Category Archive for "Uncategorized"



Uncategorized Benjamin on 03 Okt 2011

What a Man (Matthias Schweighöfer, Deutschland 2011)

Wer hätte gedacht das Till Schweiger in der deutschen Kinolandschaft mal Maßstäbe setzen würde. In den letzten Jahren hat er der deutschen romantischen Komödie ein neues Gesicht gegeben und zu ungeahnten Erfolgen geführt. Keinohrhasen und Zweiohrkücken waren bombastische Erfolge, Kokowäh konnte sich auch noch sehen lassen und auch sein Mitwirken in Männerherzen hatte sicher einigen Anteil am Erfolg.

So hat man dann auch bei What a Man irgendwie unterschwellig immer das Gefühl das gleich Till Schweigers Gesicht irgendwo, zumindest als Gastauftritt erscheinen müsste. Das generelle Thema des Films, die Plattheit der Figuren, die Schweiger-typischen Braunfilter – und dennoch schafft Schweighöfer es dem Film eine eigene Note zu geben. Er agiert hier als Hauptdarsteller, Produzent und Regisseur. Der Gute hat ja zum Glück eine recht sympathische Art an sich und diese trägt den Film über weiter Strecken. Die Jokes zünden manchmal, manchmal nicht, manches, wie die Weisheiten seines türkischen Freundes werden irgendwann nervig.

Sibell Kekili macht eine sehr gute Figur, wirkt allerdings oftmals unterfordert, macht ihre Sache allerdings ganz gut. Wenn ich mich recht erinnere ist es ihr erster Auftritt in so einer eher seichten deutschen Romödie.

Alles in allem wird aber wohl niemand enttäuscht sein der den Film guckt. Den wer reingeht weiß im Grunde vorher auf was er sich einlässt und genau das bekommt er geboten. Wer sich etwas überraschendes, neues, innovatives erhofft, der dürfte wohl in der Tat enttäuscht werden. Aber so jemand liest ja auch Kritiken und dürfte sich daher gar nicht in den Film verirren. Wer einfach nur einen netten, seichten Kinoabend mit Freunden verleben möchte und diese Art von Filmen generell mag wird diesen netten Kinoabend auch bekommen.

Uncategorized Benjamin on 26 Sep 2011

Hell (Tim Fehlbaum, Deutschland 2011)

Lange schon hat mich kein Film mehr dazu hingerissen eine Rezension zu schreiben, die letzte stammt vom 11. Februar 2010. Hell hat es nun wieder geschafft. Dabei ist der Titel des Films bewußt doppeldeutig gewählt. Denn hell ist es in Hell tatsächlich. Die Sonne hat durch gewaltige Plasmastürme an Intensität gewonnen und sorgt tagsüber für gleißendes Licht, wovon auch der Zuschauer regelmäßig geblendet wird. Sie sorgt aber im wahrsten Sinne des Wortes auch für die Hölle auf Erden, denn die Zivilisation ist zu Grunde gegangen, die meisten Menschen sind ums Leben gekommen, die Wälder ausgedörrt und Wasser ist ein knappes Gut. Hell ist somit ein postapokalyptischer Genrefilm aus deutschen Landen. Das schreckt viele zunächst einmal ab – sollte es aber nicht. Schon in der Vergangenheit haben deutsche Regisseure wie Florian Henckel von Donnersmark mit Das Leben der Anderen gezeigt, das auch deutsche Regisseure sehr gute Filme machen können.
Hell Regisseur Tim Fehlbaum begeht dabei zum Glück nicht den Fehler das Szenario zu erklären. Anfangs beschreibt ein kurzer Einführungstext die Klimakatastrophe und zwischendurch bekommt der Zuschauer die Information das wohl die Sonne mit gewaltigen Sonneneruptionen einen großen Anteil hat – viel mehr erfährt man nicht.  Natürlich verbindet man ein derartiges Szenario zunächst mit klassischen Hollywoodfilmen, aber dennoch wirken die Bilder nie befremdlich – warum sollten solche Katastrophen auch immer nur im Amerika stattfinden. Die anfängliche Autobahn kann überall in Deutschland sein, die Tankstelle ist x-beliebig, nur den späteren Ort der Handlung kann man in Bayern verorten. Gerade die Tagaufnahmen sorgen für eine großartige Stimmung, durch Überbelichtungen und geschickt eingesetzte Effektfilter baut der Film sehr schnell Atmosphäre auf.

