Uncategorized Benjamin on 08 Feb 2010 05:34 am

Das weiße Band (Michael Haneke, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien 2009)a

Das weiße Band ist der deutsche Beitrag für die Oscars 2010. Der Film ist zwar eine deutsche, österreichische, französische und italienische Co-Produktion, und die Österreicher beklagen sich, dass lieber sie den Film einreichen wollten. Die Regeln der Academy sind da allerdings relativ simpel, ein Film darf für das Land starten, welches ihn zuerst einreicht. Letztendlich ist der Film auch einfach eine deutsche Geschichte über den Vorabends Ersten Weltkrieges und zeigt sogleich die ideologischen Wurzeln, die unter anderem zu Zweiten Weltkrieg geführt haben.

Ort der Handlung ist das kleine protestantische Dörfchen Eichwald, irgendwo im Norden Deutschlands. Erzählt wird die Geschichte aus sicht des ehemaligen Dorflehrers, der auch gleich in den ersten Sätzen erwähnt, dass er nicht mehr weiß, ob sich alles wirklich genau so zugetragen hat. Dementsprechend werden er und seine Angebetete in seinen Erinnerungen als die einzig moralisch agierenden Menschen des Films gezeigt.  In dem Dorf haben verschiedene Personen mit hohen Ansehen das Sagen, wie z.B. der Pastor, der Arzt und der Baron. Im Dorf geschehen mysteriöse Dinge. Ein zwischen zwei Bäumen gespanntes Seil bringt das Pferd des Artes im Galopp zu Fall, bei einem Arbeitsunfall kommt eine Arbeiterin ums Leben, der Krautgarten des Barons wird verwüstet, eine Scheune in Brand gesetzt. Irgendwann kommt der Lehrer zu einer schrecklichen Erkenntnis, wer hinter den ganzen Vorfällen stecken könnte.

Es ist weniger die Story, die den Film interessant macht, als vielmehr das Verhältnis zwischen den Bewohnern des Dorfes und die allgemeine Stimmung  im Dorf. Man betrachtet die welchem Umständen die Generation ausgesetzt war, die später für die Machtergreifung Hitlers verantwortlich ist und die sich vom Totalirismus hat umgarnen lassen. Der historische Rahmen ist dabei sehr gut in Szene gesetzt worden, in schicken Schwarz-Weiß Bildern zeigt uns Haneken eine Welt, die uns heute sehr fremd vorkommt. Alles ist geprägt von religiösem Glauben und Moralvorstellungen. Werte, die uns heutzutage weitestgehend fremd sind, haben damals die Menschen sehr geprägt. Aber genau diese Werte führen auch zu zahlreichen Intrigen, zu Neid und zu Hinterlist und Mißtrauen. Ich habe den Film nur zu halbherzig gesehen, um ihn wirklich bewerten zu können.
Was bleibt ist ein zwiegespaltener Eindruck. Es wird sicher viele Menschen geben, die in diesem Film unbedingt sehr viel positives sehen mögen und ihn für einen sehr guten Film halten, der sicher den Oscar verdient hätte. Für mich persönlich ist er ein wenig zu steril, man bleibt zu anteilnahmslos.
Aber ich muss ihn vlt. einfach nochmal sehen, um ihn abschließend bewerten zu können … um die Oscarchancen abzusehen, muss man sich die Konkurrenz ansehen, der argentinische Beitrag gilt bisher als Favorit.

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