ auf seinem Bauch verteilt. Das ganze wird nicht wie in Pornos künstlich dargestellt und die Kamera verharrt auch nicht minutenlang in den einzelnen Einstellungen. Die geschilderten Szenen werden nur wenige Sekunden lang gezeigt. Da man sowas aber nicht in einem Nichtporno erwartet kommen einem diese Einstellungen deutlich länger vor und sie bleiben im Kopf, wie der ganze Film.

Überhaupt ist 9 Songs reinstes Arthouse Kino, dass nichts mit Mainstream Kino zu tun hat, und Menschen, die mit dieser Art Filmen nichts anfangen können werden schrecklich gelangweilt sein. Der Film ist wie schon erwähnt kein Porno, aber es gibt auch wenig Romantik. Es geht wirklich in den Sexszenen selbst nur um den Sex an sich, wie er tagtäglich überall passiert.

Der Film schildert Matts (Kieran O’Brien) Erinnerungen  an seine einjährige Beziehung mit Lisa (Margo Stilley), welche er auf einem Rockkonzert kennengelernt hat. Wirklich in Erinnerung geblieben sind ihm scheinbar nur die gemeinsamen Rockkonzertbesuche und der Sex mit ihr, so dass der Film auch nur dieses schildert, abwechselnd ein Rockkonzert und dann eine Sexszene. Viel mehr Inhalt und Handlung hat der Film nicht. Dennoch langweilt er nicht, wobei ihm seine, mit 69 Minuten äußert knappe Spielzeit sehr zu Gute kommt. Und tatsächlich schafft es der Film eine Geschichte zu erzählen, die über den Sex des Pärchens erzählt wird. Die Art und Weise wie die beiden miteinander umgehen und Sex haben, spiegelt die verschiedenen Phasen ihrer Beziehung wieder, man entdeckt dort eine deutliche Entwicklung.

Die beiden Hauptdarsteller haben sich zwei Tage vor Drehbeginn das erste Mal gesehen und sie haben währrend der Drehpausen möglichst Kontakt vermieden, damit sie keine emotionale Beziehung aufbauen. Regisseur Winterbottom wollte keinen romantischen Sex, keine Gefühle, er wollte einfach Sex um der Lust willen. Und er wollte ihn zeigen. Explizit. Und dann sehen ob er seinen Film an den Zensoren vorbei ins Kino bekommt, und tatsächlich hat er es, zumindest in einigen Ländern geschafft. Bewundern muss man vor allem den Mut der Hauptdarsteller. Für Marog Stilley war es der erste Film überhaupt und so ein Projekt kann eine Filmkarriere beenden noch bevor sie überhaupt angefangen hat. Und in der Tat ist ihr eine Welle der Entrüstung aus ihrer Heimat entgegengeschlagen, die dazu führte, dass sie ihren Namen aus dem Projekt entfernt haben wollte und auf ihre Person nur als “Lisa” ihrem Charakternamen Bezug genommen wird. Winterbottom hat sie u.a. mit dem Versprechen gelockt, sie in einem seiner nächsten Filme zu berücksichtigen und ihr eine gro.ße Rolle zu geben, ein Versprechen, dass der fleißige Winterbottom, der zuletzt A Mighty Heart gedreht hat. Und so hat dann Stilley bis heute auch noch nicht viele gute Rollenangebote bekommen.

9 Songs ist für mich ein sehr interessantes Filmprojekt, das allerdings nie die breite Masse erreichen wird, und uns wohl auch in zukünftigen Filmen  nicht den unzensierten Anblick kopulierender Paare und mehr authentische Sexszenen bescheren wird. Aber dennoch ein Film der sich ins Gedächtnis brennt.