In der ersten Filmhälfte steht noch die Katastrophe selbst im Vordergrund bzw. eher der Versuch des Überlebens der drei Protagonisten Marie (Hannah Herzsprung), ihrem Freund Phillip (Lars Eidinger) und Maries Schwester Leonie (Lisa Vicari) die nach kurzer Zeit durch den zunächst wenig vertrauenswürdigen Mechaniker Tom (Stipe Erceg). In der zweiten Filmhälfte rückt die Katastrophe selbst in den Hintergrund und ihre tiefgreifenden Auswirkungen auf die menschliche Moral rücken in den Vordergrund. Im Kampf ums überleben ist sich jeder zunächst selbst der nächste, die einzige wirklich noch funktionierende Sozialstruktur ist die Familienbande. Das zeigt sich sowohl in der Beziehung Marie – Leonie als auch auf dem Hof von Elisabeth (Angela Winkler) – die Familie und deren überleben ist wichtiger als alles andere – eine in ihrer gezeigten Konsequenz zwar erschreckende, aber durchaus nachvollziehbare Erkenntnis.

Interessant an Hell sind dann auch in erster Linie die Protagonisten, wobei die Frauen den Männer hier eindeutig den Schneid abkaufen. Als das Quartett auf eine Falle reinfällt die ihnen ihre Vorräte und ihr Fortbewegungsmittel klaut wird Leonie entführt, worauf hin Marie sich zur Einzelkämpferin entwickelt, die das Heft selbst in die Hand nimmt. Auch Leonie selbst erweist sich im Film immer wieder als ziemlich kompromisslos,  für sie ist ihre Schwester das einzige was zählt.

Meine Gedanken zu dem Film sind recht wirr merke ich gerade. Es gibt einfach vieles an dem Film was interessant ist. Die gezeigten Bilder sind unglaublich atmosphärisch und funktionieren auch in dem deutschen Szenario absolut hervorragend. Die Motive der handelnden Personen sind im wesentliche alle nachvollziehbar und teilweise erschreckend. Anfangs wirkt der Film ein wenig ziellos. Man beobachtet das Quartett bei ihrer Suche nach Wasser und Benzin, weiß aber noch nicht so ganz wo der Film hinsteuert. In der zweiten Hälfte bekommt der Film dann eine klare Richtung: Die Bedrohung ist nicht mehr in erster Linie die Umwelt sondern der Mensch. Und das alles harmoniert wunderbar: Szenario, Handlung, Hauptdarsteller, Spannung, Drehbuch, Ende – das ergibt ein rundes Ganzes bei dem man hinterher als hollywoodgeschädigter gar nicht glauben mag, das eine deutsche Produktion in dem Genre funktioniert.  Wobei das Drehbuch sicher keinen Preis für Originalität gewinnen wird. Eine postapokalyptische Welt in der einzelne um ihr Überleben kämpfen und dabei von einer großen Gruppe bedroht werden ist nun wahrlich nicht neu. Aber hier sind es die Charaktere und die kleinen Details, die das ganze wiederum so gut und interessant machen. Außerdem lässt der Film hinterher durchaus Platz für Diskussionen über die Motive der Akteure von denen man zunächst angewidert und abgeschreckt ist, bei weiterem Nachdenken wird das ganze aber auf eine gewisse Art nachvollziehbar. Und sowas ist bei Filmen dieser Art dann doch eher selten. Dazu ist das Ende auch noch offen, was ich sehr mag. Nicht in der Art das man denkt es könnte einen zweiten Teil geben, sondern einfach in der Art, das sich der Zuschauer selber denken kann wie es mit den “!Helden” wohl weitergehen mag. Dem Zuschauer wird selbst etwas abverlangt. So etwas blitzt zwischendurch im Film auch immer mal wieder kurz auf, als bei einer Actionszene Marie ausrutscht und sich den Kopf anschlägt bleibt die Kamera auf ihr. Was sich oben auf der Straße selbst abspielt kann sich der Zuschauer selbst ausmalen. Das ist ganz große Klasse, wobei Regisseur Fehlbaum anfangs noch etwas zu vorsichtig in der Hinsicht ist. In der Tankstelle in der die drei auf Tom treffen, entdeckt Marie eine Schlafstätte und ist erschrocken, da sie Angst um ihre Schwester hat. Statt einfach nur die Schlafstätte zu zeigen, muss Marie dem Zuschauer noch verkünden das sie hier eine Schlafstätte entdeckt hat. Ohne diesen Satz wäre die Wirkung der Szene deutlich größer gewesen. Aber solche Kleinigkeiten seien dem 28 jährigen Regisseur verziehen, das Gesamtwerk weiß einfach zu überzeugen

