Monthly Archive for "September 2008"



Uncategorized Benjamin on 30 Sep 2008

Fargo (Joel Coen, USA 1996)

Fargo erhielt bei den Oscars 1997 7 Nominierungen und wurde glaube ich sogar mit ein oder zwei Trophäen ausgezeichnet und überall liest man von einem kleinen ruhigen Meisterwerk. Sicher, die Story um eine gefakete Entführung bei der so ziemlich alles schief geht was schiefgehen kann hat jede Menge sehr subtilen schwarzen Humor ohne dabei selten wirklich lustig im Sinne von Witzig zu sein. Es sind mehr die Charaktere an sich, die den Film interessant machen. Am Anfang des Films kommt eine Einblendung, dass der Film auf wahren Tatsachen beruht was natürlich Quatsch ist, wie man auch im Abspann lesen kann sind sämtliche Ähnlichkeiten mir real existierenden Personen nicht beabsichtigt und zufällig sind. Daher dient das ganze wohl mehr dem Kleinstädterleben das hier gezeigt wird noch mehr Authenzität zu verleihen. Der Film ist gesamtgesehen ziemlich brutal und sicher nichts für zartbesaitete Gemüter zumal das ganze nicht so überzeichnet ist, als das man es nicht ernst nehmen könnte. Ich würde mich zwar als Coen-Fan bezeichnen, aber mit diesem Film, den ich als Einstimmung auf den am Donnerstag anlaufenden Burn After Reading gekuckt habe, werde ich einfach nicht warm. Da fand ich sogar diesen Film mit George Clooney und der Scheidungsgeschichte toller. ^^

Uncategorized Benjamin on 30 Sep 2008

Opfer der Unterwelt (Rudolph Maté, USA 1950)

Ein Mann betritt ein Polizeirevier und gibt bekannt das er einen Mord anzeigen möchte. Auf die Frage, wer ermordert antwortet er “Ich”. Eine relativ geniale Anfangssequenz und ein eigentlich relativ düsteres Szenario das genau ins Film Noir Genre passt. Ein Mann wurde vergiftet und hat nur noch wenige Tage zu leben und versucht in dieser Zeit zumindest rauszufinden, wer ihm das angetan hat und warum.

Uncategorized Benjamin on 30 Sep 2008

Umleitung

Uncategorized Benjamin on 30 Sep 2008

Kansas City Confidential

Der Titel täuscht ein wenig. Die Haupthandlung des Films findet nicht in Kansas sonder einer kleinen mexikanischen Siedlung statt. Nach einem spannenden, gut inszenierten und vielversprechenden Beginn verliert sich der Film zu sehr in langweiligen Dialogen und Banalitäten und kann die inszenatorische Klasse des Anfangs nicht mehr aufrecht erhalten. Noir Feeling kam bei mir nicht wirklich auf, dazu hat mir die Erzählstimme aus dem Off zu sehr gefehlt. Sollte man nochmal auf deutsch sehen, vielleicht gefällt er einem dann besser (ja ich gebs zu deutsche fassungen gefallen mir oft besser, da mich in vielen Filmen die englischen Dialoge einschläfern, wenn ich den Film eh schon nur mäßig finde, und dann verliert sich natürlich mehr und mehr der Bezug zur eigentlichen Handlung)

Uncategorized Benjamin on 30 Sep 2008

Der Herr der Ringe – Die zwei Türme – Extended Edition

Uncategorized Benjamin on 30 Sep 2008

Auf der Flucht (Andrew Davis, USA 1993)

Uncategorized Benjamin on 29 Sep 2008

Die Spur des Fremden (Orson Welles, USA 1946)

Uncategorized Benjamin on 28 Sep 2008

Hexen (Benjamin Christensen, Dänemark / Schweden 1922)