Uncategorized Benjamin on 19 Jan 2008

Der Nebel (Frank Darabont, USA 2007)

Stephen King Verfilmungen gibt es mittlerweile zahlreiche von unterschiedlichsten Regisseuren mit durchaus schwankender Qualität. Das liegt vor allem daran, dass Stephen King sehr freigiebig ist mit der Gewährung von Verfilmungsrechten, da er dieses Interesse in erster Linie als Lob für seine Arbeit sieht und er auch immer sehr gespannt auf das Ergebnis ist. Auch mit kuriosen Ideen kann man bei ihm landen, so gab es vor einiger Zeit einen Regisseur, der Carrie als Musical erneut verfilmen wollte. Obwohl King seine Zustimmung gab wurde das Projekt nie realisiert. Wahrscheinlich zu unser aller Glück.

Regisseur Frank Darabont wagt sich mit Der Nebel mittlerweile zum vierten Mal an eine Steven King Verfilmung. Neben dem eher unbekannten The Woman In The Room zeigte er sich auch für die hochkarätigen King-Leinwandversionen von The Green Mile und Die Verurteilen verantwortlich und hat damit gezeigt, dass er es meisterhaft versteht Kings Visionen auf die Leinwand zu bringen.

Der Nebel basiert auf einer Kurzgeschichte des Meisters des Horrors. David Drayton (Thomas Jane) ist zusammen mit seinem Sohn Billy (Nathan Gamble) in einem Supermarkt, als vom See her in minutenschnelle ein dichter Nebel aufzieht, der die gesamte Kleinstadt einhüllt und in dem man keine 10 Meter weit kucken kann. Nachdem ein Mann mit Blut im Gesicht in den Laden stürmt und behauptet von Monstern im Nebel angegriffen worden zu sein, beschließen die etwa 30 Leute im Supermarkt zunächst dort zu bleiben und abzuwarten was passiert, zumal der Kontakt zur Außenwelt abgerissen ist. Darabont fackelt nicht lange und befindet sich nach einer eigentlich nicht vorhandenen Einführung mitten im Geschehen.

Im Folgenden entwickelt sich die Bedrohung von zwei Seiten. Zum einen durch den Nebel und dem, was in ihm ist. Die Monster sind riesige, mysteriöse Insekten, die aus einer fremden Welt zu stammen scheinen und es nicht gezielt auf die Menschen abgesehen haben, was sie aber nicht davon abhält, über diese herzufallen, wenn sie ihren Beuteinstinkt wecken.

Zum anderen entsteht eine Bedrohung aus der Gruppe hinaus, was auch einen sehr interessanten Aspekt des Films ausmacht. Das Verhalten von Menschen in Extremsituationen. Die Szenerie erinnert sehr stark an eine Sequenz aus Hitchcocks Klassiker Die Vögel in der es eine sehr ähnliche Szene gibt, in eine Gruppe von Menschen in einem Restaurant zusammengepfercht ist und nicht heraus kann, weil draußen die Bedrohung für Leib und Leben in Form der Vögel auf sie wartet.

Hier ist es keine kurze Sequenz, der gesamte Film beschäftigt sich mit dieser Situation. Während Drayton die Situation sehr rational betrachtet sieht die religiös fanatische Mrs. Carmody (Marcia Gay Harden) die Ereignisse als Zeichen und Strafe Gottes für die Sünden der Menschheit. Zunächst findet sie wenig gehör, aber nach den ersten Toten und den ersten Angriffen der Insekten gegen den Supermarkt findet sie mehr und mehr gehör, so dass die Gruppe schließlich gespalten wird und sich die Mehrheit der Gruppe auf ihre Seite stellt.

Ihre fanatischen Lobpreisungen, Bibelzitate und Anklagen sind zum einen sehr nervig, sehr bald wünscht man sich als Zuschauer dass die gute Frau einfach ihren Mund hält und nachdem sie dass nicht tut und fortwährend weiter ihre fanatischen Weisheiten predigt wünscht man sich schließlich, dass sie einfach jemand erschießen möge, bevor sie größeres Unheil anrichtet.