Daher gibt es von mir nur die klare Empfehlung für Hell. Großartiges Genrekino aus deutschen Landen. Der Film macht sehr viel richtig, schwächelt nur selten. Schreckhaften Gemütern sei jedoch gesagt, das der Film zahlreiche spannende Momenten hat, in denen unsere Mädels den Film nur hinter vorgehaltener Hand schauen konnten – nicht weil das gesehen so ekelig oder irgendwas in der Art war, sondern weil es ziemlich häufig diese “Oh nein, gleich passiert was!” Momente gibt.  Von mir erhält der Film als eindeutig zwei Daumen nach oben.

Uncategorized Benjamin on 12 Feb 2010

Tödliches Kommando – The Hurt Locker (Kathryn Bigelow, USA 2008)

иконописПодарък икона“Der Rausch des Kampes wird oft zu einer mächtigen und tödlichen Sucht. Denn Krieg ist eine Droge.” Dieses Zitat von Chris Hedges

Uncategorized Benjamin on 11 Feb 2010

The Secret In Their Eyes (Juan José Campanella, Argentinien 2009)

Genau in der Mitte des Films findet sich eine atemberaubende, an eine Stück gedrehte Szene.  Man sieht die Kamera von oben auf ein Fußballstadion zufliegen und erwartet jeder einen Schnitt. Doch dieser bleibt für die nächsten fünf Minuten aus und wir sehen die Kamera in das Sstadion hineinfliegen, wo gerade ein Fußballspiel stattfindet, sehen sie über den Rasen fliegen, wo gerade ein Angriff mit einem Schuss an die Latte endet, hinein in die Zuschauermenge, wo sie direkt neben dem Protagonisten zum stehen kommt. Aber selbst hier endet die Szene noch nicht und wir sehen, wie die zwei im Gewirr ihren Verdächten zunächst ausmachen, und dann durch die Katakomben des Stadions verfolgen, bis die Jagd schließlich auf dem Fußballplatz endet.  Ich möchte nicht wissen, wie oft diese Szene gedreht werden musste bzw. wie teuer sie war, um sie am Computer so zusammenzusetzen dass sie wie aus einem Guss aussieht. Atemnberaubend.  Ansonsten ist der Film ein solider Thriller. Ein Mord soll aufgedeckt werden, der Film wird in Rückblenden vom Jahr 1999 ins jahr 1974 erzählt. Machtinteressen spielen eine Rolle, politisches Kalkül. Die Gerechtigkeit bleibt augenschleinlich auf der Strecke. Das Ende lässt den Zuschauer dann jedoch selbst bewerten, was Gerechtigkeit ist, und bietet Diskussionsstoff. Vom Produktionsstandpunkt aus gesehen, kann der Film locker mit Hollywood-Produktionen mithalten. Die Kulissen, die Kameratechnik, die Licht und Schatten Effekte, die Soundkulisse, die Bühnenbilder, die Dialoge, die Atmosphäre, sind einfach sehr gut umgesetzt und eingefangen, und auch vor drastischeren Bildern schreckt Campanella nicht zurück. Wenn in Argentinien mehr solcher Filme produziert werden, sollte die Südamerikaner mal überlegen, damit den internationalen Markt zu bedienen, das Zeug dazu hätten Filme wie dieser auf jeden Fall.
Zwar ist der Film weit entfernt von der Brillianz eines City of God, aber er ist Welten besser als z.B. Roasrio, die Scherenfrau.
Harte Konkurrenz für unser Weisses Band, dass wohl dieses Jahr leer ausgehen wird.

