Uncategorized Benjamin on 11 Sep 2008 03:26 pm

Babylon A.D. (Mathieu Kassovitz, USA / Frankreich 2008)

In einer gar nicht so weit entfernten Zukunft herrscht auf der Erde Chaos. Katastrophen, Konflikte und Kriege haben große Teile Europas und Asiens verwüstet. In Kasachstan fristet Toorop, seines Zeichens Kriegsveteran und Söldner sein Dasein und kämpft jeden Tag ums Überleben in dieser rauen Welt, in der es keine Sicherheit gibt und wo er niemanden vertrauen kann. Da macht Mafiaboss Gorsky ihm ein unwiderstehliches Angebot: Er soll eine junge Frau, die 20 jährige Aurora, unversehrt in Amerika abliefern. Als Lohn winken ihm eine halbe Million und eine neue Identität mit der er selbst in Amerika ein neues Leben beginnen kann. Für ihn ist es zunächst ein Routineauftrag und er betrachtet Aurora als Ware die er abzuliefern hat. Doch als im Verlauf der Reise mysteriöse Dinge passieren die zeigen das Aurora keine einfache Frau und weit mehr als eine Ware ist beginnt er an seinem Auftrag zu zweifeln…

Vin Diesel ist einfach geschaffen für Action-Science-Fiction-Streifen mit apokalyptischem Charakter. Als wortkarger miskelbepackter Hühne ist er eine beeindruckenden Erscheinung, der man den Einzelgänger ohne Probleme abnimmt und wenn er denn mal etwas sagt unterstreicht seine wuchtige, tiefe Stimme vor allem im Original diese Erscheinung nochmal zusätzlich. Storytechnisch kann der Film zwar nicht mit anderen Science-Fiction Werken wie Blade Runner oder Minority Report mithalten, weiß aber dennoch zu unterhalten. Die Story wird unermüdlich vorangetrieben, der Film gönnt sich selten eine Pause und es geht immer voran, wobei vergessen wird, die Geschichte und die Hintergründe an sich zu erläutern. Was ist mit der Welt passiert, wie sieht die Gesellschaft genau aus, was ist mit den Figuren passiert, welche Geschichte haben sie? Alles fragen, die höchstens angerissen werden, aber im großen und ganzen unbeantwortet bleiben. Schade eigentlich, hier wäre sehr viel Potential vorhanden gewesen die Inszenierung auch storytechnisch noch zu unterstreichen und dem Film wirkliche Größe zu geben. Das Filmbudget betrug zwar relativ üppige 60 Mio US$, aber dennoch wird uns relativ wenig von der Welt an sich gezeigt, viel Geld ist wohl für Spezialeffekte und aufwendig inszenierte Actionszene drauf gegangen. Auch wenn die Zukunftsversion nicht detailliert ausgemalt wird, so sind die gezeigten Bilder doch immer sehr stimmig und manches mal auch beeindruckend. Die Actionszenen überzeugen ohne Probleme, auch wenn der entscheidende Straßenkampf für meinen Geschmack wieder mal, ähnlich wie im Bourne Ultimatum, viel zu schnell, hektisch und wacklig geschnitten ist. Wenn sich Leute prügeln und Kampfkunst gezeigt werden soll, dann möchte ich davon auch etwas sehen und nicht alle 0.5 Sekunden einen Schnitt vorgesetzt bekommen. Aber da es offensichtlich sehr viele Menschen und Kritiker gibt, denen dieser Inszenierungsstil von Actionszenen gefällt, werden wir ihn wohl auch noch weiterhin zu sehen bekommen.  Ingesamt ist die Inszenierung aber auf höchsten internationalen Niveau und wirkt in keinem Moment billig oder ungekonnt.

So offenbart uns Babylon A.D. zwar keine neues imposanten Science Fiction Endzeitszenario, weiß aber durch eine gelunge Inszenierung, hervorragende Actionszenen, eine gute Besetzung und eine immer noch vorne drängende Story zu überzeugen und zu unterhalten und ist durchaus ein Actionerlebnis, das man sich auf der Kinoleinwand gönnen sollte. Mir hat er deutlich besser gefallen als sein Quasi-Vorgänger Children of Men.

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