Uncategorized Benjamin on 01 Okt 2008 02:57 am
Belle de Jour – Schöne des Tages (Luis Buñuel, Frankreich/Italien 1967)
Auch der gute Bunuel wird älter. Seine “neueren” Filme sind immer noch provokativ und haben auch noch viele surreale Elemente, haben allerdings, zumindest im Falle von Belle de Jour einen Faden dem man ohne größere Probleme folgen kann.
Séverine Serizy ist die Frau des Arztes Pierre, doch sie nicht in der Lage sich ihm körperlich hinzugeben, da sie starke Phantasien aus dem BDSM Bereich hat, in dem insbesondere Erniedrigungen und Bondage eine Rolle spielen, die ihr Mann offensichtlich nicht teilt, oder sie nicht gewillt ist, sich ihm zu offenbaren. Daher beschließt sie eines Tages in einem gehobeneren Etablissement zu arbeiten, während ihr Mann arbeitet, also nur tagsüber, was ihr den “Künstler”namen Belle de Jour verpasst. Das geht solange gut, bis sich einer ihrer Kunden in sie verliebt, ihr nach einem Urlaub mit ihrem Mann eine Szene macht und beschließt, ihre Identität aufzudecken und sie bloß zu stellen. Aus Eifersucht schießt er auf ihren Mann, der dadurch zum Krüppel wird, stirbt allerdings selbst auch im Kugelhagel mit der Polizei.
Das ist natürlich noch nicht alles was passiert und auch die Zwischenhandlung ist deutlich ausgeprägter. Aber da dieser Film verschiedene Ebenen hat, ist die Handlung an sich nur schwer zu beschreiben. Viele Szenen sind eindeutig als Träume oder Wünsche Severines, wie etwa die Demütigungen die sie durch ihren Ehemann erleidet, aber auch das Ende des Films ist eindeutig eine Vision, oder alternativ ein sehr großer Zeitsprung. Auch bleibt die Frage ob sie überhaupt tatsächlich in dem Etablissement arbeitet, oder ob dies ebenfalls nur eine Wunschvorstellung ist. Die gesamte Handlung wird an einem Stück präsentiert und man kriegt visuell einen wirklich offensichtlichen Hinweis darauf, ob man sich gerade in der Phantasie oder in der Realität aufhält. Das muss der Zuschauer individuell am Inhalt des Gesehenen interpretieren. Ein Film, an dem man viel heruminterpretieren und deuten kann. Er wirkt erstaunlicherweise relativ zeitlos, obwohl er schon über 40 Jahre alt ist, wirkt er nicht wirklich altbacken, im Gegenteil.Ein zeitloser Klassiker. Hat mir sehr gut gefallen. Muss ich auch unbedingt nochmal gucken und näher aufschlüsseln und interpretieren. Ich mag solche Filme. Und Bunuels Filme haben mir bisher alle gefallen. Auch wenn sie teilweise mehr als Strange waren. Aber ich mag ja auch Lynch
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