Uncategorized Benjamin on 10 Feb 2010

Küss den Frosch (John Musker / Ron Clements, USA 2009)

Nach Jahren endlich mal wieder ein klassischer Disney Zeichentrickfilm. Der letzte war glaube ich “Die Kühe sind los”, und der war, machen wir uns nichts vor, mehr als unspektakulär. Mit Küssen den Frosch besinnt sich Disney also wieder auf seine Wurzeln zurück, und diesmal gelingt dies voll und ganz. Natürlich spielt Musik wieder eine große Rolle, man könnte Küss den Frosch als Südstaaten Musical bezeichnen, was ihn auch so gleich von den letzten Disney Zeichentrickfilmen wie Tarzan oder König der Löwen abhebt, die von ihrer Musik her eindeutig einer bestimmten Pop-Epoche eingeordnet werden können, während Küss den Frosch, den Charme,  das Flair, das Lebensgefühl und die Musik einer bestimmten Region und Epoche einfängt und somit schon jetzt als Zeitlos angesehen werden kann, da diese Elemente auch in 50 oder 100 Jahren noch mit dieser Zeit und Epoche verbunden sein werden. Die Prinzessin des Films ist schwarz, der Prinz hat keinen eindeutig ethnisch zuordbaren Hintergrund, allerdings wird schnell deutlich, dass er vermutlich multiethnisch ist, womit deutlich das Umdenken unserer Zeit anfängt. Ähnlich wie in Hollywood selbst, spielt die Frage der ethnischen Herkunft immer weniger eine Rolle, und das klassiche einordnen und denken in Schubladen in dieser Hinsicht verschwindet mehr und mehr.

Auch wenn der Film natürlich wieder mit Kitsch überladen ist, hat sich Disney doch ein wenig weiter entwickelt. Die Prinzessin träumt nicht mehr in erster Linie vom schönen Prinzen und einem “Glücklich bis ans Ende aller Tage”, sondern davon eigenständig ein Restaurant zu betreibe – Eine schöne Botschaft an all die kleinen Prinzessinnen da draußen, die somit nicht mehr mit den überholten klassischen Geschlechterklischees konfrontiert werden. Die Charaktere sind liebenswert, die Story naiv und einfach, die Musik nimmt eine sehr dominante Stellung ein. Drei von den Songs wurden auch wie so oft für einen Oscar nominiert – Das Rennen wird wohl dennoch der Song aus dem Film Crazy Heart machen. Im Gegensatz zu den modernen Pixarfilm würde ich persönlich Küss den Frosch eher als Kinderfilm ausweisen, den man sich allerdings auf Grund des Flairs und der Atmosphäre aber durchaus auch als Erwachsener ansehen kann.

Oscar-Chancen: gering

Uncategorized Benjamin on 09 Feb 2010

Die Bucht (Louie Psihoyos, USA 2009)

