Uncategorized Benjamin on 09 Sep 2008 10:44 pm
Persepolis (Marjane Satrapi/Vincent Paronnaud, Iran/Frankreich 2007)
Persepolis ist die filmische Autobiograhie der mittlerweile in Frankreich lebenden Iranerin Marjane Satrapi. 1979 wird der Schah vom CIA gestürzt und aus dem Iran vertrieben. Doch statt dass. wie geplant die iranische Republik ausgerufen wird, ergreifen die Mullahs die Macht und errichten einen Gottesstaat in dem die Religion zum Machterhalt und der Unterdrückung des Volkes mißbraucht wird. Marjane ist zu dem Zeitpunkt an dem sich für sie und ihre Familie alles ändert gerade mal acht Jahre alt. Sie erlebt die Veränderungen zunächst aus Sicht eines Kindes mit, dann als Teenager, mit entsprechendem Drang zur Rebellion, der nicht nur ihre Familie, sondern auch sie selbst in große Gefahr bringt. Ihre Mutter beschließt darauf hin, sie zu Verwandten nach Europa zu schicken, wo sie fortan in Freiheit aufwächst, aber doch gefangen ist zwischen den Kulturen und sich ständig mit ihrer iranischen Herkunft auseinandersetzen muss und will, bis sie mit Anfang 20 beschließt, in ihr immer noch unbefreites Land und damit zu ihren Wurzeln zurückzukehren.
Persepolis ist ein absolut fesselnder und packender Film und sicherlich eine der besten Autobiographien die ich in letzter Zeit im Kino respektive auf DVD gesehen habe. Entgegen den Erwartungen hilft der Comicstil der Geschichte sogar noch. Die Regisseure verstehen es ein komplexes, zeitgeschichtlich nahes Thema, mit dem viele in Europa sich nicht wirklcih auseinander gesetzt haben, ansprechend in Filmform zu packen. Man erfährt recht viel über das Land, die Region, die Menschen und ihr Selbstverständnis. Dramatik und Humor gehen Hand in Hand und verstärken sich durch die Erzählform gegenseitig.
Ein absolut sehenswerter Film, der sicher zu den filmischen Höhepunkten 2007 gehört. Absolut empfehlenswert.
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