Hexen zu beschreiben ist recht schwer. Er ist ein Mix aus Dokumentar- und Spielfilm. Als erster Teil einer Triologie von der aber nur dieser Teil umgesetzt wurde dreht sich der Film rund ums Thema Hexen und Hexenverfolgungen. Dabei gehts zunächst staubtrocken los, in den ersten 15 Minuten werden mittels Zwischentiteln und Kunstwerken die  verschiedenen Weltansichten der verschiedensten frühen Kulturen erläutert und schließlich der mittelalterliche Hexenglaube erläutert. Das ganze mutet schlimmer an als jeder Lehrfilm den man früher in der Schule sehen musste. Im zweiten Abschnitt wird der Film dann Spielfilmhafter auch wenn sich hier immer wieder Realität und Fiktion mixen. Hier zeigt Regisseur Christensen wie enorm die Macht des Glaubens zur damaligen Zeit war und wie schnell Dinge wie Hexen und Flüche wahr wurden, einfach nur weil die Leute felsenfest daran glaubten, dass es so etwas gab. Im dritten Abschnitt wird auf Methoden wie die Wasserprobe eingangen, es geht also um Hexenprozesse wovon einer dann im vierten Teil, basierend auf einem wahren Fall, gezeigt wird. Im fünften Teil wird dann gezeigt was nach einem etwaigen Geständnis passierte, während sich der sechste Teil allen möglichen Folterinstrumenten widmet. Im siebten und letzten Teil schließlich wird die Verbindung zur modernen Wissenschaft hergestellt und das ganzen Hexenphänomen mit Hysterie erklärt.

Hexen lösten zur damaligen Zeit einige Skandale aus, wurde in Deutschland verboten und musste in seinem Heimatland um mehrere Minuten gekürzt werden. Damit gehört zu einem der ersten Horrorfilme die flächendeckend Probleme mit der Zensur hatten. Gerade die Kirche lief Sturm gegen den Film. Sex und Gewalt werden hier für damalige Verhältnisse sehr eindringlich gezeigt. Aber im Laufe der Jahre gewann der Film immer mehr an Popularität und wurde später sogar flächendeckend wieder in den Kinos aufgeführt,mittlerweile auch mit einer Erzählstimme unterlegt. Die Version hätte ich sehr gerne gesehen, hat mich der Film doch alles in allem eher gelangweilt. Auch wenn er voller interessanter Ansätze und Ideen steckt war sein Unterhaltungsfaktor für mich doch eher mäßig, auch wenn spätere Filme wie The Excorist deutliche Anleihen bei diesem Film machen (ratet mal wo die ausgegrabene Figur zum ersten Mal auftauchte), und auch die Macher von Blair Witch Projekt haben ihre Produktionsfirma Häxan nach diesem Werk von Benjamin Christensen benannt. Dennoch alles in allem für mich ein eher mäßiges Filmerlebnis, allerdings war meinem Filmgenuß auch abträglich dass in der Version die ich gesehen habe die Zwischentitel dermaßen schnell wieder Weg waren, das selbst ich als durchaus schneller Leser meine Probleme  hatte dem Text zu folgen, zumal sie auf englisch waren und manchmal stolpert man da ja auch doch über das ein oder andere Wort. Da Christensen den Film scheinbar tatsächlich als Lehrfilm konzipiert hat erscheint nach jedem Abschnitt “wird fortgesetzt”, was man durchaus aus Anlass nehmen kann, sich den Film auch stückchenweise zu Gemüte zu führen. Sollte ich ihn nochmal gucken werde ich das auf jeden Fall machen, da er nicht so wirklich das Potential hat mich für 100 Minuten zu fesseln.

Uncategorized Benjamin on 27 Sep 2008

Georges Méliès, Frankreich 1896-1913

Georges Melies ist vor allem durch seine Reise zum Mond bekannt, der in vielen filmgeschichtlichen Bücher zusammen mit dem großen Eisenbahnraub als einer der ersten Filme überhaupt auftaucht. Doch in der Zeit von 1986 bis 1913 drehte Melies geschätzte 500 Kurzfilme, viele von ihnen, wie dieser hier, gehen gerade mal eine Minute. Der Pionier der Filmgeschichte hat einfach experimentiert, was mit dem neuen Medium möglich ist und alle möglichen Tricks ausgetüftelt, der erste Zauberer des Films. Leider sind viele seiner Werke verloren gegangen, entweder wurden sie im ersten Krieg eingeschmolzen und zu Reifen verarbeitet oder in neue Filmstreifen recycled. Aber die die erhalten sind, können größtenteils alle bei youtube bzw. Google Video bewundert werden.

Vier Köpfe sind besser als einer (1898)
Un homme de têtes
In diesem Film ist der Name Programm. wir sehen den großen Meister leibhaftig selbst vor der Kamera stehen, wie er seinen Kopf abnimmt, auf dem Tisch ablegt, einige Sekunden ohne Kopf runter nimmt, und Sekunden später wieder einen Kopf hat, den er wieder auf dem Tisch ablegt, bis er schließlich einen Kopf auf dem Hals und drei auf dem Tisch hat, mit denen er ein Liedchen singt. Wie ein heutiger Zauberer krabbelt er sogar unter dem Tisch durch, um zu beweisen, dass da niemand sitzt und wirklich nur der Kopf auf dem Tisch liegt. Heutzutage würde so etwas als Schnibsel bei Youtube landen, doch vor 110 Jahren waren das State of the Art Spezialeffekte.