Zum anderen führen sie dazu, dass genau dieses passiert. Von den drei im Laden befindlichen Soldaten erhängen sich zwei, da sie sich die Schuld für die Ereignisse geben, die scheinbar das Resultat eines militärischen Projektes sind, in dem das Tor zu einer anderen Dimension geöffnet wurde und das offensichtlich außer Kontrolle geraten ist. Nachdem der dritte Soldat davon berichtet hat sorgt Mrs. Carmody dafür, dass er von der Gruppe als Verantwortlicher erstochen wird und den Monstern ausgeliefert wird – die brutalste und schockierenste Szene im Film. Als Mrs. Carmody schließlich fordert, dass die Ungläubigen und zuerst Billy. Draytons Sohn, geopfert werden, werden die Zuschauer und die Gruppe endlich von ihr erlöst.

Erlösung ist schließlich auch das Motto des Finales des Films, welches hier nicht verraten werden soll, welches aber einschlägt wie eine Bombe und sehr stark von dem abweicht, was man von einem Hollywoodmainstreamfilm erwartet. Man fragt sich wie Darabont es geschafft hat, damit durch die zahlreichen Testvorführungen zu kommen, aber man kann froh sein, dass er es geschafft hat, da gerade das Ende und dessen Wirkung dafür sorgt, dass der Film lange im Gedächtnis bleiben wird.

Leider hat dieser Film auch einige deutliche Schwächen. Ein Film, der so sehr auf einen Ort und eine Personengruppe konzentriert ist, lebt von starken Charakteren die eine eigene Geschichte haben und intensiver betrachtet werden. Die meisten, teilweise durchaus interessanten Personen bleiben hier aber sehr blass und man erfährt zu wenig über sie.
Es ist natürlich gesamt gesehen fraglich, ob wirklich jede King Geschichte das Potential für solche Meisterwerke wie Darabonts vorherige Kingverfilmungen bietet, er macht aus Der Nebel aber sicher das beste und andere Regisseure hätte in diesem Szenario den Fokus vermutlich mehr auf die Bedrohung von außen gelegt, statt auf den aufkommenden Wahnsinn innerhalb der Gruppe. Somit liefert uns Darabont hier zwei kein drittes Meisterwerk ab, aber immerhin einen sehr gut funktionierenden Horrorfilm mit sozialkritischen Untertönen und einem verstörenden Ende dass den Zuschauer ähnlich perplex zurücklässt wie David Drayton.

Uncategorized Benjamin on 18 Jan 2008

P.S.: Ich liebe Dich (Richard LaGravenese, USA 2007)

Uncategorized Benjamin on 18 Jan 2008

Drachenläufer (Marc Forster, USA 2007)

Es wirkt fast ein wenig unwirklich, was wir am Anfang des Films zu sehen bekommen. Kabul, die Hauptstadt Afghanistans als eine asiatische Metropole, ein Ort des Frieden und Wohlstands. Mit klarem Bezug zu alten Traditionen und den klassischen Märkten und Basaren, aber auch ein Ort des Fortschritts, wo die Männer Anzüge tragen, man einen Fernseher zu Hause stehen hat, und “Die glorreichen Sieben” im Kino läuft, irgendwo gefangen zwischen Tradition und Moderne. Hier wachsen Amir und und der Sohn des Dieners vom Vater Amirs, Hassan auf. Sie sind die besten Freunde und speziell Hassan würde für Amir “Dreck fressen” wenn es nötig wäre.

Die beiden sind begeisterte Drachenflieger, wobei Amir der Lenker ist und Hassan die geschnittenen Drachen erläuft. Die Welt der Jungen ist bis zum schicksalsträchtigen  Tag eines Drachenfliegerwettkampfs heil, der das Leben aller beteiligten Personen im Film verändert. Hassan wird von einem angehörigen einer anderen Religionsgruppe, Assef, aufgerieben und vergewaltigt. Amir beobachtet diese Tat, unternimmt aber nichts um Hassan zu helfen sondern flieht. Im folgenden zieht sich Hassan immer mehr zurück und Amir ist voll von Scham- und Schuldgefühlen. Sein Wut entlädt sich gegen Hassan, den er mit Früchten bewirft, aber nachdem dieser dabei passiv bleibt inszeniert Amir einen Diebstahl den er Hassan in die Schuhe schiebt. Zwar verzeiht Amirs Vater Baba Hassan den Diebstahl, den dieser sofort gesteht obwohl er ihn nicht begangen hat, doch Hassans Vater beschließt, dass sie die Familie, der sie über 40 Jahre lang gedient haben, verlassen müssen, um ihre Ehre zu wahren.