In Japan werden jedes Jahr in einer Bucht in Tajii über 20.000 Delfine zusmamen getrieben. Die schönsten Tiere werden rausgefisch und an Aquarien und Deflinshows verkauft, die anderen werden martialisch abgeschlachtet ,so dass sich das Wasser blutrot verfärbt und ihr Fleisch verkauft.
Dieses Prozedere war bisher nur gerüchteweise bekannt, wirkliche Belege oder gar Filmaufnahmen davon gab es nicht, da die japanische Regierung und die lokalen Ansässigen alles getan haben, um jegliche Beweise oder Dokumente darüber zu vertuschen.
Richard O’Barry war einer der Delfintrainer für die Fernsehserie Flipper. Als eine der Darstellerinnen in seinen Armen auf Grund der Gefangenhaltung im Delfinarium starb, wandte er sich von seinem Job ab und hat sich seitdem den Schutz von Delfinen zur Lebensaufgabe gemacht.
Dies führte zur Entstehung dieses Filmes, in dem gezeigt wird, wie es ihm gelingt, Aufnahmen von diesem Massaker zu machen. Zunächst wird gezeigt wie stark alle Interessierten bedrängt werden. Man wird laufend gefilmt, bedroht, laut angeschrien, die den Japaner sonst so heilige Intimzone von 30cm in die man bei ihnen selbst keines Film eindringen sollte, wird schamlos verletzt und man wird aufs heftigste provoziert. Sobald man sich davon einmal verleiten lässt kommt man sofort ins Gefängnis, wo man in Japan durchaus einmal 28 Tage grundlos festgehalten werden kann.
Im Oceans Eleven Style wird gezeigt, wie O’Barry sein Team von Spezialisten zusammen stellt, um den Einsatz zu planen, zu koordinieren und schließlich auch auszuführen. Das Massaker selbst nimmt letztlich nur einen kleinen Raum des Films ein und wird am Ende nur kurz gezeigt, aber das ist auch ganz gut so, da allein das gezeigte schon sehr martialisch und brutal ist. Dennoch ist dieser Film wichtig, da jetzt endlich belegt ist, was Tierschützer schon lange angeprangert haben,und die japanische Regierung ist unter Druck, diesem Massenmord an intelligenten Lebenwesen ein Ende zu setzen. Hoffentlich kann der Film in dieser Richtung etwas bewegen. Mit einem klassischen Dokumentarfilm hat das natürlich relativ wenig zu tun, aber dieser Mix von reißerischer Aufmachung und Fakten bzw. Bildern hat schon bei Michael Moore hervorragend und vor allem oscarreif funktioniert, auch wenn Moores Filme leider zum größten Teil nur Selbstinszenierung bzw. Mittel zum Zweck waren.

Uncategorized Benjamin on 09 Feb 2010

A Serious Man (Joel & Ethan Cohen, USA 2009)

Uncategorized Benjamin on 08 Feb 2010

Up In The Air (Jason Reitman, USA 2009)

Uncategorized Benjamin on 08 Feb 2010

Das weiße Band (Michael Haneke, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien 2009)a

Das weiße Band ist der deutsche Beitrag für die Oscars 2010. Der Film ist zwar eine deutsche, österreichische, französische und italienische Co-Produktion, und die Österreicher beklagen sich, dass lieber sie den Film einreichen wollten. Die Regeln der Academy sind da allerdings relativ simpel, ein Film darf für das Land starten, welches ihn zuerst einreicht. Letztendlich ist der Film auch einfach eine deutsche Geschichte über den Vorabends Ersten Weltkrieges und zeigt sogleich die ideologischen Wurzeln, die unter anderem zu Zweiten Weltkrieg geführt haben.

Ort der Handlung ist das kleine protestantische Dörfchen Eichwald, irgendwo im Norden Deutschlands. Erzählt wird die Geschichte aus sicht des ehemaligen Dorflehrers, der auch gleich in den ersten Sätzen erwähnt, dass er nicht mehr weiß, ob sich alles wirklich genau so zugetragen hat. Dementsprechend werden er und seine Angebetete in seinen Erinnerungen als die einzig moralisch agierenden Menschen des Films gezeigt.  In dem Dorf haben verschiedene Personen mit hohen Ansehen das Sagen, wie z.B. der Pastor, der Arzt und der Baron. Im Dorf geschehen mysteriöse Dinge. Ein zwischen zwei Bäumen gespanntes Seil bringt das Pferd des Artes im Galopp zu Fall, bei einem Arbeitsunfall kommt eine Arbeiterin ums Leben, der Krautgarten des Barons wird verwüstet, eine Scheune in Brand gesetzt. Irgendwann kommt der Lehrer zu einer schrecklichen Erkenntnis, wer hinter den ganzen Vorfällen stecken könnte.