Der schwarze Kobold (1905)
Diable noir, Le
In einem Hotelzimmer treibt ein schwarzer Kobold sein Unwesen. Als ein Gast das Zimmer bezieht, spielt er ihm unsichtbar zahlreiche Streiche und lässt lauter Alltagsgegenstände (wie etwa den Stuhl auf den der Gast sich setzen will) verschwinden oder in doppelter und dreifacher Ausführung erscheinen und setzt schließlich das Bett in Brand. Schließlich kämpfen die beiden miteinanderm, das Zimmer ist verwüstet und als der Wirt kommt um nach dem Rechten zu sehen, verschwindet der Kobold und der Gast wird vom wütenden Wirt hinausgeworfen, worauf der Kobold dsa Zimmer wieder für sich alleine hat.Ein paar ganz nette Tricks und auf jeden Fall schon eine eindeutige, vierminütige narrative Handlung, wenn gleich auch ohne irgendwelche Zwischentitel.

Der Mann mit dem Gummikopf (1901)
Homme à la tête en caoutchouc, L’
Mal wieder ein Kopffilm von Melies. Er spielt einen Chemiker, der, mal wieder auf einem Tisch rumliegt und an den er ein Ventil anbaut und mit einem Blasebalg Luf tin den Kopf pumpt. Der Kopf wird während er Grimassen schneidet immer größer, bis der Chemiker aufhört zu pumpen weil er Angst hat das der Kopf explodiert. Er lässt aus einem Ventil die Luft wieder ab, bis der Kopf wieder Originalgröße hat. Aufgeregt zeigt er seine Erfindung seinem Assistenten, der darauf hin selbst experimentieren will und solange pumpt, bis der Kopf explodiert. Zweieinhalbminütiger Kurzfilm von Melies. Es ist schon irgendwo erstaunlich das diese Uraltfilme heutzutage deutlich besser anzuschauen sind als die großen Klassiker des Jahrzehnts danach. Die Mamutschinken von D.W. Griffith sind doch deutlich schwerere und ununterhaltsamere Kost als diese kleinen Streifen.

Das Einmannorchester (1900)
Homme orchestre, L’
In diesem Streifen spielt Melies einen Bandleader der sich auf einen Stuhl setzt und nachdem er aufsteht sitzt dort ein Double von ihm mit einem Instrument. Dies wiederholt er sieben Mal bis schließlich ein ganzes Orchester vor der Kamera sitzt. Wenig Handlung, kurzweilige Unterhaltung.

Der Zauberer (1899)
Impressionniste fin de siècle, L’

Wieder ein nur einminütiger Kurzfilm in dem uns ein Zauberer gezeigt wird, der eine Frau erscheinen und verschwinden lässt. Nichts wirklich besonderes und selbst für Melies Verhältnisse relativ langweilig, uninspiriert und ereignislos. Immerhin wird der Film seinem Titel vollgerecht.

Kein deutscher Titel und mein französisch ist zu schlecht für eine Übersetzung (1902)
Eruption volcanique à la Martinique
Noch langweiliger als der eben gesehene Film. Melies führt uns einen Miniaturvulkan vor und lässt aus seinem Schlot Rauch aufsteigen und seine Abhänge Lava herunterfließen. Der “Film” hat wirklich keinerlei Unterhaltungsfaktor.

Uncategorized Benjamin on 26 Sep 2008

Ben Hur (Sidney Olcott, USA 1907)

Im Vergleich zur letzten Ben Hur Verfilmung epischen Ausmaßes kommt diese erste Verfilmung des Ben Hur Stoffes mit 12 Minuten ziemlich kurz daher. Das Buch Ben Hur aus dem Jahr 1980 zählte damals zu den bestverkauftesten Büchern und daher war der Stoff wahrscheinlich den meisten Kinointeressierten bekannt. Das ist auch bitter nötig, denn eine Geschichte erzählt dieser Film nicht wirklich, es werden nur einige Passagen aus dem Buch angerissen, der Twist zwischen Massala und Ben Hur, der auch in dieser ersten Verfilmung mit dem obligatorischen Wagenrennen entschieden wird, welches allerdings nur zwei Teilnehmer hat und auch nicht wirklich spektakulär in Szene gesetzt wurde. Die Kamera ist starr an einem Punkt auf eine Menschenmenge am Streckenrand gerichtet und wir sehen alle paar Sekunden Pferdegespanne durchs Bild huschen, ohne zu wissen wer wer ist oder einen Funken Dramaturgie zu entdecken. Der Sieger wird schließlich einfach per Zwischentitel bekantgegeben und der Film endet.

