Uncategorized Benjamin on 09 Sep 2008 10:44 pm
The Dark Knight (Christopher Nolan, USA 2008)
Viel ist im Vorfeld über The Dark Knight berichtet worden. Besonderes Aufsehen hat der Tod von Heath Ledger im Januar diesen Jahres im Alter von gerade einmal 28 Jahren. Hat er sich zu sehr mit seinre Rolle identifiziert und ist dadurch nach familiären Unglück endgültig zerbrochen? Man wird es wohl nie erfahren. Aber auch die Geschehnisse rund um den Start in Amerika haben für Furore gesorgt. Kein Rekord den Chirstopher Nolans neuester Streich nicht gebrochen hätte: Meiste Einnahmen in Mitternachtspreviews, meiste Einnahmen am Premierentag, meiste Einnahmen am Startwochenende, Film der am schnellsten die 100$ Grenze gesprengt hat, sowie die 200$, 300$ und 400$ Mio Dollar Marke. In Amerika hat er von den Einspielergebnissen her alle andere Filme überholt und sich nach gerade mal vier Wochen an Star Wars vorbei auf Platz 2 geschoben und hat mittlerweile 450Mio US-$ eingespielt – fällt der 10 Jahre alte Titanicrekord? Wahrscheinlich nicht, da Titanic in der fünften Woche in den USA noch doppelt so viel eingespielt hat, wie The Dark Knight derzeit. Aber um all sowas gehts ja eigentlich gar nicht. Das Beispiel Titanic zeigt ja bestens dass Filme mit hohen Einspielergebnissen nicht zwangsläufig Top Filme sein müssen. Hält der Film was er verspricht?
Die kurze Antwort lautet: Ja.
Und das ist tatsächlich in erster Linie Heath Ledgers Darstellung von Batmans Erzfeind Joker zu verdanken. Normalerweise dienen Bösewichte in Filmen ja dauz, den Held besonders in Szene zu setzen. In The Dark Knight wirkt es fast anders herum, manchmal hat man das Gefühl Batman verkommt zum Stichwortgeber für Joker. Über die Hintergründe der Figur erfährt man fast gar nichts. Wieso ist der Joker so wie er ist, was ist ihm schreckliches passiert, wo kommt er her, das alles wird dem Zuschauer nicht nahegebracht. Aber das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist nur wofür die Figur steht. Chaos, Anarchie, Wahnsinn, Unkontrollierbarkeit, Verwüstung und Tod. Das sind nur einige der Attribute für die der Joker steht. Was ihn so schwer fassbar macht, ist die Tatsache, dass er scheinbar kein Motiv für seine Taten hat. Er strebt nicht nach Macht, Geld und Reichtum bedeutem ihm nichts. Er vollbringt seine Taten der Taten wegen. Und er will zeigen, dass auch in anderen Menschen böses steckt und dies wecken. Und Heath Ledger schafft es, dieses schizophrene, wahnnsinnge und nicht faßbare Wesen genau so zu spielen und stellt damit Jack Nicholson Darstellung des Jokers bei weitem in den Schatten. Würde er noch leben, wäre diese Leistung sicher absolut Oscarverdächtig und so wie man die Academy kennt, wird er auch sicher eine Nominierung erhalten. Einen Sieg wünscht man ihm aber nicht, denn mit so einer Auszeichnung können lebende Darsteller deutlich mehr anfangen als Tote.
Aber auch abseits der Figur des Jokers kann der Film sich sehen lassen. Maggie Gyllenhaals Berufung zu April kann man als wahren Glücksgriff ansehen, da sie es schafft dieser Figur Leben einzuhauchen, die eigentlich nur das Liebchen von Bruce Wayne und Harvey Dent verkörpert und selbst nicht viel Tiefgang hat.
Harvey Dent wird in diesem Film neu eingeführt. Ein junger aufstrebender Staatsanwalt, der nicht von den Mafiabossen Gotham Citys gekauft wurde und sich zum Ziel gesetzt hat, das organisierte Verbrechen der Stadt zu bekämpfen und dabei eine sehr gute Figur abgibt, der weiße Ritter Gotham Citys sozusagen, den Batman kennenlernen und einschätzen muss.
Er wird teil des hochkomplexen Filmthemas Moral: Wie weit muss man gehen und so etwas absolut böses und unfassbares wie den Joker zur Strecke bringen zu können. Der Joker hält sich an keine Regeln, spielt mit Leben und bringt seine Verfolger dazu, selbst über Leben und Tod entscheiden zu müssen, und zwar nicht ob jemand stirbt, sondern nur wer stirbt. Man könnte auch einfach sagen dass sich der Film mit der relativ alten Frage beschäftigt, wie schwer es doch für einen guten ist, die bösen Buben zu fassen die sich nicht an die Regeln halten. Aber die Frage geht im Film viel, viel weiter. Man könnte ihm vorwerfen dass sie zu weit geht, da man sich gegen Ende von der Komplexität der Moral fast erschlagen fühlt und der Film viel zu viel moralischen Balast hat. Eine Spur weniger hätte dem Film sicher auch nicht geschadet, aber weiß, ob er dann die gleiche Wirkung erzielt hätte.
Alles in allem sicher eines der Filmhighlights des Jahres, im Actiongenre stellt er alles in den Schatten, was man in den letzten Jahren zu sehen bekommen hat und auch in der Regie der Comicverfilmungen, in der bisher Spiderman I + II die Spitzenstellung innehatten, konnte schon Batman begins vor drei Jahren gleichziehen, The Dark Knight schiebt sich hier aber eindeutig an die Spitzenposition. WIrklich sehr, sehr Schade das wir in Christopher Nolans Batman Universum den Joker nie wieder als Batmans gegenspieler sehen können. Hoffentlich erlebt die Serie im dritten Teil keinen ähnlichen Einbruch wie es Spiderman mit seinem dritten Teil erlebt hat. Ich würde wetten, dass Christian Bale schon unterschrieben hat
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