Monthly Archive for "April 2009"



Uncategorized Benjamin on 03 Apr 2009

Nosferatu, eine Symphonie des Grauens (Friedrich Wilhelm Murnau, Deutschland 1922)

Irgendwann habe ich schonmal versucht mir diesen Klassiker via Youtube anzusehen, aber irgendwie konnte das weder fesseln noch begeistern, daher hab ich nach kurzer Zeit halbherzigen Schauens abgebrochen. Nun begab es sich aber, dass im Zuge der 4. Göttinger Stummfilmtage des Lumiere dieser Film im Deutschen Theater Göttingens mit einer Livemusikbegleitung gezeigt wurde. So nutzte ich die Chance und verband zwei ältere Vorhaben: Besuch des DT und das Sehen von Nosferatu.Und ich kann jedem wirklich nur ans Herz legen, diesen Filmklassiker in so einer Variante zu sehen. Die drei Musiker haben selbstständig eine Begleitung zu dem Film entworfen und es damit geschafft, eine ungeheuer dichte Atmosphäre zu erzeugen. Über den Film an sich wurde ja schon viel geschrieben, er hat sicher in er erster Linie filmhistorische Bedeutung. Durchaus für die damaligen Verhältnisse gut gemacht und die Darstellung von Max Schreck als umbenannten Dracula Graf Orlok ist sicher grandios, allerdings auch aus heutige Sicht grandioses overacting meiner Meinung nach. Aber dennoch passt gerade das sehr gut in den Film, der ansonsten eher doch recht langweilig wäre, aber Schreck macht seinem Namen alle Ehre und peppt ihn deutlich auf. Auf Grund eines Rechtsstreits der Stoker-Erbin mit dem Filmstudio hätte dieser Film fast seine Erstaufführung nicht überlebt. Obwohl Murnau einfach die Romanfiguren ein wenig abgewandelt und umbenannt hat, ist doch der Bezug zum Dracula Roman nicht zu übersehen und daher wurde vor Gericht der Erbin Recht gegeben und es wurde verfügt, dass der Film und sämtliche Kopien davon vernichtet werden müssen. Zum Glück haben es einige Kopien seinerzeit schon nach Übersee geschafft, so dass er der Nachwelt erhalten bleiben konnte. Der Wikipedia Artikel liefert zahlreiche sehr interessante Hintergrundinformationen und weiterführende Literatur zu dem Film, sowie einen Link zum Film selbst. Aber wie schon gesagt: Lieber in einer Live-Aufführung ansehen. Man erlebt eines der bekanntesten und bedeutensten Werke deutscher Filmgeschichte.Und darüber hinaus hab ich jetzt endlich den nötigen Background um mir Shadows of the Vampire anzusehen, von TV-Movie hat der Film immerhin einen goldenen Stern bekommen, was ihn als einen der besten Filme aller Zeiten auszeichnen soll, wobei TV-Movie bei solchen Bewertungen sicherlich zu populär”wissenschaftlich” ist, und kein Maßstab darstellt. Aber ich bin dennoch gespannt. DaFoe ist eigentlich immer sehenswert.

Uncategorized Benjamin on 03 Apr 2009

Lolita (Stanley Kubrick, USA/Großbritannien 1961)

Nach der glorreichen Verwechselung mit dem Remake vor über einem Jahr habe ich es nun endlich geschafft das Original von Stanley Kubrick zu sehen. Und wie bei eigentlich allen von mir gesehen Kubrick-Filmen muss ich sagen: Ganz, ganz groß. Kubrick hat einfach ein unglaubliches Gespühr dafür, selbst relativ unspektakuläre Szenen absolut intensiv und fesselnd zu inszenieren, wobei er die Dramtik in den wirklich fesselnden Szenen dann zielsicher auf den Höhepunkt treiben kann. Lolita ist absolut atmosphärisch, fesselnd. Sehr gut gespielt und macht plotmäßig alles richtig. Die Beziehung von Lolita und dem Professor wird sehr subtil gezeigt, man erfährt nie wirklich was genau nun zwischen den beiden passiert ist. Ich frage mich ob das ganze in heutiger Zeit, ohne strenge Zensurvorschriften und überholte öffentliche Moralvorstellungen genau so ausgesehen hätte. Besonders das für den Professor sehr tragische Ende kommt in dieser Version deutlich besser und härter rüber. Ich weiß nicht, ob ich da beim Remake einfach nicht aufgepasst habe oder gerade Chips holen war, aber wie diese heimliche Beziehung und Tragik an mir vorbei gehen konnte ist mir rätselhaft.Alles in allem in meinen Augen ein großartiger, absolut sehenswerter Film und ich kann nicht wirklich nachvollziehen, wieso Kubrick so polarisieren soll, dass man seine Filme entweder mögen oder hassen kann. Ich persönlich gehöre jedenfalls mittlerweile zu den großen Verehrern Kubricks. Die bisher gesehenen 2001, Lolita, Wege zum Ruhm, Full Metal Jacket, Dr. Seltsam, oder wie ich lernte die Bombe zu lieben sind zwar grundverschieden aber absolut grandiose Filme, die allesamt zu meinen Lieblingsfilmen zählen und ich damit Kubrick defintiv zu einem meiner Lieblingsregisseure zähle. Clockwerk Orange, Eyes Wide Shut, Shining und Spartacus werde ich mir sicherlich dieses Jahr noch ansehen. Die Filme habe ich zwar alle schonmal gesehen, aber das ist schon ewig her und damals konnte ich auch nicht wirklich viel mit ihnen anfangen. Aber das wird bei den nächsten Sichtungen sicherlich anders sein. Ich freu mich schon drauf.