Die Qualität der von mir gesehen Version war mehr als schlecht. Man konnte Details nicht erkennen und das Bild wirkte sehr grobkörnig, dunkel, verschwommen, Gesichter konnte man kaum erkennen. Aufsehen erregte der Film in erster Linie dadurch, dass er Anlass für wohl einen der ersten Urheberrechtsgerichtsprozesse der Filmgeschichte war, da die Romanhandlung ohne Genehmigung verfilmt wurde. Das war zur damaligen Zeit Gang und gebe, die Filmemacher namen sich einfach Stoffe, die sie interessant fanden und setzten sie mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln um, was oftmal so aussah, wie diese Ben Hur Version, da zum einen die Technik noch nicht wirklich ausgereift war, zum anderen auch noch nicht wirklich viel Geld zur Verfügung stand und die ersten Filmstudios gerade dabei waren, groß zu werden. Der Rechtsstreit ging übrigens zu Gunsten des Romanautors aus.

Uncategorized Benjamin on 26 Sep 2008

Das Goldene Zeitalter (Luis Buñuel, Frankreich 1930)

Das Goldene Zeitalter heute ohne seinen historischen Kontext oder Hintergründe über den Regisseur zu kennen zu verstehen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Bunuel war zu dieser Zeit Surrealist und wollte einen dementsprechenden Film drehen, der provoziert und für einen Skandal sorgt. Das hat er auch geschafft. Nach der Erstaufführung gab es so ernome radikale Proteste gegen den Film, dass er beschlagnahmt wurde und 50 Jahre mit einem Aufführungsverbot belegt, so das er erst Anfang der 80er wieder gezeigt werden konnte.

Den heutigen Sehgewohnheiten widerspricht der Film mit seinen scheinbar nicht zusammenhängenden, wirren, teils verstörenden Bildern absolut nicht, auch wenn Bunuel mit der surrealistischen Grundidee brach und dem Film einen groben Handlungsfaden verpasste, der sich um zwei Liebende dreht, die auf Grund von gesellschaftlichen Konventionen und starrem bürgerlichen Denken nicht zusammenkommen können.

Da sieht man schonmal eine Kuh im Bett eines bürgerlichen Hauses und ein Eselsgespann das durch eine Feier zieht, ohne das sich irgendjemand daran stört. Erschossene Minister liegen nicht tot am Boden, sondern tot an der Decke. Ein Blinder wird niedergetreten und ein Bursche erschießt einen kleinen Jungen, der ihm Tabak gestohlen hat, was die feine Gesellschaft pikiert zur Kenntnis nimmt und sich daran ergötzt während der Twist zwischen einem Gast und der Mutter des Gastgebers, die ihm ein Getränk über den Anzug schüttet, worauf dieser sie Ohrfeigt für blankes Entsetzen, ein Hinauswerfen des Gastes und die Umsorgung der Mutter wie einer Schwerverletzten sorgt. Bizarr, abstrus, teilweise schwer verständlich treibt Bunuel es am Ende auf die Spitze als er Jesus mit den 120 Tagen von Sodom in Verbindung bringt und nicht nur gegen die bürgerliche Gesellschaft protestiert sondern die christlichen Grundwerte der Gesellschaft angreift. Heutzutage würde das außer ein paar unbedeutenden Protestgruppen niemanden mehr stören, betrachtet man aber den historischen Kontext, so kann man den Wirbel den dieser Film ausgelöst hat allerdings ganz gut nachvollziehen. Letztendlich alles in allem eher ein zeithistorisches Dokument, ein surreales  Kunstwerk, als ein Unterhaltungsfilm wie man ihn heute erwarten würde.

Uncategorized Benjamin on 26 Sep 2008

Der General (Clyde Bruckman/Buster Keaton, USA 1927)

Sehr schade das dieser Film, der heutzutage, zu Recht, als der beste Film Keatons gilt, gleichzeitig auch das Ende seiner Karriere einläutete, die nur wenige Jahre dauerte. Die Geschichte des Eisenbahführeres Johnny Gray war der teuerste Film den Keaton bis dato gedreht hatte, das Budget betrug schwindelerregende 750.000 US$, floppte aber bei den Kritikern und an den Kinokassen, worauf die Studios Keatons bis dahin geltende uneingeschränkte kreative Freiheit einschränkten, was zum einen nichts brachte, da seine nächsten Filme nicht erfolgreicher wurden, und zum anderen dazu führte das Keaton spätestens in den 30ern in der Bedeutungslosigkeit und Alkoholsumpf versank.

