Uncategorized Benjamin on 11 Feb 2010 06:56 am

The Secret In Their Eyes (Juan José Campanella, Argentinien 2009)

Genau in der Mitte des Films findet sich eine atemberaubende, an eine Stück gedrehte Szene.  Man sieht die Kamera von oben auf ein Fußballstadion zufliegen und erwartet jeder einen Schnitt. Doch dieser bleibt für die nächsten fünf Minuten aus und wir sehen die Kamera in das Sstadion hineinfliegen, wo gerade ein Fußballspiel stattfindet, sehen sie über den Rasen fliegen, wo gerade ein Angriff mit einem Schuss an die Latte endet, hinein in die Zuschauermenge, wo sie direkt neben dem Protagonisten zum stehen kommt. Aber selbst hier endet die Szene noch nicht und wir sehen, wie die zwei im Gewirr ihren Verdächten zunächst ausmachen, und dann durch die Katakomben des Stadions verfolgen, bis die Jagd schließlich auf dem Fußballplatz endet.  Ich möchte nicht wissen, wie oft diese Szene gedreht werden musste bzw. wie teuer sie war, um sie am Computer so zusammenzusetzen dass sie wie aus einem Guss aussieht. Atemnberaubend.  Ansonsten ist der Film ein solider Thriller. Ein Mord soll aufgedeckt werden, der Film wird in Rückblenden vom Jahr 1999 ins jahr 1974 erzählt. Machtinteressen spielen eine Rolle, politisches Kalkül. Die Gerechtigkeit bleibt augenschleinlich auf der Strecke. Das Ende lässt den Zuschauer dann jedoch selbst bewerten, was Gerechtigkeit ist, und bietet Diskussionsstoff. Vom Produktionsstandpunkt aus gesehen, kann der Film locker mit Hollywood-Produktionen mithalten. Die Kulissen, die Kameratechnik, die Licht und Schatten Effekte, die Soundkulisse, die Bühnenbilder, die Dialoge, die Atmosphäre, sind einfach sehr gut umgesetzt und eingefangen, und auch vor drastischeren Bildern schreckt Campanella nicht zurück. Wenn in Argentinien mehr solcher Filme produziert werden, sollte die Südamerikaner mal überlegen, damit den internationalen Markt zu bedienen, das Zeug dazu hätten Filme wie dieser auf jeden Fall.
Zwar ist der Film weit entfernt von der Brillianz eines City of God, aber er ist Welten besser als z.B. Roasrio, die Scherenfrau.
Harte Konkurrenz für unser Weisses Band, dass wohl dieses Jahr leer ausgehen wird.

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