Uncategorized Benjamin on 01 Apr 2009

Wege zum Ruhm (Stanley Kubrick, Deutschland/USA 1957)

Ganz klar eines der frühesten wirklichen Meisterwerke Kubricks, wobei ich die früheren Filme noch nicht gesehen habe, aber mit Wege zum Ruhm hat er auf jeden Fall einen großen Anti-Kriegsfilmklassiker geschaffen, der allgemein irgendwie recht wenig Beachtung findet. Mag wohl daran liegen, dass die Grabenkämpfe des 1. Weltkriegs nicht so “begeistern” können, wie die Schlachten des 2. Weltkriegs.

Dem französischen General Mireau wird eine Beförderung in Aussicht gestellt. Das einzige Hindernis, dass es vorher noch zu überwinden gilt, ist die Einnahme des Hügels 19, irgendein unbedeutender Fleck zwischen den deutschen und französischen Gräben. Doch die Männer aus der Einheit von Col. Dax (Kirk Douglas) kommen auf Grund des heftigen Sperrfeuers der deutschen nicht einmal aus ihren Gräben heraus. Mireau beobachtet das ganze aus sicherer Entfernung und ist erbost darüber, dass die Männer es nicht wenigstens versuchen. Er gibt der Artellerie den Befehl, auf den eigenen Graben zu schießen, um die Männer hervorzulocken. Doch der zuständige Grenadier verweigert die Ausführung des Befehls, solange er nicht schriftlich vorliegt. Mireau ist außer sich, da er seine Beförderung in Gefahr sieht und bringt exemplarisch drei Männer aus der Einheit wegen Feigheit vor dem Feind vor ein Kriegsgericht. In dem Schauprozess vertritt Col. Dax seine Männer, sieht aber schnell ein, dass er keine Chance hat. Das Gericht ist befangen, es gibt keine Anklageschrift und das Urteil steht eigentlich schon im Vorfeld fest, so dass die drei Männer zum Tode durch erschießen verurteilt werden. Der zuständige General Broulard erhält nach der Urteilsverkündung die Information über den Befehl Mireaus während der Schlacht. Aber verhindert er die Urteilsvollstreckung und somit eine große Ungerechtigkeit?

Der Film ist relativ kurz und sehr stringent. Nichts lenkt von der eigentlichen Handlung ab. Das Kubrick ein Meister des Inszenierens ist, beweißt er hier in mehreren Szenen, primär jedoch in der imposant inszenierten Finalszene sehr deutlich. Die Frau die am Ende als Deutsche ausgegeben wird und vor den Soldaten singt ist übrigens wirklich Deutsche und wurde ein Jahr später Kubricks Frau, was sie auch bis an sein Lebensende blieb.

5 von 5 Trommelwirbeln

Uncategorized Benjamin on 01 Apr 2009

Die Wilden Zwanziger (Raoul Walsh, USA 1939)

Sehr guter Film, der die Zeit der Prohibition in Amerika und die anschließende große Depression unter dem Deckmantel eines Gangsterfilms  zeigt. Dabei ist er in meinen Augen weniger ein Gangsterfilm, als vielmehr ein sozialkritischer Film. Die Männer werden nicht zu Gangstern weil sie es wollen, sondern weil sie auf Grund der Umstände dazu gezwungen sind. Es geht um drei amerikanische Soldaten, die sich im ersten Weltkrieg in einem Granatkrater kennenlernen. Als der Krieg vorbei ist kehren sie nach Hause zurück, doch sie müssen feststellen, dass sich die Welt daheim weiterbewegt hat, während sie in Frankreich für die Demokratie gekämpft haben. Es gibt keinen Job und von Glanz des Heldentums ist auch wenig zu spüren. Als die Prohibition kommt ist das die Chance für sie und schon bald machen sie alle mit ilegalen Alkohol das große Geld, doch das Ende der Prohibition kommt und auch der Schwarze Freitag bringt sie bald wieder dorthin zurück, wo sie direkt nach dem Krieg waren.

Wirklich ein ordentlicher Film, bei dem mir der Hauptdarsteller allerdings nicht sonderlich gut gefallen hat, und auf jeden Fall ein Film bei dem man sehr schnell sehr deutlich merkt dass Synchronisation nicht immer toll ist. Defintiv ein Film für Filmliebhaber, aber nicht zwingend etwas für jedermann. Aber Leute die gerne gute Filme gucken, die einfach eine interessante Geschichte erzählen werden sich schwer tun, den Film nicht zu mögen.
Sehr cool fand ich übrigens im Abspann die Idee unter den Namen der Darsteller die Namen der Synchronsprecher einzublenden. Sollte man heute auch wieder einführen.

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