Johnny Gray ist Lokführer zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkrieges. Seine Angebetete erwartet jedoch, das er seine Tapferkeit beweist und sich der Armee anschließt. Er darf sich erst wieder bei ihr blicken lassen, wenn eine Unifrom trägt. Die Armee jedoch befindet, dass er als Eisenbahnführer seinem Land größere Dienste denn als Soldat erweisen kann und verweigert seine Rekrutierung. So darbt er ein Jahr dahin, bis seine andere große Liebe, seine Lokomotive “Der General” von Spionen des Nordens entführt. Mit an Bord ist außerdem noch Grays Angebetete, so dass er sich aus zweierlei Motiven auf die spektakuläre Verfolgung  seiner Lok macht, zunächst zu Fuß, später dann spannungsgeladen mit einer anderen Lokomotive. Im zweiten Teil des Films gelingt ihm als Spion dann die Rückeroberung des entführten Generals und verfolgt von den Nordstaatlern macht er sich auf den Weg heim, wo es an einer Brücke, die in einer spektakulären und bis dahint mit fast 50.000US$ teuersten je gedrehten Szene gesprengt wird, zur Schlacht zwischen Norden und Süden kommt, die dank Grays wagemutigen Einsatz im Erfolg des Südens endet.

Der General ist sicher DER Eisenbahnfilm schlechthin, an dem sich alle nachfolgenden Filme die sich Eisenbahnszenen bedienen messen lassen müssen, aber kaum einer dürfte es geschafft haben, da dieser Film ungefähr zu 80% in Lokomotiven spielt. Die kennen naturgemäß nur eine Richtung – nach vorn, was sich auch eins zu eins auf den Film überträgt. Die Dramaturgie entwickelt sich stringent und wird immer nach vorn getrieben. Der Plot ist simpel, aber er stellt nur das Gerüst dar für einen großartigen Film in dem jeder Gag nicht um des Gag Willens geschieht, sondern immer quasi logisch aus der Situation und den Figuren hinaus entsteht. Keaton gilt nicht zu unrecht als der stummste der Stummfilmdarsteller, er lacht nie, sein Gesicht strahlt immer eine stoische Ruhe aus, lediglich manchmal von ein wenig Überraschung unterbrochen,  selbst wenn er von einem Unglück ins nächste rast . Ich hab zwar schon ewig keinen Chaplin Film mehr gesehen, aber ich mir ziemlich sicher, dass mir die Keaton Filme deutlich besser gefallen werden, als die Chaplifilme. Keaton hat immer das richtige Tempo, das richtige Gespür für die Situation, die Mittel und die Einstellungen. Er verzichtete fast weitestgehend auf Tricks, jeder Stunt und jeder Gag im General mussten real funktionieren und umsetzbar sein. Und von diesen Stunts, bei denen er sich nie doublen ließ, gibt es wieder zahlreiche, und auch hier spielte er wie schon so oft, bewußt oder unbewußt, mit seinem Leben. Hier in einer relativ unspektakulären Szene am Anfang als er auf den Stangen der Räder der Lok sitzt. Hätte der Lokführer zu viel Gas gegeben und wären dadurch die Räder durchgedreht wäre Keaton auf der Stelle tot gewesen. Zum Glück hat alles geklappt und die Szene ist laut Keaton kein großer Gag, aber immerhin einen kleinen Schmunzler wert. Damals waren Schauspieler halt noch echte Abenteurer.

Der Film taucht immer wieder in Bestenlisten auf und auch in meinem Buch 1001 Filme die sie gesehen haben sollten [...] taucht er auf. Und das vollkommen zu recht, er ist defintiv einer der besten Stummfilme die je gedreht wurden und gleichzeitig neben Charlie Chaplins Goldrausch auch noch die einzige epische  Stummfilmkomödie. Keaton legte sehr viel Wert auf Authenzität und viele Kritiker sind der Meinung Keatons Darstellung des amerikanischen Bürgerkriegs sei die genauste und realistischste die je gezeit wurde, und übertreffe an Authenzität auch D.W. Grifftihs Werke und Vom Winde verweht. Definitiv ein Stummfilm der das Sehen mehr als Wert ist und den man auf jeden Fall gesehen haben und kennen sollte. Ein absolutes Meisterwerk von einem der größten Stummfilmdarsteller und Regisseure, der viel zu spät, aber immerhin noch zu Lebzeiten die gerechte Würdigung erhielt.

