Uncategorized Benjamin on 17 Sep 2008 01:44 pm

Flammendes Inferno (John Guillermin/Irwin Allen, USA 1974)

Wird man die Jahre 2001-2010 wohl als Zeit der Comicverfilumungen in Erinnerung behalten, so waren die 70er das Jahrzehnt der Katastrophenfilme. Wie Pilze schossen sie damals aus dem Boden um die Zuschauer von dern Fernsehsesseln zu Hause in die Kinosessel vor der Leinwand zu locken, auch Flammendes Inferno zählt zu dieser Reihe, sticht aber, nicht nur durch den Handlungsort, etwas heraus, mit einer Geschichte, die zwar einerseits banal wie bei allen Katastrophenfilmen ist, zum anderen aber leider auch immerwährende Aktualität behalten wird.

Der größte Wolkenkratzer der Welt wird mit einer Feier im 135. Stock eingeweit. Da die Bauherren beim Bau etwas Geld beiseite geschafft haben, musste halt von den Plänen des Architekten etwas abgewichen werden, so wurden z.B. einfache elektrische Leitungen verlegt, welche zwar den Bauvorschriften entsprachen, gegen die sich der Archtitekt aber ausdrücklich ausgesprochen hat. Und so kommt es im 80. Stockwerk auf Grund einer elektrischen Störung zu einem Feuer, von dem die Bauherren zunächst noch denken, es sei einfach in den Griff zu bekommen, aber schnell stellt sich heraus, dass das Feuer unkontrollierbar ist und alle in Gefahr sind.

Man hat beim Anblick des brennenden Hochhauses unweigerlich permanent die Bilder des brennenden World Trade Centers vor Augen und es kommt einem fast unnatürlich vor, dass das Hochhaus während der drei  Stunden Laufzeit nicht einstürzt. Hoffentlich wird beim Bau des Freedom Towers nicht am falschen Ende gespart.

Die Geschichte weiß die gesamte Laufzeit über zu unterhalten, auch wenn 30 min weniger dem Film sicher nicht geschadet hätten. Das schöne an dem Film ist, das die Charaktere zwar einerseits ziemlich eindimensional bleiben, andererseits aber absolut unvorhersehbar ist wer überlebt und wer stirbt. Die Special Effects sind noch richtig schön handgemacht und Stars wie Steve McQueen, Paul Newmann und Fred Astaire verleihen dem Film noch zusätzlichen glanz. McQueen musste mal wieder die Diva raushängen lassen und bestand darauf bis auf die Dialogzeile genau so viel Text zu haben wie Newmann. Für Genrefans empfehlenswert, ansonsten sollte man halt vorher wissen, dass einem kein tiefgründiges Drama sondern ein actionreicher Katastrophenfilm vorgesetzt wird.

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