Kurze Zeit später maschieren die Russen in Afghanistan ein und Amir und sein Vater fliehen, zunächst nach Pakistan und schließlich nach Kalifornien, wo Amir studiert und schließlich Schriftsteller wird. Hier lernt Amir Soraya kennen, die Tochter eines ehamligen afghanischen Generals, der ebenfalls aus Afghanistan geflogen ist, welche er schließlich heiratet.

Doch im Jahr 2000 bekommt Amir einen Anruf von einem alten Freund seines Vaters, der schwer erkrankt ist, der ihn bittet nach Pakistan zu kommen, um ihn zu besuchen. Amir verbindet eine enge Bindung mit diesem Mann, da er es war, der ihn als Jungen zum Schreiben ermuntert hat, so dass er ihm auch sein erstes Buch gewidmet hat. Als Amir bei ihm ankommt eröffnet er Amir, dass dieser noch eine Aufgabe zu erledigen und etwas wieder gut zu machen hat. Hassan wurde von den Taliban ein Jahr zuvor erschossen, genau wie seine Frau. Sein Sohn aber hat überlebt und wurde von den Taliban verschleppt. Weiterhin erzählt er ihm, dass Hassan nicht Alis leiblicher Sohn war, sondern dass in Wahrheit sein Vater Baba mit einem Dienstmädchen geschlafen hat, und Hassan sein Bruder, und Hassans Sohn folglich sein Neffe ist. Amir hat von seinem Vater vor allem Ehrgefühl und Anstand gelernt, so dass er ohne lange zu zögern beschließt sich nach Afghanistan aufzumachen, um seinen Neffen zu finden und mit nach Amerika zu nehmen. Doch das Land, in das er reist und das einst seine Heimat gewesen war, erkennt er nicht mehr wieder …

Drachenläufer überzeugt nicht durch seine Stars oder Effekte oder sonstigen Schnickschnack sondern einzig und allein über seine Geschichte, die zugleich ein Spiegelbild der afghanischen Geschichte ist und uns vor Augen führt, dass Afghanistan einst ein blühendes Land war, mit Menschen voller Wärme und Zuversicht, das aber in den Wirrungen zahlreicher Kriege und diktatorischer Regime den Bach runter gegangen ist. Der Kontrast zwischen dem alten und dem aktuellen Afghanistan könnte nicht krasser sein. Man bekommt ein besseres Verständnis dafür, was gemeint ist wenn man im Fernsehen über Afghanistan und den Afghanen hört. Die anfänglichen Drachenwettkämpfe sind sehr gut inszeniert und auch Sinnbildlich für die Entwicklung Afghanistan. Sie stehen für Freiheit, Schwerelosigkeit und Unbekümmertheit und einst war der Himmel Kabul voll von Drachen. Heutzutage steigen keine Drachen mehr in Kabuls Himmel auf.

Uncategorized Benjamin on 17 Jan 2008

An Ihrer Seite (Sarah Polley, Kanada 2006)

Uncategorized Benjamin on 16 Jan 2008

Abbitte (Joe Wright, Großbritannien 2007)

Das perfekte Drama?

Uncategorized Benjamin on 16 Jan 2008

Die Weisheit der Krokodile (Po-Chih Leong, Großbritannien 1998)

Uncategorized Benjamin on 15 Jan 2008

Die WutProbe (Peter Segal, USA 2003)

Nachdem ich lange Zeit dachte, dass ich Adam Sandler nicht mag (und in der Tat mag ich seine einschläfernde, monotone, nichtssagende Synchronstimme nicht), muss ich mehr und mehr feststellen, dass mir seine Filme doch sehr gefallen, da sie selten so platte Komödien wie die von Ben Stiller sind, sondern oftmals Geschichten erzählen, hinter denen etwas mehr steckt, als bei der normalen Durchschnittskomödie.