Uncategorized Benjamin on 26 Sep 2008

Slacker Uprising (Michael Moore, USA 2007)

Zwei Monate vor den amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2004 ging Michael Moore auf Tour in 20 Swing States. Bei den meisten Bundesstaaten war vorher klar, ob Repulikaner oder Demokraten sie gewinnen würden, nur diese 20 waren unsicher. Moores Ziel war es die Slackers, also Leute die lieber auf der Couch sitzen, statt wählen zu gehen, genauer die weiße Mittel- und Unterschicht, aber auch einfach die zahlreichen Studenten des Landes anzusprechen, zur Wahl zu mobilisieren. Ein erfolgreiches Unterfangen, diese Wählerschicht stimmte mit großer Mehrheit für John Kerry. Den ärgerlichen Wahlsieg des amtierenden Präsidenten erklärt Moore am Ende des Films mit der Tatsache, dass ihre Eltern leider für Bush gestimmt hätten. Es dreht sich halt immer alles um Ohio.

Slacker Uprising ist gewissermaßen der Film zur Tour den Moore jetzt, wieder knappe zwei Monate vor den Präsidentschaftswahlen in Amerika frei im Internet veröffentlicht. Offiziell von Michael Moores Seite runterladen können sich den Film zwar nur Amerikaner, aber im Internet kursieren bereits wenige Stunden nach der Veröffentlichung zahlreiche Versionen die frei downloadbar sind, so dass auch Nichtamerikaner in den Genuss kommen. Die kostenlose Freigabe des Films ist nach Betrachtung des Films auch sehr nachvollziehbar. Es wäre eine Schande gewesen dafür jemanden Eintrittsgeld abzuknöpfen. Man hat das Gefühl in den 90 Minuten Film alle 63 Städte zu sehen zu bekommen, laufend sieht man riesige Hallen oder Hörsäle, gefüllt mit hunderten und tausenden junger Menschen und man fragt sich ständig, wieviele Baseball Caps Moore wohl hat. Die bisherigen Moore Filme waren immer dann am besten, wenn Michael Moore sich nicht selbstgefällig selbst inszeniert hat, sondern einfach die Geschichte erzählte und “Fakten” demonstrierte. In Slacker Uprising ist Moore leider gefühlte 95% des Film selbst im Bild. Die Konsequenz kann sich jeder selbst ausrechnen.

Die Botschaft damals war klar: Verhindert das Bush wieder ins Weiße Haus einzieht. Doch dies ist nicht auf den aktuellen Wahlkampf übertragbar. Bush darf sich Gott sei Dank nicht mehr zur Wahl stellen, der neue Gegner heißt John McCain. Einen Anti-Bush Film gab es ja auch bereits von Moore: Fahrenheit 9/11. Dieser Film mag vielleciht der ehrlichste von Michael Moore sein, weil die Zahl der verdrehten Fakten sehr gering sein dürfte, aber auch gleichzeitg sein schlechtester, weil er einfach keine Geschichte erzählt und ziemlich langweilig ist. Defintiv ein Moore den man sich nicht geben muss, und der, wenn überhaupt, auch nur in den drei Wochen in denen er frei downloadbar ist, überhaupt einen tieferen Sinn hat. Aber immerhin mal wieder ein Lebenszeichenvom alten Michael.

Uncategorized Benjamin on 25 Sep 2008

Sherlock Jr. (Buster Keaton, USA 1924)

Buster Keatons Film über einen einfachen jungen Mann, der eigentlich im Kino arbeitet, in seiner Phanatsie aber gerne ein großer Detektiv wäre ist eine kleine Perle der Stummfilmzeit. Sehr positiv anzumerken ist, das Keaton einfach seine Geschichte erzählt und den Film nicht unnötig in die Länge streckt, so das dieser Film nur 44 Minuten dauert. Es gibt wenig schlimmeres als ermüdende, künstlich in die Länge gestreckte Stummfilme. Durch Humor besticht der Film primär in seiner Anfangsphase, später ist es weniger der Witz der den Film sehenswert macht, sondern die für die damaligen Verhältnisse teilweise erstaunlichen Effekte, über deren Technik viele Filmleute der damaligen Zeit gerätselt haben.