Es ist weniger die Story, die den Film interessant macht, als vielmehr das Verhältnis zwischen den Bewohnern des Dorfes und die allgemeine Stimmung  im Dorf. Man betrachtet die welchem Umständen die Generation ausgesetzt war, die später für die Machtergreifung Hitlers verantwortlich ist und die sich vom Totalirismus hat umgarnen lassen. Der historische Rahmen ist dabei sehr gut in Szene gesetzt worden, in schicken Schwarz-Weiß Bildern zeigt uns Haneken eine Welt, die uns heute sehr fremd vorkommt. Alles ist geprägt von religiösem Glauben und Moralvorstellungen. Werte, die uns heutzutage weitestgehend fremd sind, haben damals die Menschen sehr geprägt. Aber genau diese Werte führen auch zu zahlreichen Intrigen, zu Neid und zu Hinterlist und Mißtrauen. Ich habe den Film nur zu halbherzig gesehen, um ihn wirklich bewerten zu können.
Was bleibt ist ein zwiegespaltener Eindruck. Es wird sicher viele Menschen geben, die in diesem Film unbedingt sehr viel positives sehen mögen und ihn für einen sehr guten Film halten, der sicher den Oscar verdient hätte. Für mich persönlich ist er ein wenig zu steril, man bleibt zu anteilnahmslos.
Aber ich muss ihn vlt. einfach nochmal sehen, um ihn abschließend bewerten zu können … um die Oscarchancen abzusehen, muss man sich die Konkurrenz ansehen, der argentinische Beitrag gilt bisher als Favorit.

Uncategorized Benjamin on 06 Feb 2010

Precious: Based on the Novel “Push” by Sapphire (Lee Daniels, USA 2009)

Claireece Precious Jones hat kein leichtes Schicksal. Sie ist eine 16 jährige schwarze, die in Harlem lebt. Sie ist stark fettleibig, trotz Schulbesuch quasi Analphabetin, und ist zum zweiten Mal schwanger. Dies Kind stammt ebenso wie ihr erstes, welches am Down-Syndrom leidet,  von ihrem Vater, der sie außerdem noch mit HIV infiziert hat. Ihre Mutter macht ihr das Leben zur Hölle, bewirft sie mit Gegenständen, befehligt sie rum, schlägt und mißhandelt sie und macht ihr täglich klar, dass sie überhaupt nichts wert sei, aus ihr nie etwas werden wird, und sie niemandem etwas bedeutet.
Precious flüchtet sich aus ihrem Alltag in eine Traumwelt. Während sie vom Vater mißhandelt wird, starrt sie an die Decke und sieht sich selbst als Star in einem Musikvideo. Wenn sie Fotoalben durchblättert, fangen die Figuren an mit ihr zu sprechen. Blickt sie in den Spiegel, sieht sie nicht sich selbst, sondern eine hübsche, schlanke, blonde Frau. Sie flüchtet sich in eine Welt, in der sie geliebt und akzeptiert wird.
Im Zuge der zweiten Schwangerschaft wird sie von der Schule suspendiert und gerät durch Vermittlung einer Lehrerin an eine Art Sonderschule. Vom Elan ihrer Lehrerin Miss Blu Rain angesteckt, beginnt Precious lesen zu lernen und sich regelmäßig mit einer Sozialarbeiterin zu treffen, die durch Zufall hinter die Mißstände im elterlichen Zuhause kommt.  Nach der Geburt ihres zweiten Kindes kommt es zum großen Konflikt mit der Mutter. Diese lässt das Kind fallen und versucht Precious wieder zu mißhandeln. Dabei offenbart sie ihre Eifersucht darauf, dass ihr Mann mit Precious schläft, und gibt ihr die Schuld daran. Doch Precious hat mittlerweile ein wenig Selbstbewußtsein aufgebaut und kämpft gegen ihre Mutter und schafft es schließlich mit ihrem Kind zu entkommen. Nachdem sie in ihr Klassenzimmer eingebrochen ist, um der Kälte zu entkommen, helfen ihr ihre Lehrerin und ihre Lebensgefährtin in  einem Sozialwohnheim unterzukommen, wo sie leben kann, und nebenbei weiter an ihrer Schulbildung arbeitet.