In Die Wut-Probe hat Sandler zu dem das Glück einen überragenden Partner an seiner Seite zu haben, und in der Tat stielt Jack Nicholson Sandler die Show, wobei sich im Grunde beide perfekt in ihre jeweilige Rolle einfügen. Sandler spielt  Dave Buznik, einen sehr zurückhaltenden, friedfertigen und ausgeglichenen jungen Mann, der allerdings auf Grund eines traumatischen Kindheitserlebnisses Probleme damit hat, seine Freundin Linda z.B. in der Öffentlichkeit zu küssen. Eines Tages fliegt er mit dem Flugzeug und aus seiner Bitte nach einem paar Kopfhörern, um zusammen mit seinem nervigen Sitznachbarn einen Film zu kucken, folgen eine Reihe von Mißverständnissen, die schließlich dazu führen, dass Dave vor Gericht landet und eine Aggressionstherapie bei Dr. Buddy Rydell verordnet bekommt, welcher zufälligerweise sein nerviger Sitznachbar im Flugzeug war. David fühlt sich völlig fehl am Platze in dieser Gruppe, was er im Grunde auch ist, zumal sein Therapeut Buddy (Nicholson) deutlich aggressiver ist als er selbst und im Grunde selbst eine Therapie braucht.

Nicholson dreht hier voll auf, manchmal an der Grenze zum Overacting, aber er überschneidet sie nie. Würde des Drehbuch noch etwas mehr hergeben, dann wäre der Film sicher noch gelungener, und das The Game-artige Ende ist irgendwie vorhersehbar. Trotzdem eine gelungene Sandler-Komödie die man sich gut zwischendurch mal ansehen kann.

Uncategorized Benjamin on 15 Jan 2008

Mörderischer Vorsprung (Roger Spottiswoode, USA 1988)

Uncategorized Benjamin on 15 Jan 2008

Evita (Alan Parker, USA 1996)

Ich hab den Film nicht ganz gesehen, weil ich nach der Hälfte wusste dass mir der Film nicht gefällt und mir ein weiteres Sehen nichts bringt. So gut wie alle Dialoge werden gesungen, was ziemlich nervt weil es dadurch eine Masse an Choreographien gibt, die ich persönlich relativ schlecht fand, Madonna bleibt blass und glanzlos und die Story weiß zu keinem Zeitpunkt zu fesseln oder zu interessieren. Ich bin mal gespannt ob das beim kommenden Musical mit Johnny Depp genauso ist … ich hoffe nicht :)

Uncategorized Benjamin on 14 Jan 2008

I Am Legend (Francis Lawrence, USA 2007)

Uncategorized Benjamin on 14 Jan 2008

Spanglish (James L. Brooks, USA 2004)

Es gibt eine Szene in Spanglish in der John (Adam Sandler) früh morgens Hunger hat und sich ein extrem leckeres Sandwich mit Salat, Tomaten, Spiegelei, Schinken usw. macht. Ich hab diesen Film um fünf Uhr morgens gesehen und wäre fast gestorben vor Hunger. Die Inspiration für diese leckere Sandwichvariante mit einem Spiegelei war es allein schon Wert den Film zu sehen. Aber auch darüber hinaus hat der Film doch deutlich mehr zu bieten als normale romantische Komödien die sich meistens nur auf die (oftmals komplizierte) Liebesbeziehung der beiden Hauptcharaktere konzentrieren. Überhaupt muss ich eingestehen, dass ich Adam Sandler in der Vergangenheit unrecht getan habe. Zwar kann ich seine Synchronstimme immer noch nicht wirklich leiden, ich finde sie klingt so, als würde er jede Sekunde einschlafen, doch ich hab ihn und seine Filme immer in eine Schublade mit Ben Stiller gesteckt und das wird dem guten Sandler wirklich nicht gerecht. Stiller Filme haben selten eine wirkliche Aussage, und meistens einen sehr platten, unlustigen Humor, der einfach lustig sein will weil er blöd und platt ist und nicht weil er präzise getimte Gags und subtilen unterschwelligen Humor verfügt.