Keaton vererhrt eine junge Frau, doch er hat einen Konkurrenten, der ihm beim Besuch im Elternhaus eine gestohlene Uhr unterschiebt. Während Keaton bei seinem Job im Vorführraum einschläft und im Traum als großer Detektiv den Fall löst, tut es in der Realität seine Angebete selbst. In dieser Traumsequenz beginnen dann schließlich der faszinierende Part des Films. Als Traumfigur verlässt Keaton zunächst seinen Körper, was noch mittels einfacher Doppelbelichtung gelöst wurde, klettert dann in den Film hinein, was auch noch realtiv einfach gestaltet ist; im Film selbst ist er dann aber Opfer einer waghalsigen Schnittfolge. Setzt er sich in der einen Szene auf eine Bank, so ist sie in der nächsten Szene weg und er fällt auf den Po. Springt er in der einen Szene ins Wasser kommt eben in der Sekunde ein Schnitt und er landet kopfüber im Schnee. Das ganze ist perfekt umgesetzt und das in einer Zeit in der der Blue Screen noch nicht erfunden und auch die Rückprojektion noch einige Zeit auf sich warten ließ. In der Szene in der er auf einem abfahrend Zug entlang läuft und schließlich an einem Wasserrohr hängt hat er übrigens die Kraft des Wasserstrahls deutlich unterschätzt und wurde regelrecht zu Boden geschleudert. Er klagte nach dieser Szene einige Tage lang über Kopfschmerzen und fast ein Jahrzehnt später stellte ein Arzt durch Röntgenaufnahmen fest, dass er sich bei dieser Szene wohl das Genick gebrochen hat.

Uncategorized Benjamin on 25 Sep 2008

Der Baader Meinhof Komplex (Uli Edel, Deutschland 2008)

Als ich vor einigen Monaten zum ersten Mal einen Trailer zum Baader Meinhof Komplex gesehen habe, war ich noch mehr als skeptisch. Ein deutscher Film zu so einem heiklen und komplexen Thema, der auch nicht, wie die meisten anderen RAF-Verfilmungen eher als kleines Drama inszeniert wurde, sondern eindeutig als großes Hochglanzeventkino das für volle Kassen sorgen, dass kann doch eigentlich nur schiefgehen.

Aber im Gegenteil. Bernd Eichinger und Uli Edel haben einen Film geschaffen der es schafft die historischen Ereignisse im Rahmen seiner Möglichkeiten korrekt und genau abzubilden und dabei keine Glorifzierungen vornimmt. Basierend auf dem Buch von Stefan Aust “Der Baader Meinhof Komplex”, das als Standardnachschlagwerk zum Thema RAF gilt, erzählt der Film die Geschehnisse aus dem Buch sehr detailliert nach. Eine Stärke bzw. aus anderer Sicht auch Schwäche des Films ist, das er keine Stellung bezieht. Baader, Ensslin und Meinhof werden nicht als linke Helden dargestellt, sondern die von ihenen verübte Brutalität und Gewalt wird erschreckend detailliert und realitätsgetreu dargestellt, so dass man trotz aller möglichen Sympathien für die Motive nie in Versuchung gerät die verwendeten Instrumente heldenhaft zu empfinden. Aber auch der Staat und die Haftbedingungen für die RAF-Terroristen werden sehr eindringlich und drastisch dargestellt. Der Film vergibt Sympathiepunkte auf beide Seiten und bezieht somit nie klar Stellung. Der Zuschauer muss selbst entscheiden, was er als angemessen empfindet und was er mißbilligt. Diese fehlende Positionierung führt auch dazu, dass es keine wirkliche narrative Handlung gibt. Historisch werden die Ereignisse abgearbeitet und erdrückend eindringlich dargestellt, aber eine Geschichte, eine wirkliche Hintergrundhandlung, eine wirkliche Motivation oder eingehendere Charakterisierung gibt es nicht. Versuchen die Persönlichkeit und Gedankengänge eines Terroristen, der Tote einfach so in Kauf nimmt, zu interpretieren oder nachvollziehbar zu machen ist sicher schwierig. Ob man dies nun als Stärke oder Schwäche des Films ansieht bleibt jedem selbst überlassen. Ich empfand es jedenfalls sehr positiv.