Precious: Based on the Novel “Push” by Sapphire ist eine klassische Millieustudie, die gerade vor dem Hintergrund der Wahl Barack Obamas zum Präsidenten der USA besonders interessant wird, da doch mit seinem Amtsantritt große Erwartungen in Hinblick auf die Rassenprobleme in den USA gestellt werden. Der Film wurde regelrecht gehyped und man stellt sich die Frage, ob er diesem Hype gerecht werden kann. Die Nominierungen in den fünf wichtigsten Oscarkategorien Bester Film, Beste Regie, Beste Schauspielerin, Beste Nebendarstellering und Bestes Drehbuch, zusammen mit der Nominierung für den Besten Filmschnitt müssten eigentlich für sich sprechen. Und in der Tat liefern die Schauspieler, obwohl größtenteils absolute Newcomer, sehr gute, und sehr passende Vorstellungen ab. Gabourey Sidibe gibt eine bemitleidenswerte, aber liebenswerte Precious ab. Ihre lakonischen Kommentare aus dem Off, ihr nuschelnder Slang, der im Orignal für Nicht-Amerikaner oft nur schwer zu verstehen ist, passen wie die Faust aufs Auge. Auch Mo’Nique gibt eine absolut bösartige Mutter, die es dann im entscheidenden Moment schafft kurzzeitig so etwas wie Symphathie und Mitgefühl zu wecken, wobei man trotz gewisser menschlicher Züge letztlich doch nur Verarchtung für sie und ihre (Nicht-)Taten empfinden kann. Für diese Leistung wurde sie bereits mit einem Golden Globe geehrt, man darf gespannt sein, ob es für einen Oscar reichen wird.

Über den Film lässt sich letztlich sagen, dass er eine sehr gut gemachte Millieustudie ist, die im Gedächtnis bleiben wird. Auf große Elendsbilder wird verzichtet und trotzdem schafft Regisseur Daniels es, das Ausmaß der Situation in vollem Umfang darzustellen. Die Figur Precious liefert für uns Europäer sicher wenig Identifkationspotential, aber dennoch schafft Sidibe es, dass man Symphathien für sie aufbaut, und vielleicht Menschen aus so einem Millieu, denen man bisher überwiegend mit Vorurteilen gegenüber getreten ist, aus einem anderen Licht zu sehen, und ihnen anders zu begegnen. Und das ist die große Stärke des Films.

Oscartipp: 1/6

Uncategorized Benjamin on 02 Feb 2010

Academy Awards 2010 aka Oscars

Seit wenigen Minuten sind die Nominierungen für 2010 bekannt:

Best Picture:
Überraschend für mich hat es District 9 unter die Nominierten geschafft. Da hat sich die Erhöhung der Zahl der Nominierten von fünf auf zehn schon gelohnt, der Film hat eine Nominierung absolut verdient. 2010 könnte tatsächlich Südafrikas Jahr werden.
Die Nominierung von Avatar ist nach dem Erfolg bei den Golden Globes auch keine wirkliche Überraschung, wobei es für mich kein wirklicher klassischer Best Picture Film ist. Ich hoffe sehr, dass Avatar nicht das rennen macht, der Film hat wahrlich schon genug Aufmerksamkeit und Erfolg.
Die Nominierung von Disneys / Pixars Up / Oben ist auch keine wirkliche Überraschung, was wohl deutlich dafür spricht, dass der Film in der Kategorie Animated Feature Film abräumen wird, wobei Coraline wirklich eine erstzunehmende Konkurrenz darstellt. Allerdings hat bisher glaube ich noch nie ein guter Pixarfilm nicht gewonnen. Ich würde es Coraline aber wünschen, da Oben für mich nicht das Fortsetzt, was mit Ratatouille und Wall-E begonnen wurde.
The Hurt Locker befindet sich ebenfalls unter den Nominierten, auch dies war unter Insider abzusehen, das Poträt über Soldaten im Afghanistan-Konflikt hat auf jeden Fall großes Potential.
Inglorious Basterds wäre mein persönlicher Best Picture Film 2010, allerdings räume ich dem Film keine wirklich großen Chancen ein, wobei Tarantino es einfach verdient hätte.
Die anderen Filme habe ich bisher noch nicht gesehen. Da wären wieder einmal die Cohen Brothers mit A Serious Man, Up in the Air mit George Clooney, die Milieustudie Precious:  Based on the Novel “Push” bei Sapphire, The Blind Side, von dem ich noch nichts gehört habe, ebenso wie Education. Aber das wird sich im Laufe der nächsten Woche ändern :) .