 

Spanglish hingegen liefert eine ganze Menge Inhalt. Im Vordergrund steht die bezaubernde Mexikanerin Flor Moreno (Paz Vega), die mit ihrer Tochter Cristina (Shelbie Bruce) in die USA ausreist um ihr ein besseres Leben zu ermöglichen und bei einer recht interessanten Familie als Hausmädchen zu arbeiten beginnt. Dass sie dabei kein Wort Englisch spricht ist nur ein kleines Hindernis, da sie auf Grund ihrer stark ausgeprägten Sozialkompetenz jederzeit weiß, was im Haus vor sich geht. Vielmehr bringen diese Sprachdefizite ihre Tochter oftmals in Verlegenheit, die hervorragend Englisch spricht und oftmals Simultandolmetscherin für ihre Mutter spielen muss, was zu einigen amüsanten Szenen führt. Außerdem natürlich den Familienvater John, dessen Sinn für gute Sandwiches sich dadurch erklärt, dass er ein hervorragender Koch mit eigenem Restaurant ist, dass sich gerade in einer Krise befindet, die er nur mit Hilfe seiner Familie überstehen kann, wobei er dabei ist, sich (überraschenderweise ^^) in die Haushälterin Flor zu verlieben.

Dann gibt es da noch die Mutter Deborah (Tea Leoni), die sofort einen Narren an Flors Tochter Cristina gefressen hat und versucht sie auf amerikanische Weise zu erziehen, ohne zu merken wie sehr sie damit die Autorität der Mutter und die von ihr vermittelten Werte zu untergraben. Außerdem befindet sich die eigene Tochter Bernice in einem ständigen Konflikt mit ihrer fitnesssüchtigen Mutter, da sie selbst etwas pumelig ist und unter dem ständigen Bemühen ihrer Mutter leidet sie an das amerikanische Idealbild anzupassen. Dann gibt es noch die Deborahs Mutter (Cloris Leachmann), die sich täglich betrinkt, im ihrer gescheiterte Karriere als Rockstar zu verarbeiten. Und nebenbei betrügt die gute Deborah ihre Mann, der sich aber seinerseits wiederum in die Haushälterin Flor verliebt … das hatten wir doch schon.

 

Ziemlich viel Stoff also der in, für Komödien doch eher ungewöhnliche, 132 Minuten gepackt ist. Das hat zum einen den Vorteil, dass der Film deutlich mehr liefert als eine platte Liebesgeschichte, wobei die Liebesbeziehung zwischen Flor und John sich erst relativ spät entwickelt und auch eigentlich mehr erzwungen und gewollt, als eher überraschend und unvermittelt wirkt. Zum anderen hat es aber den Nachteil, dass sich die zahlreichen Handlungsstränge verlaufen und der Film keinen wirklichen roten Faden hat. Als Serie hätte das ganze sicher deutlich besser funktioniert und wäre sicher nicht weniger interessant geworden.

Das der Film dennoch funktioniert liegt an den zahlreichen hervorragend gespielten Charakteren, die alle eine eigene Persönlichkeit haben und dem Zuschauer nahe gehen. Dabei ist Adam Sandler selbst gar nicht mal der eigentliche Star des Films, da es so gut wieder schafft, ihm die Show zu stehlen und er selbst immer etwas blass als liebenswürdiger Familienvater bleibt. Besonders heraus sticht Paz Vegas, und das nicht nur wegen ihres bezaubernden Lächelns. Tea Leonie wirkt zwar sehr hysterisch und überdreht in ihrer Funktion als überforderte neurotische Mutter, schafft es aber diese Rolle auszufüllen ohne jemals wirklich ernsthaft nervig zu werden, eine Gefahr, die bei dieser Rolle leicht bestanden hätte. Auch die Kinder sind hervorragend, lediglich der Sohn der Familie geht etwas unter. So bleibt trotz der schwächelnden Story und dem sehr losen roten Faden ein durchaus unterhaltsamer Film, dem man ruhig mal eine Chance geben kann, auch mit dem Wissen, dass es sich hier sehr wahrscheinlich nicht um den besten Film aller Zeiten handelt.

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