Uncategorized Benjamin on 24 Sep 2008 12:58 am

Tropic Thunder (Ben Stiller, USA 2008)

Ich war echt sehr positiv von Tropic Thunder überrascht. Der Film ist zum Glück keine typische Ben Stiller Komödie, obwohl er das Drehbuch schrieb, die Regie übernahm, den Film mitproduziert und auch noch die Hauptrolle spielt, sondern stellt sich vielmehr als komödiantische Actionsatire auf Hollywood und seine Stars und Regisseure und Produzenten und Mananger und Studiobosse heraus. Natürlich werden auch zahlreiche Vietnamfilme wie Apocalypse Now, Platoon, Rambo und andere teilweise sehr auffällig, teilweise sehr subtil parodiert.
Sehr gelungen ist der Anfang, der am besten im Kino wirkt. Die Darsteller werden über Trailer für ihre Filme eingeführt. Da in den meisten Kinos direkt vor dem Hauptfilm Trailer für Filme kommen, haben viele Leute, z.B. die zwei Damen neben uns, gar nicht gemerkt, dass der Film schon begonnen hat, sondern sich beschwert, was da denn für blödsinnige Filme kommen und das die Werbung doch so lang dauern würde. Spätestens beim zweiten Trailer hätte da aber der Groschen fallen müssen.

Allein die kurzen Auftritte von Tom Cruise als Studioboss sind schon das Eintrittsgeld voll und ganz wert. Glatzköpfig, dickbäuchig und als absolutes Arschloch legt er eine Performance hin, die absolut konträr zu seinem bisherigen Auftreten in Filmen ist, und sich herrlich selbst parodiert. Eigentlich ist alles in dem Film irgendein Parodie auf irgendwas, wenn auch manchmal über viele Ecken. In einer Szene tritt der Regisseur auf eine Landmine und sprengt sich selbst in die Luft. Stiller denkt aber, dass das nur Teil einer für sie inszenierten Show ist und macht Scherze mit dem herumliegenden Kopf des Regisseurs. Seine Kumpanen vermuten jedoch, dass das ganze keine Inszenierung sondern echt ist und können über seine Scherze nicht wirklich lachen, ebenso wie der Zuschauer der ja weiß, dass das ganze keine Inszenierung war und deswegen den Scherz auch geschmacklos, aber so überzogen findet, dass man dennoch drüber lachen kann. Denkt man länger drüber nach ist die Inszenierung die im Film ja keine Inszenierung sondern real ist ja in Wirklichkeit tatsächlich inszeniert und objekt betrachtet spielt Stiller wirklich nur mit einem Plastikkopf rum. Von daher ist das ganze im Nachhinein doch nicht so makaber wie man es zuerst wahrnimmt. Dieser Joke ist auch schon der derbste, ansonsten sind die Witze und Parodien alle überhalb der Gürtellinie. Leider kann die Story die einzelnen guten Ideen Stillers nicht wirklich 100%ig zusammeführen, aber darüber sieht man getrost hinweg, der Film gibt dennoch ein schlüssiges, und vor allem unterhaltsames Gesamtbild und ist für Comedyfans auf jeden Fall den Eintritt wird. Ärgern wird sich wohl keiner darüber, im Gegenteil =)

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