Uli Edel steckt in 150 Minuten Film 10 Jahre RAF Geschichte, in der eine Unmenge von Personen eine Rolle spielen. Ist die erste Generation um Baader Meinhof und Ensslin noch realtiv überschaubar für den Zuschauer, so treten doch spätstens aber der zweiten Generation die sich für den deutschen Herbst 1977 verantwortlich zeigt, so viele Personen auf, dass man keine Chance hat nachzuvollziehen, wer jetzt eigentlich genau welche Rolle spielt. Dies ist aber entschuldigt da man auch ohne Zeitzeuge gewesen zu sein einen relativ guten Überblick über das Geschehen bewahrt und der Film insgesamt sehr eindrucksvoll bleibt. Ein paar Szenen hätten nicht unbedingt sein müssen, etwa die nächtliche Autofahrt am Anfang des Films, als die Gruppe auf der Autobahn sinnlos in die Nacht und auf Verkehrsschilder ballert. Das erinnert zu sehr an “Ein Freund von mir” und hat wenig Aussagekraft und auch die Szene als Baader seine Lederjacke einem jungen Nachwuchsterroristen, ich glaube es war Klar, zuwirft, der mit Baaders Freundin Ensslin nackt in einer Badewanne sitzt – das ist dann doch zu viel Terrorrocker-Pathos, aber zum Glück ist dies, wie eingangs schon erwähnt die einzige Szene solcher Art, ansonsten schafft es Bleibtreu dass man sich Jean-Paul Sartres Kommentar zu Baader anschließen kann, der ihn einmal in der Haft besucht hat und auf der Rückfahrt im Auto sagte “Was ist der doch für ein Arschloch, dieser Baader.” Eine gute bis sehr gute Leistung von Bleibtreu, der es vor allem im letzten Drittel des Films schafft die Gefühlszustände seiner Figur glaubhaft und überzeugend herauszuarbeiten.

Der Spiegelredakteur fand Martin Gedeck in der Rolle der Ulrike Meinhof brilliant und bezeichnete sie als Herzstück des Films. Leider fehlt mir der Vergleich zur echten Meinhof, ich fand Gedeck viel zu aufgesetzt und von allen Darbietungen hat mir ihre am wenigsten Gefallen. Zwar ist ihre Figur bis zu ihrem Selbstmord der einzige kleine narrative Faden, der den Film durchzieht, aber das schwierige Kunststück die Wandlung Meinhofs überzeugend Darstellen zu können gelingt ihr meiner Meinung nach nicht.  Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin hingegen ist wirklich brilliant. Äußerlich ist die Ähnlichkeit zum Orginal sehr frappierend, schafft sie es zum einen bildhübsch aber gleichzeitig auch unberechenbar und brandgefährlich zu wirken. Die Inszenierung des Film ist absolut hochkarätig und ist trotz eines Budgets von nur 6,3 Mio € auf höchsten internationalen Niveau und kann sich wirklich sehen lassen. Edel ist sehr auf Autheniztität bedacht und drehte wo es nur ging an Originalschauplätzen und bediente sich zahlreicher Archivaufnahmen, etwa der Landshutbefreiung, bei der ausschließlich Archivaufnahmen verwendet wurde. Aber auch mit der Handkamera nachgedrehte Szenen entsprechen den bekannten Originalaufnahmen in nahezu allen Details.

Leider fehlen dem Film zahlreiche Details, wie etwa die ernsthafte politische Anspannung speziell im Herbst 77 die sogar zu einer Regierungskrise führt, in der Bundeskanzler Schmidt ein nicht verfassungsmäßiges Organ, den großen Krisenstab einberief, der Vertreter aller Parteien beinhaltete und der fast zwei Monate, bis zum Ende der Krise die Regierung übernahm. In dieser Zeit, als die Rasterfahdnung erfunden wurde, Kontaktsperren und andere Gesetze erlassen  wurden, begann die Einschränkung der  bürgerlichen Grundrechte durch den Staat unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung. Ereignisse, die gerade nach dem 11. September hochaktuell sind, haben ihre Wurzeln über 30 Jahre in der Vergangenheit. Das dies natürlich nicht Thema des Films sein kann ist klar, allerdings sind es Fakten die man zumindest am Rande hätte erwähnen müssen.

Alles in allem ist der Baader Meinhof Komplex ein hervorragender, hochpolitischer Film, der mehr darstellt, als erzählt, der keine Stellung nimmt, sondern nur zeigt, und dem Zuschauer selbst sein Urteil bilden muss. Freilich kann für eine Urteilsbildung der Film nur dazu dienen sich intensiver mit dem Thema auseinander zusetzen und mal ein paar Stunden mit jüngerer deutscher Geschichte zu befassen, da das Thema doch deutlich vielschichtiger und komplexer ist, als es ein Film je darstellen könnte, aber auf dieses hochkarätige Stück deutscher Kinounterhaltung sollte man keinesfalls verzichten. Für mich einer der besten Filme des Jahres.

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