Was gibt es zu den anderen Kategorien zu sagen?
In der besten männlichen Hauptrolle findet man zahlreiche alte Bekannte wie Jeff Bridges, George Clooney, Colin Firth, Morgan Freemann, überraschen ist die Nominierung von Jeremy Renner für Hurt Locker.
Bei den Frauen finden sich wie quasi immer Meryl Streep, Helen Mirren ist auch immer ein möglicher Gewinner, Sandra Bullock erlebt gerade eine Renaissance, und man darf gespannt sein, welche Chancen die mir unbekannten Cary Mulligan und Gabourey Sidibe haben.
Die männliche Nebenrolle muss einfach an Christoph Waltz für Inglorious Basterds gehen, aber auch Matt Damon, Woddy Harrelson und Christopher Plummer dürfen sich Chancen einräumen. Stanley Tucci sagt mir derzeit noch nicht so viel, The Lovley Bones wird aber demnächst gesichtet.
Zu den anderen Kategorien evlt. später mehr, ich werde mir dieses Jahr mühe geben und versuchen alle Filme vor der Oscarverleihung zu sehen, zumindest aber die aus den wichtigsten Kategorien.
2009 war defintiv ein sehr starker Filmjahrgang, das Rennen ist in den meisten Kategorien absolut offen, ich denke nicht dass Avatar in den wichtigen Kategorien alles abräumen wird, wobei in den technischen Kategorien wohl kein Weg an Avatar vorbei führen wird.

Am 7. März gegen 6:00 morgens sind wir dann alle schlauer, bis dahin ein fröhliches anschauen der Nominierten :)

Uncategorized Benjamin on 16 Dez 2009

Julie & Julia (Nora Ephron, USA 2009)

Uncategorized admin on 14 Jul 2009

Brüno (USA 2009)

>преносими компютри преносими компютри преносими компютри преносими компютри преносими компютри

Uncategorized Benjamin on 14 Jul 2009

Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los (USA 2009)

Und wieder ein Ice Age Film. Der erste war ja noch halbwegs ok, der zweite dann schon ziemlich mies und der dritte Teil pendelt sich irgendwo zwischen eins und zwei ein. Wer die ersten beiden Teile mochte, wird auch den dritten mögen, ich hab mich allerdings ziemlich gelangweilt. Klar, stellenweise ist die Situationskomik gelungen und man hat n bisschen was zu lachen, gerade die Figur Back rettet den Film, aber ingesamt hat der Film zu wenig Herz, zu wenig Wärme und zu wenig Tiefgang, er bleibt einfach sehr platt und ist eindeutig als Kinderfilm zu bezeichnen. Das der Verleih des Films das selbst so sieht ist an dem direkt vor dem Hauptfilm platzierten Treil zu Mullewap (oder so ähnlich) zu erkennen, den man sich auch als Erwachsener in der 23:00 Vorstellung geben muss. Aber im Vergleich zu den Perlen von Pixar sieht Ice Age keine Sonne und läuft im Grunde auf einem ähnlichen Niveau wie Madagascar.

Um so erstaunlicher ist, dass Ice Age 3 der absolute Renner zu sein scheint, ich arbeite im Kino und bei keinem anderen Film war dieses Jahr bisher so viel los, wie bei Ice Age 3 … wenn der Film zusammen mit Harry Potter läuft, dazu noch Brüno und Hang Over … das wird ein interessanter Juli =)

Uncategorized Benjamin on 14 Jul 2009

Transformers – Die Rache (Michael Bay, USA 2009)

Bitte schreibt alle Mails an Michael Bay in denen ihr darum bittet dass die Szenen in denen Megan Fox rennend in Zeitlupe gezeigt wird um den Faktor 10 erhöht und um den Faktor 20 verlängert werden. Alles in allem in meinen Augen ein ultimativer Popcornblockbuster, bei dem acuh die Länge absolut nicht stört. Optimus Prime ist zwar eine Laberbacke vor dem Herren, aber in dem Film rumst es wie in keinem anderen dieses Jahr. Für Humor ist auch gesorgt und das Liebesgeschnulze bleibt zum Glück dezent im Hintergrund. Story darf natürlich vernachlässtigt werden, aber dafür geht es auch einfach zu sehr zur Sache. Alles in allem absolut emfehlenswertes Popcornkino =)

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